Löscharbeiten
Millionenschaden bei Großbrand einer Produktionshalle im Kreis Cham

Wieder ein Großbrand. Wieder Michelsneukirchen. Wieder das Holzbodenwerk Krottenthaler. Als die Alarmierung am Donnerstag um 23.45 Uhr auf hunderten Pagern und Smartphones im westlichen und südlichen Landkreis aufschlug, wurden bei vielen Erinnerungen an den 16. Mai 2024 wach. Diesmal war das Feuer noch heftiger. Es vernichtete die Werkstatt samt Büro, der Sachschaden übersteigt die Million.
Vordringliches Ziel der ersteintreffenden Wehren war es, eine Ringstellung aufzubauen und die umliegenden Gebäude zu halten. Für das Brandobjekt kam unterdessen jede Hilfe zu spät, es stand kurz nach der Erstmeldung in Vollbrand. Nach dem Großbrand im Mai 2024, der zwei Lagerhallen vernichtet hatte, nutzten die Feuerwehren ihr Vorwissen bezüglich Anfahrtswege und Wasserversorgung. Fünf B-Leitungen, gespeist aus den Bäckerweihern sowie mehreren Hydranten, versorgten die Löschfahrzeuge und die beiden Drehleitern aus Roding und Cham mit Wasser. Zeitweise wurden bis zu 4.000 Liter auf das Brandobjekt abgegeben. Hierbei zeigte sich abermals der Wert des Schlauchwagenzuges im KBI-Bereich.
Zig Atemschutztrupps rüsteten sich nach und nach für den Einsatz, löschten von außen, teilweise auch im Innenangriff. Zur Unterstützung rückte der Gerätewagen Atemschutz aus Furth im Wald an, der die Feuerwehrler mit frischen Pressluftflaschen und dem nötigen Gerät versorgte sowie von Rauch und Schmutz kontaminierte Einsatzkleidung zur Reinigung sammelte. Mit der Fachgruppe Räumen unterstützte der THW-Ortsverband Roding die Suche nach Glutnestern, was sich gerade wegen der Photovoltaikanlage und des Blechdaches über dem Bürotrakt als schwierig herausstellte. Auch im Spänebunker dauerten die Löscharbeiten bis in den Morgen. Das BRK versorgte die rund 250 Einsatzkräfte unterdessen mit Getränken, Kaffee und Würstl, die örtliche Bäckerei Blab steuerte Brezen bei.
Erst wenige Minuten offiziell im Amt, machte sich Landrat Christian Schindler ein Bild der Lage, sprach mit der betroffenen Familie und den Einsatzkräften. Die Nachlöscharbeiten dauerten aufgrund der Größe des Objekts bis in den Vormittag an, auch in der Nacht zum Samstag waren Einsatzkräfte vor Ort. Die Polizei geht von einem Schaden von zwei Millionen Euro aus und sucht nach der Ursache für den verheerenden Brand.
Eingesetzte Wehren: Michelsneukirchen, Roding, Mitterdorf, Regenpeilstein, Neubäu, Dörfling, Ebersroith, Kirchenrohrbach, Altenkreith, Kalsing, Höhhof, Völling, Neuhaus, Obertrübenbach, Obergoßzell, Atzenzell, Falkenstein, Schorndorf, Sattelbogen, Furth im Wald (GW Atemschutz), Loibling-Katzbach (UG ÖEL), Cham und Zinzenzell.
















