WM in Vancouver

Manzambi glänzt wieder: Schweiz entreißt Kanada Gruppensieg

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Überragte erneut: Manzambi erzielte ein Tor und bereitete eines vor.

Überragte erneut: Manzambi erzielte ein Tor und bereitete eines vor.

Von dpa

Als die Schweizer um Matchwinner Johan Manzambi dem Co-Gastgeber Kanada den Gruppensieg entrissen hatten, vergaß Gregor Kobel sogar seine Schmerzen. Freudig hüpfte der Torwart mit seinen Teamkollegen nach dem 2:1 (0:0) vor den mitgereisten Fans. Wenige Momente zuvor hatte der BVB-Torhüter eine letzte Torchance vereitelt und damit den Gruppensieg der Eidgenossen in Vancouver abgesichert.

„Wir haben viel Spaß gehabt - und ich habe ein Tor geschossen“, frohlockte der erneut glänzende Manzambi und kündigte an: „Ich werde meine Oma anrufen. Und dann lachen wir uns beide tot.“ Mit sieben Punkten hat die Schweiz die Pflicht in der WM-Gruppe B souverän erfüllt. Die Kanadier von Cheftrainer Jesse Marsch erreichten als Zweiter mit vier Punkten ebenfalls das Sechzehntelfinale.

Türoffner für die Schweiz: Vargas erzielt das 1:0.
Türoffner für die Schweiz: Vargas erzielt das 1:0.
Türoffner für die Schweiz: Vargas erzielt das 1:0.
Im Rollstuhl: Koné wird im Stadion begrüßt.
Im Rollstuhl: Koné wird im Stadion begrüßt.
Im Rollstuhl: Koné wird im Stadion begrüßt.
Larin versucht Kobel zu umkurven.
Larin versucht Kobel zu umkurven.
Larin versucht Kobel zu umkurven.

Der frühere Augsburger Ruben Vargas (46. Minute) sowie Manzambi (57.) mit seinem dritten Turniertor ließen die Schweizer vor 52.497 Zuschauern im Heimstadion von Ex-Weltmeister Thomas Müller jubeln. „Ich freue mich, dass es so gut läuft und ich der Mannschaft wieder helfen konnte“, sagte Vargas. Der unmittelbar davor eingewechselte Promise David (76.) schaffte für Kanada nur noch den Anschluss. Spekulationen, wonach beide Teams für das sichere Weiterkommen auf ein Remis spielen könnten, bewahrheiteten sich nicht.

Die Schweiz kann damit in Vancouver bleiben und wird am 2. Juli ihr Sechzehntelfinale gegen einen noch nicht feststehenden Gruppendritten austragen. Für Kanada geht es bereits an diesem Sonntag (21.00 Uhr/MEZ) in Inglewood bei Los Angeles weiter. Gegner wird dann der Zweite aus der Gruppe A sein. Mit der Niederlage ist klar, dass Kanada kein weiteres Spiel in der Heimat mehr haben wird, sondern nur noch in den USA.

„Die Fans hier waren großartig. Es war toll. Daher ist schon ein wenig Enttäuschung da, dass wir es nicht geschafft haben, hierzubleiben“, lobte Kanadas Trainer Jesse Marsch die Unterstützung in den drei Vorrunden-Heimspielen und versprach: „Wir werden mit den Umständen umgehen und versuchen, das Land weiter zu begeistern.“

Zehntausende Fans feierten angesichts des frühen Anpfiffs um 12.00 Uhr mittags schon in den Morgenstunden rund um das Stadion von Vancouver. Angesichts der blendenden Ausgangslage für beide Teams neckten sich die Fangruppen, die jeweils ganz in Rot gekleidet waren, mit humorvollen Sprüchen. „Timbits > Swiss Chocolate“, schrieben kanadische Fans auf ein Plakat - und zelebrierten damit ihr spezielles Gebäck.

Im Stadion wurde es schon weit vor dem Anpfiff emotional. Der schwer verletzte Ismael Koné wurde mit einem Rollstuhl in die WM-Arena geschoben und von den Fans mit lautem Jubel begrüßt. Der 24 Jahre alte Mittelfeldspieler hatte sich vor sechs Tagen beim deutlichen 6:0 gegen Katar verletzt und wird wegen eines Beinbruchs für die restliche WM nicht mehr zur Verfügung stehen.

Das Spiel begann schwungvoll - und mit Chancen auf beiden Seiten. Für die Schweizer hatte Breel Embolo die erste große Chance, doch der frühere Schalker und Gladbacher scheiterte am glänzend reagierenden Torhüter Maxime Crépeau (9.). Auch der Nachschuss von Manzambi wurde geblockt. Dieser wurde nach seinem Doppelpack als Joker gegen Bosnien-Herzegowina von Murat Yakin in die Startelf beordert.

Auf der Gegenseite stand Cyle Larin nach einem hervorragenden Steilpass plötzlich allein vor Schlussmann Gregor Kobel, doch der Schweizer spitzelte den Ball noch weg. Larin hatte zuvor allerdings im Abseits gestanden. In den ersten beiden Spielen war der Stürmer im Team von Trainer Marsch jeweils erfolgreich gewesen - einmal als Joker und einmal als Startelfspieler.

Die Teams schenkten sich nichts, obwohl genau darüber vorab spekuliert worden war. Als der Schweizer Kapitän Granit Xhaka einen Freistoß schnell ausführen wollte, tippte Larin den Ball weg - und bekam so Xhakas Schuh gegen das eigene Schienbein. Brasiliens Schiedsrichter Ramon Abatti bewahrte die Ruhe und zeigte beiden die Gelbe Karte.

Nach der Pause münzten die Schweizer ihre Überlegenheit dann auch in Tore um. Mit dem ersten Angriff bediente Manzambi am langen Pfosten Vargas, der sicher einschoss. Nur kurze Zeit später traf das 20 Jahre alte Supertalent vom SC Freiburg dann selbst. Die WM wird immer mehr zu Manzambis Turnier. Für das erste K.-o.-Spiel dürfte er wieder gesetzt sein.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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