Auf der Suche nach Quartieren

Achtung beim Lüften! Fledermäuse könnten ins Haus kommen

In Bayern gibt es 25 verschiedene Fledermaus-Arten, viele davon gelten als bedroht. (Symbolbild)

In Bayern gibt es 25 verschiedene Fledermaus-Arten, viele davon gelten als bedroht. (Symbolbild)

Von dpa

Wer bei den tropischen Temperaturen zurzeit am Abend oder in der Nacht lüftet, könnte ungebetenen Besuch bekommen. Im Sommer beginnen junge Fledermäuse, ihre Umgebung zu erkunden und nach Quartieren zu suchen, wie Alexander Gnatz vom Naturschutzverband LBV in Hilpoltstein erläutert. Dabei könnten diese durch gekippte oder weit geöffnete Fenster irrtümlicherweise in Wohnungen oder Büros fliegen. Dann gilt erst einmal: „Ruhe bewahren“, sagt er.

Auch Klimaanlagen könnten junge Fledermäuse anziehen, erläutert der Experte. Der kalte Luftstrom aus dem Fenster könne auf diese wie ein Höhleneingang wirken. Je nach Art fliegen die unerfahrenen Fledermäuse ihm zufolge von Juli bis September aus. Im August kommt es jedoch am häufigsten vor, dass sich die Tiere dabei in ein Gebäude verirren.

Im Sommer beginnen junge Fledermäuse, ihre Umgebung zu erkunden und nach Quartieren zu suchen. (Symbolbild)

Im Sommer beginnen junge Fledermäuse, ihre Umgebung zu erkunden und nach Quartieren zu suchen. (Symbolbild)

„Meist handelt es sich um einzelne Tiere oder kleine Gruppen, in seltenen Fällen können jedoch auch größere Schwärme mit über 100 Fledermäusen einfliegen“, heißt es von der Stadt Würzburg. Diese bittet alle Bürgerinnen und Bürger, die Fenster geschlossen zu halten, wenn diese etwa über die Ferien längere Zeit abwesend sind. Gekippte Fenster könnten sonst zur Todesfalle für Fledermäuse werden, die nicht mehr alleine nach draußen finden. Auch Bürofenster sollten nach Feierabend deshalb nicht gekippt bleiben.

Wer tagsüber eine schlafende Fledermaus im Fensterrahmen oder hinter einem Vorhang entdeckt, sollte diese laut dem LBV am besten in Ruhe lassen. Sobald das Tier abends aufwacht, sollte man die Tür zu anderen Räumen schließen, das Licht löschen und die Fenster in dem Zimmer öffnen. In der Regel fliegt die Fledermaus dann von selbst nach draußen.

Wenn man nicht so lange warten kann, sollte man dem LBV zufolge die kopfüber an der Decke hängende Fledermaus mit Handschuhen oder einem Tuch vorsichtig abnehmen und in eine Kiste mit Küchenkrepp oder einem Stofftuch befördern. Diese sollte an einem kühlen Ort zwischengelagert werden, bis man das Tier abends nach draußen bringen kann.

Bei Fragen kann man in den Sommermonaten auch das Fledermaushilfetelefon in der Metropolregion Nürnberg anrufen, unter dem LBV-Fachleute erreichbar sind. Außerhalb der Region verweist der LBV auf das bundesweite Fledermaustelefon.

Für alle, die keinen überraschenden Fledermaus-Besuch im Haus haben wollen, hat Gnatz folgenden Tipp: „Vorbeugend kann man alle Fenster, die man nachts öffnen möchte, mit Fliegengittern ausstatten“, rät er. „Das hält Insekten wie auch Fledermäuse effektiv fern.“

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

Themen des Artikels folgen

Alle Artikel zu gefolgten Themen und Autoren finden Sie bei mein idowa

Finden, was Sie suchen: Sie können sich Artikel von idowa in der Google-Suche nun bevorzugt anzeigen lassen. Mehr Informationen zur kostenlosen Google-Funktion finden Sie auf unserer Infoseite.

Keine Kommentare


Neueste zuerst Älteste zuerst Beliebteste zuerst
alle Leser-Kommentare anzeigen
Leser-Kommentare ausblenden

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert.