Pressekonferenz

Messerangriff in Regensburger Bank: Verdächtiger war polizeibekannt

Am Tag nach dem tödlichen Messerangriff nennen die Ermittler weitere Details. Der getötete Filialleiter war demnach wohl ein Zufallsopfer- und der Verdächtige erst in der Nacht zuvor noch in Polizeigewahrsam.

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Der Tatverdächtige wird dem Haftrichter vorgeführt. 

Der Tatverdächtige wird dem Haftrichter vorgeführt. 

Von Matthias Lorenz, Redaktion idowa, und Michael Bothner

Nach dem tödlichen Messerangriff in einer Regensburger Bankfiliale hat die Polizei am Freitag weitere Details öffentlich gemacht. Das Motiv des mutmaßlichen Täters ist aber weiterhin unklar. Der 20-jährige Deutsche wurde am Freitag einem Ermittlungsrichter vorgeführt und befindet sich in Untersuchungshaft. 

Die Polizei bestätigte, dass der Mann bereits vor der Tat polizeibekannt war. Er sei mehrmals mit leichten Waffen aufgegriffen worden. Deshalb sei ein unbefristetes Waffenbesitzverbot erteilt worden. Das letzte Mal sei der Mann in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag aufgefallen - also in der Nacht vor der Tat. Der 20-Jährige habe sich selbst der Polizei stellen wollen, weil er eine Bierflasche geworfen hatte und am Fernsehturm mehrere Fahrzeuge beschädigt hätte. Da jedoch keine Haftgründe vorgelegen hätten, sei der Mann gegen 1 Uhr wieder auf freien Fuß gesetzt worden. 

Auf der Eingangstür der Bank wurde ein Verschlusssiegel angebracht.
Auf der Eingangstür der Bank wurde ein Verschlusssiegel angebracht.
Auf der Eingangstür der Bank wurde ein Verschlusssiegel angebracht.
Blumen vor der Bank als Zeichen der Anteilnahme für den verstorbenen Bankmitarbeiter
Blumen vor der Bank als Zeichen der Anteilnahme für den verstorbenen Bankmitarbeiter
Blumen vor der Bank als Zeichen der Anteilnahme für den verstorbenen Bankmitarbeiter
Ein großes Polizeiaufgebot am gestrigen Donnerstag
Ein großes Polizeiaufgebot am gestrigen Donnerstag
Ein großes Polizeiaufgebot am gestrigen Donnerstag
Auch Hunde waren beim Großaufgebot im Einsatz. 
Auch Hunde waren beim Großaufgebot im Einsatz. 
Auch Hunde waren beim Großaufgebot im Einsatz. 

Die Tat in einer Filiale der Hypovereinsbank im Rennweg hatte am Donnerstag gegen 14.50 Uhr einen Großeinsatz ausgelöst, das Gebiet war über Stunden abgesperrt. Um 14.54 Uhr trafen die ersten Polizisten am Tatort ein. In der Spitze waren rund 370 Einsatzkräfte vor Ort.

Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen ging der 20-Jährige wohl mit einem Zettel mit der Aufschrift „Bankraub“ auf den Filialleiter zu. Danach soll er ihn mit einem zwölf Zentimeter langen Küchenmesser angegriffen und mehrmals auf ihn eingestochen haben. Zwei Eltern mit Baby, die zu diesem Zeitpunkt als Kunden vor Ort waren, seien mit dem schwer verletzten Mann in einen anderen Raum geflohen und hätten dort Erste Hilfe geleistet. Gegen 15 Uhr habe der Mann von Polizisten über ein Fenster ins Freie gehoben werden können, wo er reanimiert werden musste. Später erlag der Filialleiter im Krankenhaus seinen Verletzungen. 

Die Polizei geht davon aus, dass der Mann ein Zufallsopfer war. Täter und Opfer hätten sich nicht gekannt. Alle anderen Mitarbeiter und Kunden blieben unverletzt. Das Ehepaar mit Kind, ein Kundenberater der Bank und zwei weitere Bankangestellte konnten später von der Polizei evakuiert und in Sicherheit geführt werden. Der Verdächtige sei nach der Tat in die hinteren Räume der Bank geflüchtet. Eine Geiselnahme, wie zunächst befürchtet, habe es nicht gegeben. 

Die Polizei sperrte den Bereich um die Bank weiträumig ab. Um 17.43 Uhr konnte der Tatverdächtige in der Toilette der Bank festgenommen werden. Er leistete laut Polizei keinen Widerstand. Der Mann sei unverletzt geblieben. Die Polizei geht von einem Einzeltäter aus. Die Tatwaffe sei in unmittelbarer Nähe gefunden worden. Der Täter habe wohl versucht, das Messer zu säubern. 

Der Beschuldigte wurde der Staatsanwaltschaft vorgeführt und befindet sich in einer JVA. Die Staatsanwaltschaft sieht Merkmale von Habgier und Heimtücke erfüllt und ermittelt wegen Mordes, in Tateinheit mit versuchter schwerer räuberischer Erpressung.

Die Polizei äußert sich auf einer Pressekonferenz zur Tat in einer Regensburger Bankfiliale.

Die Polizei äußert sich auf einer Pressekonferenz zur Tat in einer Regensburger Bankfiliale.

Der Täter macht laut Polizei einen relativ geordneten Eindruck. Im Großen und Ganzen sei eine vernünftige Kommunikation mit ihm möglich, aber bislang mache der 20-Jährige vom Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch. Es gebe keine Anzeichen auf eine psychische Erkrankung. Ein Gutachten hierzu stehe aber noch aus.

In der Nacht vor der Tat sei der 20-Jährige leicht alkoholisiert gewesen. Die Ergebnisse von Blut- und Haarproben vom Zeitpunkt der Tat stünden noch aus. 

Bei der Durchsuchung der Wohnung des Beschuldigten seien einige Schriftstücke gefunden worden, aber nichts Ausschlaggebendes. Zum Verhalten des 20-Jährigen am Vortag werden nun Ermittlungen angestellt. Dafür werden Videoaufzeichnungen gesammelt. Der Mann habe in den vergangenen zwei Jahren in Berlin gelebt und sei erst im Juni zurück nach Regensburg gekommen.

Lesen Sie hier unsere Berichterstattung vom Donnerstag im Liveticker: Tödliche Messerattacke in Regensburger Bank: Verdächtiger festgenommen

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