Stichwahlen

Diese sieben Kommunen im Kreis Regensburg wählen am 22. März nochmal

Nach dem ersten Wahlgang stehen 32 von 39 Bürgermeistern fest. Denn für mehrere Amtsinhaber geht der Wahlkampf in die Verlängerung. Sie müssen in die Stichwahl. Grund zum Feiern hat die CSU. Sie erobert neun Rathäuser.

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39 Bürgermeister hatte der Landkreis zu wählen. Doch nicht überall war das Ergebnis eindeutig: Sieben Kommunen gehen in die Stichwahl. (Symbolfoto)

39 Bürgermeister hatte der Landkreis zu wählen. Doch nicht überall war das Ergebnis eindeutig: Sieben Kommunen gehen in die Stichwahl. (Symbolfoto)

Am Sonntag haben die Landkreisbürger insgesamt 39 Bürgermeister neu gewählt. Die Ergebnisse sind ausgezählt, aber nicht überall eindeutig. In sieben Kommunen wird es am 22. März eine Stichwahl geben. Wer noch im Rennen ist, wer seinen Posten sicher hat und wer besonders von den Kommunalwahlen profitiert hat - ein Überblick.

In Donaustauf gibt es am 22. März eine Stichwahl zwischen Herausforderer Wolfgang Vogel (GDS) und Amtsinhaber Jürgen Sommer (SPD). Das Stechen dürfte den Noch-Bürgermeister nicht sonderlich überraschen, 2020 war es nicht anders. Allerdings verlor Sommer mit seinem Ergebnis von 25 Prozent dieses mal deutlich an Stimmen. Am Sonntag gab er sich in einer ersten Reaktion gelassen. Falls es nichts mehr mit einer Wiederwahl werde, habe er wieder mehr Zeit für seine Familie, sagte er. Wie schauen Amtsinhaber und Herausforderer einige Tage später auf die Stichwahl?

Auch in Duggendorf kommt es in knapp zwei Wochen zur Stichwahl: Franz Gehr (CSU), der Amtsinhaber und Parteikollege Thomas Eichenseher ablösen will, verpasste die absolute Mehrheit mit 44,8 Prozent. Mit ihm geht Mark Wullinger (SPD) ins Rennen. Josef Mandl von den Freien Wählern landete mit 26,5 Prozent auf Platz drei.

Von über 60 auf 38 Prozent: CSU strauchelt in Hemau

In Hemau scheint sich der Wind zu drehen: Holte Amtsinhaber Herbert Tischhöfer für die CSU 2020 noch über 60 Prozent der Stimmen, sind es dieses Mal 38,4 - und nur 0,3 Prozentpunkte mehr als seine Kontrahentin Petra Lutz von der SPD. Am 22. März geht es für sie in die Stichwahl, genauso wie für Hans Schmid, amtierender Bürgermeister von Laaber. Im ersten Wahlgang holte er mit 43,1 Prozent der Stimmen zwar die relative, aber nicht die absolute Mehrheit. Vor sechs Jahren holte er - noch für die CSU - fast 54 Prozent der Stimmen. Am 22. März trifft das Gesicht der „Liste für Laaber“ dann erneut auf eine Ex-Parteikollegin: Daniela Hofmeister (CSU) holte mit 29,7 Prozent die zweitmeisten Stimmen.

In Aufhausen und Schierling gibt es jeweils eine Stichwahl zwischen den Amtsinhabern Toni Schmid und Christian Kiendl (beide CSU) und ihren Herausforderern Marcus Perschall (WUB) und Alfred Müller (Bürgerliste). Beide Amtsinhaber rissen die 50-Prozent-Hürde knapp.

Die Christsozialen hatten am Sonntag gleich mehrfach Grund zum Feiern. In insgesamt neun Rathäusern ist der neue Bürgermeister ein Kandidat der CSU. Darunter sind drei Newcomer aus den Reihen der Jungen Union. Ein deutliches Ergebnis attestierten die Wähler etwa Christian Hauner, dem bisherigen Bürgermeister von Lappersdorf: Der Kandidat der Freien Wähler verlor im Vergleich zu 2020 über 20 Prozentpunkte und landete auf Platz zwei. Neuer Rathauschef wird Franz Rumstadt (50,2 Prozent). Der 28-jährige Betriebswirt war bislang Ortsvorsitzender der Jungen-Union Lappersdorf.

Drei CSU-Newcomer siegen gegen Amtsinhaber

Ähnlich wählten die Bürger in Nittendorf: Dort löst CSU-Kandidat Johannes Bawidamann Noch-Bürgermeister Helmut Sammüller (Freie Wähler) mit 51,8 Prozent ab. Bereits 2020 trat er gegen Sammüller an. Zwischenzeitlich stieg der 31-Jährige bei der Jungen-Union zum Kreisvorsitzenden auf. Auch in Obertraubling sitzt mit Simon Wagner (51 Prozent) künftig ein CSU-Junior im Rathaus. Der 30-Jährige löst den Freien Wähler Rudolf Graß ab. Gleiches in Tegernheim: Dort holte Johann Weigert für die CSU mit 63,4 Prozent die Mehrheit.

Mit Blick auf dieses Ergebnis bilanziert CSU-Landratskandidat Patrick Grossmann einen guten und treffenden Wahlkampf. Die CSU habe Rathäuser behauptet oder zurückerobert, „wir stellen in vielen großen oder mittelgroßen Gemeinden den Bürgermeister“, sagte er am Montag im Gespräch mit unserer Redaktion.

In Barbing bleibt das Rathaus mit Dominik Schindlbeck (59,8 Prozent) unverändert in CSU-Führung. Eine deutliche Trendumkehr gibt es dagegen in Alteglofsheim: CSU-Kandidat Matthias Plattner holte 67,3 Prozent der Stimmen. 2020 hatten die Freien Wähler mit 68 Prozent für Bürgermeister Herbert Heidingsfelder noch die Mehrheit. Auch in der Vorwaldgemeinde Brennberg ist mit der neuen Bürgermeisterin Marion Macht (60,5 Prozent) die CSU im Rathaus vertreten, allerdings ohne absolute Mehrheit: Im Gemeinderat haben CSU und Freie Wählerschaft künftig gleich viele Sitze, nämlich sieben. Ähnlich ist es in Deuerling: Dort haben die Bürger Amtsinhaber Diethard Eichhammer (SPD/BL/Grüne) abgewählt. Mit 58,8 Prozent stimmte die Mehrheit für Thomas Wagner (CSU/VW) als Rathauschef. Auch in Pfakofen eroberte die CSU mit Oliver Senft (52,9 Prozent) das Rathaus zurück. Bislang leitete ein Freier die Geschicke in der Gemeinde.

Landrätin Tanja Schweiger bedauerte am Montag vor allem den Verlust in Nittendorf und Lappersdorf. „Wenn der Amtsinhaber abgewählt wird, ist das immer schmerzlich“, sagte sie auf Nachfrage unserer Redaktion. Aber die Freien hätten „viele Rathäuser souverän verteidigt“. Neben einer Reihe bewährter Amtsinhaber der Freien Wähler (siehe Artikel unten) bleibt auch in Pentling das Rathaus orange: Sebastian Hopfensberger holte für die Freien mit 51 Prozent mit Abstand die meisten Stimmen und löst Vorgängerin Barbara Wilhelm ab.

In Schweigers Heimatgemeinde Pettendorf muss Bernhard Weigl - er will die Nachfolge von Bürgermeister Eduard Obermeier (Freie Wähler) antreten - noch zittern. Er holte mit 42,2 Prozent zwar die meisten, aber nicht genügend Stimmen. Für ihn und Tobias Manz von der CSU geht es am 22. März in die Stichwahl.

In Brunn gab es am Ende „über 20“ Bürgervorschläge

In der 1.000-Seelen-Gemeinde Holzheim am Forst verteidigte Andreas Beer von der Bürgerliste seinen Rathaussitz knapp mit 53,1 Prozent. Nach 2020 hatte er mit Martin Maier von der CSU dieses Mal einen Gegenkandidaten. Bemerkenswert: Mit 83,2 Prozent hatte seine Gemeinde landkreisweit die höchste Wahlbeteiligung bei der Bürgermeisterwahl. In Brunn konnte Amtsinhaber Karl Söllner (SPD) zwar seinen Bürgermeistertitel verteidigen, musste aber im Vergleich zu 2020 einen Verlust von zehn Prozentpunkten hinnehmen. 19,6 Prozent der Stimmen entfielen auf „wählerbekannte Personen“. Laut der zuständigen Verwaltungsgemeinschaft Laaber schrieben 165 Brunner „über 20 Bürger“ als Gegenvorschlag auf ihre Stimmzettel. Ein ähnliches Abstimmungsbild gab es in Bach. Auch dort entfielen 17,4 Prozent der Stimmen auf Wählervorschläge.

Neu im Rathaus sitzen im südöstlichen Landkreis künftig Heinrich Mühlbauer (94,2 Prozent) in Riekofen und Bernhard Grundner (47,3 Prozent) in Sünching. Die beiden Neubürgermeister, die jeweils für lokale Listen antraten, machten es bereits vor der Wahl spannend. Lange fand sich in den beiden Gemeinden, in denen die amtierenden Bürgermeister aufhören wollten, kein Nachfolger.

Künftig zwei Grundners im Sünchinger Rathaus?

Spannend dürfte die neue Amtszeit besonders in der Verwaltungsgemeinschaft Sünching werden. Dort tauchen künftig wohl zwei Grundners in der Telefonliste auf: die Nummer des Bürgermeisters und seiner Schwägerin Daniela Grundner. Sie ist Verwaltungsangestellte in der Gemeinde - und seine Gegenkandidatin. Bei der Bürgermeisterwahl holte sie 47,3 Prozent aller gültigen Stimmen.

Hier haben die Bürgermeister ihr Amt verteidigt

Während die CSU vor allem mit Neukandidaten neun Rathäuser dazugewonnen hat, verbuchten die Freien Wähler (FW) bei den Amtsinhabern Erfolge. Altenthanns Bürgermeister Harald Herrmann (FW) verteidigte seinen Chefsessel mit 67,8 Prozent.

In Zeitlarn bleibt Andrea Dobsch Bürgermeisterin. Die FW-Frau holte 84,8 Prozent der Stimmen. In Thalmassing verteidigte Raffael Parzefall seinen Chefsessel und holte für die Freien 60,4 Prozent. Sein Parteikollege Harald Stadler bekam in Neutraubling 77,9 Prozent. Auch Johann Biederer fuhr in Pfatter mit 58,9 Prozent einen Sieg für die Freien ein. In Pielenhofen bleibt Rudolf Gruber von den Freien Wählern im Amt, auch in Regenstauf gibt es keinen Personalwechsel: Im Vergleich zu 2020 legte Josef Schindler (CSU) sogar um 9,7 Prozentpunkte zu.

Auch Matthias Beer, Bürgermeister von Beratzhausen, gewann 22 Prozentpunkte mehr Wählerstimmen, was wohl auf einen Gegenkandidaten weniger zurückzuführen ist. Ähnlich ist es in Bernhardswald: Musste sich Florian Obermeier (CSU) 2020 noch gegen zwei Gegenkandidaten durchsetzen, war er dieses Mal ohne Herausforderer und holte 90,8 Prozent aller Stimmen.

In Wenzenbach verlor Bürgermeister Sebastian Koch (SPD) mit 68,9 Prozent etwas an Stimmen. In Brunn bleibt mit Karl Söllner (80,4 Prozent), genauso wie in Mintraching mit Angelika Ritt-Frank (59,4 Prozent) die SPD die Bürgermeisterpartei.

In Hagelstadt bleibt Thomas Scheuerer (CSU/WGH) im Amt. Auch in Holzheim am Forst sichert sich Andreas Beer (BL) seinen Chefsessel im Rathaus. Mit 53,1 Prozent holte er eine knappe, aber eindeutige Mehrheit der Stimmen. In Mötzing bleibt Reinhard Knott unangefochten mit 88 Prozent im Amt.

Graf von Lerchenfeld holt für die CSU in Köfering 13,9 Prozent

In Köfering entschieden sich 86,1 Prozent der Wähler für den amtierenden Bürgermeister Armin Dirschl (Bürgerliste). Er verlor zwar im Vergleich zu 2020 knapp zwei Prozentpunkte, lag aber dennoch deutlich vor seinem Herausforderer Christopher von und zu Lerchenfeld. Er holte für die CSU 13,9 Prozent der Stimmen. In Wörth geht Bürgermeister Josef Schütz (CSU) mit 68,4 Prozent in eine weitere Amtszeit, in Wiesent bekam Bürgermeisterin und Alleinkandidatin Elisabeth Kerscher 92,9 Prozent der Stimmen.

In Bach holte Thomas Schmalzl (CBV) 82,6 Prozent. In Wolfsegg bleibt Roland Frank (Bürgerliste der Parteilosen) im Amt. In Kallmünz und Sinzing bleiben Martin Schmid (Freie Wähler) und Martin Brix (CSU) Bürgermeister. In den Gemeinden gab es bereits außerordentliche Wahlen.

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