Doppel-Weltmeister mit 18

Größter Gegner Wespe: Littler nimmt Darts-Welt auseinander

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Littler präsentiert zum zweiten Mal die WM-Trophäe.

Littler präsentiert zum zweiten Mal die WM-Trophäe.

Von dpa

Das Wort richtete Luke Littler von der größten Darts-Bühne der Welt an die Fans im Alexandra Palace. „Unglaublich. Vielen Dank noch mal“, sagte der englische Weltmeister nach seinem 7:1-Erfolg im WM-Finale gegen den Niederländer Gian van Veen. Weniger als eine Woche nach seinem Zwist mit dem Publikum im Achtelfinale gegen Rob Cross war für Littler alles wieder gut.

In jenem Spiel zum Jahresabschluss 2025 war er ausgebuht und ausgepfiffen worden. „Es stört mich nicht“, hatte Littler im Bühneninterview bei Sky Sports behauptet und mit rotem Kopf aufgelacht: „Ihr bezahlt für Tickets und ihr bezahlt mein Preisgeld. Danke, dass ihr mich ausbuht.“

Ab dem Viertelfinale beruhigte sich die Situation zwischen dem Pfeile-Primus und den Anhängern im Ally Pally aber wieder. Im Endspiel konnte ihn auch die Rückkehr der berühmten Wespe auf die Bühne nicht verunsichern. Diese war fast eine Minute rund um den Körper des jungen Engländers geschwirrt.

Ohne echte Gegner: Littler ist wieder Weltmeister.
Ohne echte Gegner: Littler ist wieder Weltmeister.
Ohne echte Gegner: Littler ist wieder Weltmeister.
Bester vom Rest: Van Veen hatte im Finale keine Chance.
Bester vom Rest: Van Veen hatte im Finale keine Chance.
Bester vom Rest: Van Veen hatte im Finale keine Chance.
Letzter Einsatz auf der WM-Bühne: John McDonald.
Letzter Einsatz auf der WM-Bühne: John McDonald.
Letzter Einsatz auf der WM-Bühne: John McDonald.
Littler versucht die Wespe abzuwehren.
Littler versucht die Wespe abzuwehren.
Littler versucht die Wespe abzuwehren.

Das Rekordpreisgeld von einer Million Pfund (rund 1,15 Millionen Euro) und die gut 20 Kilogramm schwere Sid-Waddell-Trophy gehen an Littler. Als erst vierter Profi überhaupt konnte der Jungstar seinen Titel bei der WM verteidigen - zuletzt war dies Routinier Gary Anderson aus Schottland vor zehn Jahren gelungen. Daneben schafften dies Rekord-Champion Taylor und sein englischer Landsmann Adrian Lewis.

„Nichts wird jemals einen ersten WM-Titel übertreffen - für jeden, in jeder Sportart, denn es ist das erste Mal, dass man es geschafft hat. Aber hier ging es darum, dies zu bestätigen“, sagte Littler, der ein Traumjahr erwischt und vor der WM auch das World Matchplay, den World Grand Prix und den Grand Slam of Darts gewonnen hat.

In Taylor und Michael van Gerwen richteten am Finaltag auch die Größten der Szene warme Worte an den neuen Dominator. „Riesige Glückwünsche an @LukeTheNuke180. Super gemacht, du hast brillant gespielt“, schrieb „The Power“ Taylor bei X. Van Gerwen ließ Littler öffentlichkeitswirksam wissen: „Respekt für das, was du schon erreicht hast. Und für deine bewundernswerte Ausstrahlung in jungen Jahren.“

Die Rangliste führt er mit einem Vorsprung von mehr als 1,5 Millionen Pfund auf seinen Dauerrivalen Luke Humphries an. Bis in den Oktober hinein müsste der 18-Jährige keinen einzigen Pfeil werfen - und könnte im Ranking von Humphries und den weiteren Rivalen trotzdem nicht verdrängt werden. Doch von Pause ist bei Littler keine Spur. „Ich möchte alles dominieren. Ich möchte alles gewinnen“, kündigte Littler an.

Für van Veen, der bis zum Finale ein herausragendes Turnier gespielt hatte, blieb zeitweise nur die Rolle als Statist. „Ich hätte Luke auch gerne ein echtes Duell geliefert, doch das habe ich heute nicht geschafft“, sagte der Europameister aus den Niederlanden. In der Darts-Szene gibt es derzeit die Weltspitze um Humphries, van Veen und van Gerwen - doch zwei Stufen über allen befindet sich Littler ganz alleine.

Nur vier Sätze hat der junge Engländer in seinen sieben WM-Spielen verloren. Seine beiden größten Gegner bei dem Turnier im Ally Pally warfen keine Pfeile: im Finale schwirrte eine Wespe auf der Bühne knapp eine Minute um Littler und dessen Körper herum. Vor dieser schien der 18-Jährige kurzzeitig mehr Respekt zu haben als vor van Veen oder dem gewaltigen Druck in einem Finale.

Noch im alten Jahr hatten ihm beim 4:2 im Achtelfinale gegen Ex-Weltmeister Rob Cross die Pfiffe und Buhrufe der Zuschauer zu schaffen gemacht. Erzürnt blaffte Littler die Fans mit hochrotem Kopf an, doch schon am Finalabend gab es die Versöhnung.

„Unglaublich. Vielen Dank noch mal“, sagte Littler. Sein 7:1 über van Veen war die letzte Partie in der West Hall des Alexandra Palace. Ab der nächsten WM wird in der größeren Great Hall gespielt. Dann sollen rund 5.000 statt wie bisher 3.000 Zuschauer pro Session Platz finden.

Nicht mehr dabei sein werden Zeremonienmeister John McDonald und Schiedsrichter George Noble, die sich nach knapp 20 Jahren beim Weltverband PDC gemeinsam mit dem Finale verabschiedeten. „Sie hatten eine fantastische Karriere“, merkte Littler an. McDonald holte über knapp zwei Dekaden die Profis auf die Bühne. Noble war einer der bekanntesten Schiedsrichter.

„In meinem ersten Jahr ist Russ Bray in den Ruhestand gegangen, und jetzt sind auch diese beiden Legenden nicht mehr da. Ich glaube, ich komme etwas zu spät zur Party“, merkte Littler an. Die PDC kündigte an, McDonald und Noble in die Hall of Fame des Darts-Sports aufzunehmen.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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