Streckensperrung
Zweiter Abschnitt der DB-Sanierung: Wo Pendler in Niederbayern betroffen sind

Daniel Karmann/dpa
Seit Februar ist die Strecke zwischen Nürnberg und Regensburg wegen Sanierungen gesperrt. (Symbolbild)

Während die Sanierung der Bahnstrecke zwischen Nürnberg und Regensburg seit dem 6. Februar auf Hochtouren läuft und am 10. Juli enden soll, rückt der Baustart für den zweiten bayerischen Korridor näher. Die Sanierung der Strecke zwischen Obertraubling und Passau soll bereits am 14. Juni beginnen und bis zum 12. Dezember 2026 dauern. Das teilt die Deutsche Bahn in einer Pressemitteilung am Mittwochvormittag mit.
Vom 14. Juni bis zum 10. Juli überlappen somit beide Korridorsanierungen. Für die Fahrgäste soll es daher bis zum 12. Dezember zu umfangreichen Änderungen im Regional- und Fernverkehr kommen. Die Fahrplandaten sollen zeitnah auf der Website der Deutschen Bahn sowie in der App abrufbar sein.
Änderungen im Fern- und Güterverkehr
Im Fernverkehr fahren ab dem 14. Juni keine Züge zwischen Nürnberg beziehungsweise Regensburg und Passau von und nach Wien. Alternativ können Fahrgäste zwischen Deutschland und Österreich Züge mit Umstieg in München nutzen, heißt es von Seiten der DB. Zwischen München und Wien gibt es in etwa ein stündliches Angebot. Dazu setzt DB Fernverkehr zusätzliche Verbindungen über Simbach (Inn) sowie über Salzburg ein.
In Passau, Plattling und Straubing halten bis 12. Dezember keine Fernverkehrszüge, in Regensburg gilt das bis zum 10. Juli. Für Fernreisende aus Passau soll ein Ersatzbus mit drei Fahrten pro Tag und Richtung fahren – bis 10. Juli zwischen Passau und Nürnberg, ab 11. Juli zwischen Passau und Regensburg. Zur Mitfahrt sei ein gültiges Fernverkehrsticket sowie eine Sitzplatzreservierung nötig.
Für den grenzüberschreitenden Güterverkehr habe die DB für die Korridorsanierung der Strecke Obertraubling – Passau ein Konzept mit Wechsel zwischen eingleisiger Sperrung und Vollsperrung im Abschnitt Passau – Plattling erarbeitet. In diesem Konzept seien auch Baumaßnahmen im Gebiet der ÖBB Infra berücksichtigt.
Änderungen im Regionalverkehr
Für den Nahverkehr ergeben sich durch die Sperrung zwischen Obertraubling und Passau und die bis zum 10. Juli gleichzeitige Sperrung zwischen Nürnberg und Regensburg umfangreiche Änderungen. Darüber hinaus gibt es auch auf einzelnen Strecken jenseits des Korridors Fahrplanänderungen.
Phase A: 14. Juni bis 10. Juli: Zwischen Nürnberg und Regensburg verkehren die Buslinien RE22, RE50, RB51 und S3 unverändert wie bisher. Die Regionalzuglinien RB17 und RE18 nehmen zwischen Ingolstadt und Regensburg wieder den Betrieb auf. Rund um Plattling müssen alle Regionalzuglinien durch Busse ersetzt werden. Diese fahren zwischen Straubing, Plattling, Deggendorf, Landau und Passau. Zwischen Regensburg und Straubing fahren die Züge regulär. Auf den Linien RE1, RB13, RB40, RB45, RB48 und RB87 kommt es zu Änderungen im Fahrplan. Hinzu kommen Fahrplanänderungen auf den Linien RE5 und RB54. Im Abschnitt Grafing bis Rosenheim fahren Ersatzbusse.
Phase B: 10. Juli bis 20. September: Zwischen Regensburg und Plattling sowie zwischen Dingolfing (montags bis freitags) beziehungsweise Plattling (samstags und sonntags) und Passau fallen alle Regionalzüge aus. Ersatzbusse fahren zwischen Regensburg, Straubing, Plattling und Passau sowie zwischen Landshut, Dingolfing, Plattling und Passau. Außerdem wird die Gäubodenbahn (RB32) zwischen Geiselhöring, Straubing und Bogen durch Busse ersetzt. Die Einschränkungen auf den Linien RE1, RB13, RB40, RB45, RB48, RB87, RE5 und RB54 bleiben unverändert. Die RB33 München – Landshut entfällt - bis auf einzelne Züge zu den Hauptverkehrszeiten. Die Halte zwischen Landshut und Freising werden durch den Flughafenexpress bedient.
Phase C: 20. September bis 12. Dezember: Zwischen Regensburg und Plattling beziehungsweise Passau sowie zwischen Geiselhöring und Bogen fahren die Ersatzbusse unverändert zur Phase B. Der RE3 kann wieder stündlich bis Plattling fahren und wird nur noch zwischen Plattling und Passau durch Busse ersetzt. Die Einschränkungen auf den Linien RE1, RB13, RB40, RB45, RB48, RB87, RE5 und RB54 bleiben ebenfalls bestehen.
Neue Gleise, Weichen und sanierte Bahnhöfe
Bei der Korridorsanierung zwischen Obertraubling und Passau erneuert die DB InfraGO etwa 120 Kilometer Gleise, über 140 Weichen und circa 90 Kilometer Oberleitungen oder setzt sie umfassend instand. Für mehr Flexibilität bei Störungen oder Baustellen auf der Strecke sollen zusätzliche Weichenverbindungen entstehen. Außerdem will die DB die Leit- und Sicherungstechnik modernisieren.
Bei Osterhofen wird in der Nähe der Donau der Boden im Umfeld einer Moorstelle verfestigt. Zudem steht unter anderem der barrierefreie Ausbau im Fokus, dafür werden zum Beispiel mehrere Bahnsteige erhöht.
In Osterhofen und Radldorf entstehen ganzheitlich barrierefreie Stationen durch den Bau neuer Personenunterführungen, Aufzüge sowie Bahnsteige. Ab dem 17. April tourt ein Infomobil entlang der Strecke zwischen Obertraubling und Passau. Dort sollen sich Interessierte über die geplanten Baumaßnahmen und das Verkehrskonzept informieren können.












