Furth im Wald
Polizei-Bilanz zum Drachenstich: Eine fast störungsfreie Festwoche
Fast störungsfrei verlief die diesjährige Festwoche um den Drachenstich und das Mittelalterlager ‚Cave Gladium' für die Further Polizei. Allerdings rastete ein 23-Jähriger in der 2. Freinacht völlig aus und verletzte mehrere Personen. Zudem sorgte ein relativ glimpflich verlaufender Kutschenunfall beim historischen Festzug für Gesprächsstoff. "Insgesamt sind wir mit dem Verlauf der Festwoche bei der großen Anzahl der Besucher aus polizeilicher Sicht durchaus zufrieden. Auch wurde das verstärkte Sicherheitskonzept von Stadt und Polizei von der Bevölkerung positiv wahrgenommen", fasste der stellvertretende Leiter der PI Furth im Wald, EPHK Ludwig Kreitl, zusammen.
Für Aufsehen in der Bevölkerung hat ein Kutschenunfall beim historischen Festzug gesorgt. Dabei wurde ein 34-jähriger Teilnehmer aus der Nähe von Landshut, der als Lagernder beim ‚Cave Galdium' am Umzug mitmachte, von einem scheuenden Zugpferd mit der Kutsche erfasst und zu Boden geschleudert. Er wurde zwar mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus transportiert, konnte aber am darauffolgenden Tag wieder entlassen werden. Der Organisator und der Kutscher, der leicht verletzt wurde, reagierten umgehend und nahmen das Gespann vernünftigerweise aus dem Festzug.
In diesem Jahr musste die Polizei drei alkoholisierte und einen unter Drogeneinfluss stehende Kraftfahrer und zwei betrunkene Radfahrer aus dem Verkehr ziehen. In vier weiteren Fällen wurde eine Trunkenheitsfahrt verhindert und den alkoholisierten Autofahrern die Schlüssel abgenommen.
Lediglich zwei Sachbeschädigungen an einem geparkten Fahrzeugen und ein Verkehrsunfallflucht mit 1.500,- Euro Sachschaden waren auf dem Gebiet der Verkehrstaten zu verzeichnen.
Vor dem historischen Festzug mussten keine behindernd im Aufstellungsbereich oder Festzugweg geparktes Auto abgeschleppt werden. Während der Festwoche verteilten die Beamten auch heuer wieder zahlreiche Knöllchen, da Halte- oder Parkverbote schlichtweg ignoriert werden, obwohl genügend zusätzliche Parkplätze ausgewiesen waren.
Nachträglich wurde eine Schlägerei, die sich in der 1. Freinacht an der Eschlkamer Straße zugetragen hatte und von den beiden Geschädigten zunächst als ‚Gerangel unter Freunden' bezeichnet wurde, bei der Polizei angezeigt. Dabei schlug eine vierköpfige Gruppe von Heranwachsenden auf die beiden 23- und 24-Jährigen aus Rötz ein. Die Ermittlungen dazu dauern noch an.
Wäre nicht ein völlig ausgerasteter 23-jähriger Maurer gewesen, wäre auch die 2. Freinacht relativ friedlich verlaufen. Zunächst fiel der junge Mann, der aus dem Bereich Neukirchen b. Hl. Blut stammt, in der Bar auf, als er mehrere Mädchen anpöbelte und von der Security aufgefordert wurde die Örtlichkeit zu verlassen. Unvermittelt verpasste er dem Sicherheitspersonal eine Ohrfeige. Beim anschließenden Gerangel zerriss er dessen T-Shirt und setzte sich massiv zur Wehr, als er festgehalten werden sollte. Kurz zuvor hatte er einen Musikanten, der dabei war sein Equipment auf einen Anhänger aufzuladen, vom Hänger gezogen und ihm grundlos einen Schlag ins Gesicht verpasst. Außerdem sprang er auf ein Schaustellerfahrzeug, das dadurch neben einem weiteren Schaustellerfahrzeug und einem Wohnwagen beschädigt wurde. Selbst als Polizeikräfte auf der Festwiese eintrafen wehrte er sich mit Leibeskräften gegen seine Festnahme. Einen Polizeibeamten biss er während der Fesselung ins Bein und in den Finger. Der Randalierer war völlig schmerzunempfindlich und versucht selbst nach der Fesselung noch nach dem Notarzt und dem Sanitäter zu treten und zu beißen. Nachdem er fixiert worden war, wurde er ins Krankenhaus eingeliefert, wo noch eine Blutentnahme erfolgte. Bleibt abzuwarten, ob neben seiner Alkoholisierung auch noch Drogen bei der Blutuntersuchung festgestellt werden. Bei der Polizei war der Mann bereits früher in ähnlicher Weise aufgefallen.
Ausgerechnet am letzten Tag des Volksfestbetriebs musste die Polizei mehrfacht tätig werden. Einem 15-Jährigen aus einer Nachbargemeinde wurde beim Verlassen der Festhalle aus einer Gruppe von Jugendlichen ein Bein gestellt, so dass dieser stürzte und sich leichte Verletzungen zuzog. Täterhinweise sind bekannt. Kurz nach Mitternacht kam es zu einer tätlichen Auseinandersetzung unter Bekannten, wobei erheblicher Alkohol mit im Spiel war. Gegen drei junge Männer aus der Grenzstadt wird wegen vorsätzlicher bzw. gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Ebenfalls kurz nach Mitternacht wurde die Fahrt von zwei stark alkoholisierten holländischen Studenten, von denen einer noch dazu Marihuana dabei hatte, auf ihrem Fahrrad beendet.
Dem Großteil der Festbesucher und besonders den Besuchern des ‚Cave Gladium' stellt die Further Polizei wieder ein hervorragendes Zeugnis aus. Es wurde friedlich gefeiert, ohne dass übermäßige Aggressionen im Spiel waren. "Dass einige Besucher natürlich infolge ihres übermäßigem Alkoholkonsums auffallen und polizeiliche Einsätze bedingen, liegt bei einem Fest dieser Größenordnung in der Natur der Sache und ist wohl nie ganz zu verhindern", so der stellvertretende Further Polizeichef abschließend.











