Musik-Tipp

„My New Band Believe“ begeistert mit aufwendigem Debüt-Album

Die neue Gruppe des „Black Midi“-Bassisten Cameron Picton überzeugt mit einem Debütalbum zwischen Laut und Leise.

„My New Band Believe“, erschienen bei Rough Trade als CD, Vinyl und auf allen Streaming-Plattformen.

„My New Band Believe“, erschienen bei Rough Trade als CD, Vinyl und auf allen Streaming-Plattformen.

Darum geht’s: Die innovativste Rock- Musik der vergangenen Jahre hat einen Ursprung: das Windmill Pub in Brixton, London. Bands wie „Fontaines D. C.“, „The Last Dinner Party“ und „Black Midi“ wurden hier gegründet. Letztere hat sich nun jedoch nach drei Alben aufgelöst, Frontmann Geordie Greep machte sich bereits mit einem grandiosen Solo-Debüt einen Namen. Nun ist der Bassist der Band dran.

Cameron Picton, so sein Name, hat eine neue Gruppe, „My New Band Believe“. Sie besteht nur aus dem Musiker sowie einem konstant wechselnden Line-up anderer Künstler. Bei Livekonzerten war nie sicher, wer von den unterstützenden Talenten auf der Bühne stehen wird. Und auch auf dem Debütalbum, das denselben Namen wie die neue Band trägt, wird sofort klar: Hier haben viele Leute mitgewirkt.

Die Musik: Um genau zu sein: 22 Menschen spielen Instrumente, 21 verschiedene Stimmen sind auf dem Album zu hören und neun Tontechniker waren für die Aufnahmen in elf verschiedenen Studios zuständig. Die Songs haben aufwendige Arrangements mit Streichinstrumenten, emotionalem Chorgesang und komplexen Liedstrukturen. Aber nie bekommt der Zuhörer Kopfweh von all den verschiedenen Elementen, die miteinander kollidieren. Stattdessen liefert „My New Band Believe“ schöne akustische Lieder ab, die gleichzeitig sanft und doch ambitioniert daherkommen.

Innerhalb der Windmill-Szene bewegen sich viele Bands immer weiter weg von ihren Anfängen im Post-Punk und hin zu Folk-Musik. Akustische Gitarren, Streicher, Saxofon, entspanntes Klavier: Auch all das ist der Fokus von „My New Band Believe“. Es fühlt sich wie der nächste logische Schritt für die Klänge an, mit denen die Windmill- Szene seit Jahren spielt.

Textlich kann Cameron Picton auch punkten: Von einer herzzerreißenden Ballade wie „Love Song“ bis hin zu dem maximalistischen „In The Blink of an Eye“ ist viel Abwechslung geboten. Das Highlight ist aber „Actress“, das in acht Minuten zwischen lauten emotionalen Ausbrüchen und ruhigen Strophen hin und her wechselt.

Fazit: Fans haben sehr um das Ende von „Black Midi“ getrauert. Wenn man sich aber anschaut, was die Künstler der Gruppe nun machen, kann man fast froh sein, dass sie ihre eigenen Projekte gegründet haben. Und so komplex viele Elemente des Albums sind: Die Lieder sind so schön, dass sie sich auch perfekt zum entspannten Anhören nebenbei eignen – selbst wenn man noch nicht mit den Windmill-Bands vertraut ist.

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