„Bankrotterklärung“
Marburger Bund kritisiert Personalabbau an Uniklinik Regensburg scharf

Hanna Gibbs (Archivfoto)
Dass bis zu 64 ärztliche Stellen an der Uniklinik Regensburg wegfallen sollen, sorgt für Kritik.

Der Marburger Bund Bayern verurteilt die Pläne zum Abbau von bis zu 64 ärztlichen Vollzeitstellen am Universitätsklinikum Regensburg vehement.
Wie berichtet, soll an der Uniklinik ein Aufbau des ärztlichen Personals um etwa 64 Vollzeitstellen seit 2019 peu à peu durch die Nichtverlängerung von auslaufenden befristeten Verträgen rückgängig gemacht werden. Eine Reduzierung des Personals sei dringend erforderlich, erklärte Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume (CSU) in seiner Antwort auf eine entsprechende Anfrage der SPD-Abgeordneten Ruth Waldmann. (wir berichteten). Der Marburger Bund nennt diese Haltung des Wissenschaftsministers, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der Uniklinik Regensburg ist, „inakzeptabel“. Damit sende er ein fatales Signal für die Patientenversorgung und stelle den Anspruch der Universitätsklinika, für Spitzenmedizin, Forschung und Exzellenz zu stehen, selbst infrage, bemängelt der Verband, in dem angestellte und beamtete Ärzte organisiert sind.
„Bereits heute hohe Arbeitsbelastung der Ärzte“
Dass vor allem befristete ärztliche Arbeitsverträge nicht verlängert werden, sei eine „plan- und ziellose Sparpolitik nach der Rasenmäher-Methode. So handelt eine Krämerseele, aber kein zukunftsorientierter Wissenschaftsminister“, wird Andreas Botzlar, Landesvorsitzender des Marburger Bundes Bayern, in einer Pressemitteilung des Verbands zitiert. Bereits heute würden Ärztinnen und Ärzte von hoher Arbeitsverdichtung, wachsender Bürokratiebelastung und Personalmangel berichten. An der Uniklinik Regensburg könnten viele Ärztinnen und Ärzte ihre Aufgaben nur durch tägliche Mehrarbeit bewältigen, so der Marburger Bund Bayern. Ein Abbau an Arztstellen erhöhe zwangsläufig den Druck auf die verbleibenden Beschäftigten - zulasten der Patientenversorgung, der Forschung, studentischer Lehre und fachärztlicher Weiterbildung.
Besonders fragwürdig nennt der Marburger Bund die Begründung, die betroffenen Stellen seien seit 2019 aufgebaut worden und würden nun nicht mehr refinanziert: „Wenn diese Stellen über Jahre hinweg für Versorgung, Forschung und Lehre notwendig waren, stellt sich die Frage, warum ihre Finanzierung nie dauerhaft gesichert wurde.“
Der Anspruch an die Universitätsmedizin laute Exzellenz. „Die Realität vieler Ärztinnen und Ärzte besteht inzwischen aber darin, personelle Lücken zu stopfen, um den Betrieb trotz chronischer Unterbesetzung aufrechtzuerhalten. Wer Spitzenmedizin will, muss auch die dafür notwendigen personellen Ressourcen bereitstellen“, so Botzlar.
Wissenschaftsminister Blume dürfe als Aufsichtsratsvorsitzender die geplanten Stellenkürzungen nicht widerspruchslos hinnehmen und schon gar nicht politisch legitimieren. „Wer die Universitätsmedizin stärken will, muss in ihre Beschäftigten investieren.“








