400 Tatverdächtige
Schleusersystem im Kreis Deggendorf aufgeflogen

Carsten Rehder/dpa
Im Sommer 2025 hatten das Bürgeramt und das Landratsamt Auffälligkeiten festgestellt. (Symbolbild)

Im Landkreis Deggendorf haben die Staatsanwaltschaft und eine Ermittlungsgruppe der Polizei ein System zur gewerbsmäßigen Schleusung von Ausländern aufgedeckt. Wie die Polizei mitteilt, stehen zwei Männer im Verdacht, vorwiegend Studenten aus Drittstaaten mit fiktiven, gegen Geld ausgestellten Wohnungsgeberbescheinigungen zum illegalen Aufenthalt verholfen zu haben. Am Mittwoch, 14. Januar, kam es zu Durchsuchungen.
Im Sommer 2025 stellten sowohl das Bürgeramt der Stadt Deggendorf sowie das Ausländeramt des Landratsamtes Deggendorf fest, dass es eine auffällige Häufung von Wohnsitznahmen von Studenten aus Drittstaaten an verschiedenen Adressen im Stadtbereich Deggendorf gab. Aus Sicht der Behörden bestand dabei ein auffälliges Missverhältnis zwischen der Zahl gemeldeten Personen zur jeweiligen Wohnfläche. Die Kriminalpolizei Deggendorf und die Polizeiinspektion Deggendorf übernahmen die Ermittlungen in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Deggendorf wegen des Verdachts von Scheinmietverhältnissen.
Falsche Mietverträge ausgestellt
Die Studenten aus Drittstatten seien zunächst legal zur Aufnahme eines Studienplatzes mit einem nationalen Visum eingereist, das zu einem befristeten Aufenthalt von sechs bis zwölf Monaten berechtigt, teilte die Polizei mit. Um eine Verlängerung des Aufenthaltstitels zu erlangen, müssen die Studenten aber einen gemeldeten Wohnsitz vorweisen. Dabei sollen ihnen ein 42-jähriger Tscheche sowie ein 64-jähriger Deutscher geholfen haben. Die beiden Männer stehen im Verdacht, den Studenten gegen Geld fiktive Wohnungsgeberbescheinigungen und Mietverträge ausgestellt zu haben, mit denen die Studenten ihren Aufenthalt illegal verlängern konnten. Damit erwirtschafteten die beiden Tatverdächtigen laut Polizei einen niedrigen sechsstelligen Betrag.
Nun wurden mehrere Immobilien der beiden Beschuldigten im Raum Deggendorf durchsucht. Die Beamten stellten einen niedrigen fünfstelligen Geldbetrag, diverse Laptops, PCs und Speichermedien sicher. Die beiden Männer müssen sich nun wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Schleusens von Ausländern strafrechtlich verantworten.
Zum derzeitigen Stand der Ermittlungen konnten knapp 400 Studenten festgestellt werden, die derzeit im Verdacht stehen, sich durch falsche Angaben einen Aufenthaltstitel erschlichen zu haben.











