Fünf Meter tief

Güterzug-Waggons in München von Brücke gestürzt - ein Toter

Ein Mensch stirbt, als zwei Waggons entgleisen und von einer Brücke kippen. Die Bergung ist mittlerweile beendet, doch es gibt weitere Einschränkungen.

Zwei Waggons eines Güterzugs liegen auf der Straße, nachdem sie von einer Brücke gestürzt sind.

Zwei Waggons eines Güterzugs liegen auf der Straße, nachdem sie von einer Brücke gestürzt sind.

Von dpa

Beim Zusammenstoß zweier Güterzüge auf einer Brücke in München ist ein Mensch ums Leben gekommen, mehrere Waggons entgleisten und stürzten teils ab. Bei dem Toten handelt es sich nach Angaben der Polizei um einen 46-jährigen Rangierbegleiter, der bei der Kollision auf dem vorderen dafür vorgesehenen Trittbrett an einem der Züge stand.

Das Unglück ereignete sich den Angaben zufolge in der Nacht gegen 1.40 Uhr. Ersten Erkenntnissen zufolge rangierten die beiden Züge parallel zueinander auf unterschiedlichen Gleisen und in entgegengesetzte Richtungen. Auf der Eisenbahnbrücke werden die Gleise über eine Weichenverbindung zusammengeführt, teilte die Polizei mit. Dort soll der Zug eines 30-jährigen Lokführers auf das Gleis mit dem anderen Zug, gesteuert von einem 28-Jährigen, geleitet worden sein. Der Zug des 30-Jährigen, auf dessen vorderen Trittbrett der Rangierbegleiter mitfuhr, sei frontal in den anderen Zug geprallt. Der Mann wurde tödlich verletzt.

Zwei Waggons werden über das Brückengeländer geschoben

Laut Polizeiangaben bestanden beide Züge neben der Lok aus rund 25 Wagen und waren rund 700 Meter lang. Durch die Kollision seien mehrere Waggons beider Züge entgleist. Der Zug des 30-jährigen Lokführers wurde laut Polizei so weit aus dem Gleis gehoben, dass zwei der Waggons über das Brückengeländer hinunter auf die Fahrbahn geschoben wurden.

Die Polizei ermittelt, warum die beiden Züge zusammengestoßen sind.

Die Polizei ermittelt, warum die beiden Züge zusammengestoßen sind.

Mit dem einen Ende lagen die beiden Waggons daraufhin nebeneinander auf der Schleißheimer Straße, während sich das andere Ende noch auf der Brücke befand. "Dass zwei Züge miteinander kollidieren und von einer Brücke stürzen - unfassbar", sagte dazu ein Feuerwehrsprecher.

Umherfliegende Teile treffen Bus und Autos

Weitere Fahrzeuge wurden von umherfliegenden Teilen getroffen. So fuhr zum Zeitpunkt der Kollision der beiden Züge ein Linienbus auf der Schleißheimer Straße und wurde von einem herabfallenden Gegenstand getroffen, wie die Polizei mitteilte. Der Bus sei leicht beschädigt worden. Der Fahrer blieb unverletzt, Fahrgäste waren nicht an Bord. Zudem seien sieben am Straßenrand geparkte Autos von Teilen getroffen und ebenfalls leicht beschädigt worden.

Die Räumung der Unfallstelle begann am Samstagmorgen. Einer der beiden von einer Brücke gefallenen Waggons ist um die Mittagszeit von einem Schwerlastkran auf die Straße gestellt worden. Der zweite Waggon sollte auf die Brücke gehoben werden. Dafür müssten dort zunächst mehrere entgleiste Waggons weggeschafft werden, sagte eine Polizeisprecherin.

Die Waggons sind fünf Meter in die Tiefe gestürzt. 

Die Waggons sind fünf Meter in die Tiefe gestürzt. 

Die Arbeiten waren aufwendig, konnten aber inzwischen beendet werden. Die Güterzug-Waggons stehen wieder auf den Schienen, und auch die Lastenkräne sind laut Polizeiangaben weg. Die an den Unfall angrenzende Straße sei beschädigt worden und werde deshalb teilweise gesperrt. Laut Polizei wird der Verkehr dort auf einer Spur umgeleitet.

Ein Gutachter soll die Hintergründe des Zusammenstoßes ermitteln, wie es hieß. Die Schadenshöhe lässt sich noch nicht abschätzen. In den Waggons befand sich nach Angaben der Polizei keine Ladung. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestand demnach nicht.

 

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