Gefährliche Objekte
Granaten, Munition, Bombe: Niedrigwasser sorgt für gefährliche Donau-Funde

Michael Reichel/dpa
Die Polizei war vergangenes Wochenende gleich mehrmals wegen Funden von gefährlichen Objekten im Einsatz. (Symbolbild)

Das Ende des Zweiten Weltkrieges ist mittlerweile mehr als 80 Jahre vorbei. Trotzdem werden in Bayern noch fast täglich Bombenblindgänger, Munition, Granaten und andere Kampfmittel gefunden. Infolge des Niedrigwassers in der Donau wurden allein am vergangenen Wochenende in Ostbayern laut Angaben der Polizei mehrere gefährliche Objekte entdeckt.
Am Samstag fand demnach etwa ein Schatzsucher in Deggendorf einen Gefechtskopf einer Panzerfaust aus dem Zweiten Weltkrieg im Bereich des begehbaren Donaugrundes. Beamte der Wasserschutzpolizei verständigten daraufhin das Sprengstoffkommando. Diese beseitigten das Kampfmittel. Eine Gefahr bestand nicht, da laut Angaben der Polizei kein Zünder mehr vorhanden war.
Für weiteres Aufsehen sorgte am Sonntagabend im Deggendorfer Gemeindeteil Fischerdorf der Fund einer Bombe. Wie die Polizei berichtet, wurden die Beamten gegen 19.30 Uhr aufgrund eines verdächtigen Objektes zum Donaudamm gerufen. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst stellte später fest, dass es sich um eine rund 50 Kilogramm schwere deutsche Fliegerbombe handelt. Eine genauere Untersuchung ergab, dass sie keinen Zünder hatte. Gegen 23 Uhr gab es Entwarnung. Polizei und Feuerwehr entfernten die Bombe gefahrlos vom Fundort.
Ebenfalls am Sonntag, gegen 10.35 Uhr, informierte ein 41-jähriger Landkreisbewohner die Kelheimer Polizei über eine gefundene Granate am Donauufer in der Nähe der Ortschaft Stausacker. Laut Polizeibericht wurde der Fund noch vor Ort von den Beamten verifiziert. Es handelte sich um eine Gewehrgranate aus dem Zweiten Weltkrieg. Der Kampfmittelräumdienst entschärfte später den Gegenstand. Für die Öffentlichkeit ging zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr aus.
Nach wie vor viele Funde in Bayern
Die Funde sind in Bayern keine Seltenheit: Im vergangenen Jahr beseitigte der Kampfmittelräumdienst mehr als 100 Tonnen Bomben, Granaten und Munition, teilte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) mit. Das seien 13 Tonnen mehr als im Jahr 2024. Den Steuerzahler kostete die Beseitigung im vergangenen Jahr knapp 1,9 Millionen Euro.
„Vor allem in den Gegenden, die während des Krieges im Fokus von Bombardierungen standen, müssen wir auch weiterhin damit rechnen, Blindgänger zu finden“, sagte der Innenminister. Die Alliierten hatten im Krieg vor allem die Großstädte München, Nürnberg, Würzburg und Augsburg mit ihren Industrieanlagen und Verkehrsknotenpunkten ins Visier genommen.
Herrmann warnte die Bevölkerung, bei Zufallsfunden selbst tätig zu werden. Die Sprengkörper dürften keinesfalls angefasst werden, in jedem Fall müsse die Polizei verständigt werden. Eltern sollten ihre Kinder auf die Gefahren solcher Funde hinweisen.












