Brand-Unglück
Ermittlungen geben Einblicke in tragischen Tod von Vierjähriger in Bodenmais
Bei einem Brand eines Mehrfamilienhauses in Bodenmais (Kreis Regen) am Freitag ist ein vier Jahre altes Mädchen gestorben. Drei Tage später gab die Polizei nun weitere Details bekannt.
Wie die Polizei mitteilt, ergaben die Untersuchungen eines Gutachters keine Hinweise auf eine vorsätzliche Brandlegung. Die genaue Brandursache sei noch Gegenstand der Ermittlungen. Nach derzeitigem Ermittlungsstand soll das Feuer im Bereich der Terrasse ausgebrochen und dann auf den Wohnbereich übergegriffen sein. Das deckt sich auch mit den Berichten der Feuerwehr. Als die Einsatzkräfte eingetroffen seien, habe der Brand bereits über den Dachstuhl und die Fassade auf das ganze Mehrfamilienhaus übergegriffen. Der Brand konnte den Angaben zufolge erst nach Mitternacht gelöscht werden.
Die Mutter des vierjährigen Kindes soll den Brand zunächst gegen 22.30 Uhr entdeckt haben, teilte die Polizei am Montag mit. Sie habe sich in dem Haus aufgehalten und wollte ihre Tochter retten - doch der Brand habe es unmöglich gemacht, das Zimmer des Kindes zu betreten. Auch ein Nachbar sei bei dem Versuch gescheitert. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr konnten das Mädchen am Ende nur noch tot bergen.
Die anderen Bewohner des Hauses konnten sich aus dem Gebäude befreien, die Mutter wird nach Angaben der Polizei weiterhin ärztlich behandelt. Das Haus ist mittlerweile nicht mehr bewohnbar.
Kritik an Anschuldigungen in den sozialen Medien
Landrat Ronny Raith kritisierte Spekulationen und Anschuldigungen, die sich kurz nach dem Unglück auf den sozialen Medien verbreiteten. In einem Facebook-Beitrag schreibt er: „Die Ursache des Unglücks ist vollkommen unklar. Umso mehr entsetzt es mich, was an Kommentaren im Internet und socialmedia rund um das furchtbare Ereignis verbreitet wird.“
Niemandem stehe es zu, sich zum diesem Zeitpunkt ein Urteil über Schuld oder Versagen zu bilden. „Bleibt bitte anständig“, betont Raith am Montag auf Nachfrage. Auch für die Einsatzkräfte sei der Einsatz sehr belastend gewesen. Bei der Einsatznachbesprechung am Sonntag war das Kriseninterventionsteam vor Ort.
„Es war eine überaus betrübte Stimmung. Aber das gemeinsame Besprechen hat gut getan“, sagt Landrat Raith. Er hofft, dass man allen Beteiligten helfen kann und die Einsatzkräfte die Unterstützung annehmen.
Positiv bewertet Raith den Zusammenhalt nach dem Unglück. „Die Leute haben ihre Ärmel hochgekrempelt und gefragt, wo man helfen kann“, sagt er. Das Helfernetzwerk greife. Besonderer Dank gehe an die Gemeinde Bodenmais mit Zweiten Bürgermeister Jochen Koller und Dritten Bürgermeister Tobias Krenn. Diese hätte sich in den vergangenen Tagen vorbildlich um die Betroffenen gekümmert.

















