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Seekrank im Klassenzimmer


Die Thor Heyerdahl segelt wieder. Das "Klassenzimmer unter Segeln" (KUS) ist zum vierten Mal unterwegs. 32 Schüler aus Deutschland sind 190 Tage auf dem Atlantik unterwegs.

Die Thor Heyerdahl segelt wieder. Das "Klassenzimmer unter Segeln" (KUS) ist zum vierten Mal unterwegs. 32 Schüler aus Deutschland sind 190 Tage auf dem Atlantik unterwegs.

Von Redaktion idowa

32 Schüler, ein Segelschiff, ein Abenteuer. Seit vier Jahren existiert das Projekt "Klassenzimmer unter Segeln" der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen, das es Schülern ermöglicht ihr Klassenzimmer ein halbes Jahr lang gegen einen Traditionssegler einzutauschen. Mit der Thor Heyerdahl geht es von Kiel über Teneriffa in die Karibik und zurück. Auf dieser Reise entdecken die Schüler neue Länder wie Panama, Kuba, die Bermudas oder die Azoren und haben währenddessen regulären Unterricht.

Nach einem langwierigen Auswahlverfahren stand fest, dass wir Fünf die Glücklichen sind, die an diesem großartigen Abenteuer teilnehmen dürfen. Voller Ungeduld sehnten wir alle den 11. Oktober herbei, an dem wir endlich nach Kiel aufbrachen. Nach einer dreitägigen Ausrüstungszeit, in der wir unter anderem zwölf Tonnen Lebensmittel an Bord schleppten und der Thor einen neuen Anstrich verpassten, kam der Tag der Abreise. Alle Eltern, Geschwistern und Freunde hatten sich an der Pier versammelt, um uns zu verabschieden. Nach einer letzten Umarmung legten wir unter Segeln ab. Zwar gab es einige Tränen, doch die Vorfreude auf die vor uns liegenden 190 Tage überwog. Jetzt ging es also wirklich los!


Auch wenn am Anfang alles neu war - das Zusammenleben auf so engem Raum, der ständige Seegang - wurde die Thor schon nach wenigen Tagen zu unserem neuen Zuhause. Keiner von uns hätte gedacht, dass man in so kurzer Zeit die Grundlagen des Segelns erlernen und sich an das neue Leben gewöhnen kann, wie beispielsweise mitten in der Nacht zur Wache aufzustehen.

Natürlich muss man an Bord auch selber kochen und für 50 Personen ist das eine wirklich anspruchsvolle Aufgabe. Das Kammerleben ist auch eine Herausforderung, da man zum Teil zu sechst in einer kleinen Kammer lebt. Das Schönste daran ist, dass immer jemand da ist, mit dem man reden und vor allem lachen kann. Erstaunlich, aber wahr: Hier auf See lernt man die kleinen Dinge des Lebens wieder zu schätzen. Man freut sich riesig, wenn man nach drei Tagen wieder duschen darf oder einfach mal ein paar Minuten nur für sich allein in seiner Kammer hat.

Kursänderung wegen schwerer Stürme
Statt wie ursprünglich geplant durch den Nordostseekanal, beschloss unser Kapitän Detlef Soitzek den schweren Stürmen in der Nordsee aus dem Weg zu gehen und um Dänemark herumzufahren. Als wir aber bei Skagen dann die Nordsee erreicht hatten, erwischte uns dennoch ein schwerer Sturm und zwang uns, umzukehren. Der Großteil der Schüler war seekrank, was eine ziemlich unangenehme Erfahrung war. So waren die meisten froh, wieder in die ruhige Ostsee zu kommen und die zwei Tage zurück nach Kiel zum Nordostseekanal vergingen wie im Flug. Nach der entspannten Fahrt durch den Kanal erwartete uns eine vergleichsweise ruhige Nordsee und nach drei Tagen legten wir einen Zwischenstopp in Dover ein. Nach einer kurzen Ver-schnaufpause in der englischen Hafenstadt ging es weiter in Richtung Teneriffa. Doch nach drei weiteren Tagen auf See wurde unser Plan wieder über den Haufen geworfen. In der Biskaya wartete nämlich ein kleiner Orkan auf uns, deshalb beschlossen wir kurzfristig Falmouth im englischen Cornwall anzulaufen. Dieser Zwischenstopp sollte ursprünglich drei Tage dauern, aus denen wegen der äußerst ungünstigen Wetterbedingungen eine ganze Woche wurde. Aber mit Dinghi-Fahrschule, viel Landgang, einem Besuch in einer Meeressäuger-Auffangstation sowie in einem Marinemuseum ließ sich diese Woche gut überbrücken und es wurde nie langweilig.

Danach ging es endlich weiter, diesmal wirklich nach Teneriffa, wo wir mit einer Woche Verspätung einliefen. Gleich am ersten Abend wurden wir in Gastfamilien untergebracht, mit denen wir uns sehr gut verstanden. Die Austauschschüler nahmen uns am nächsten Morgen mit in die deutsche Schule in Santa Cruz de Tenerife, von wo es anschließend in ein Museum in Guimar ging. Dort haben wir viele interessante Informationen unter anderem über Thor Heyerdahl bekommen. Unser Kapitän selbst begleitete im Jahr 1977 Thor Heyerdahls Expedition mit dem Schilfboot "Tigris" nach Dschibuti. So konnten wir noch viele Fragen stellen und spannende Details erfahren. Nachdem wir das ganze Schiff seeklar gemacht und neu verproviantiert haben, stechen wir am Freitag erneut in See mit dem Ziel Karibik. Zuvor jedoch steht noch ein Ausflug auf den Vulkan und höchsten Berg Spaniens "Teide" auf dem Programm. Wir hoffen, dass der Rest unserer Reise genauso schön wird.

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Tesi, Jakob, Kati, Johnny und Anna (von links) sind in der Projektgruppe "Presse- und Öffentlichkeitsarbeit".

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Die Thor Heyerdahl segelt wieder. Das "Klassenzimmer unter Segeln" (KUS) ist zum vierten Mal unterwegs. 32 Schüler aus Deutschland sind 190 Tage auf dem Atlantik unterwegs.

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Die Thor Heyerdahl segelt wieder. Das "Klassenzimmer unter Segeln" (KUS) ist zum vierten Mal unterwegs. 32 Schüler aus Deutschland sind 190 Tage auf dem Atlantik unterwegs.