„Enormer Schaden“
Schierlinger Firma Labertaler wurde Opfer eines Hackerangriffs

Die Firma Labertaler aus Schierling ist einem Hackerangriff zum Opfer gefallen. Weil die Mitarbeiter gleich reagiert haben, konnte die weitere Verschlüsselung eingedämmt werden. In einer Pressemitteilung erzählt Geschäftsführerin Lilo Sillner, wie sie den Angriff bemerkt und welche Auswirkungen dieser nun habe.
Wie Labertaler den Hackerangriff bemerkt hat:
Geschäftsführerin Sillner: „Der Angriff ereignete sich in der Nacht auf den 28. August. Als unsere Mitarbeiter am nächsten Morgen die Rechner hochfuhren, war schnell klar, dass wir Opfer eines Hackerangriffs geworden waren. Auf den Bildschirmen erschien eine entsprechende Erpressermeldung. Wir haben diese Meldung jedoch nicht weiterverfolgt, sondern unmittelbar reagiert und den Internetanschluss stillgelegt. Sozusagen den Stecker gezogen. Dadurch konnten wir die weitere Verschlüsselung stoppen und den Angriff eindämmen. Besonders wichtig war für uns, dass keine Daten von Kunden, Mitarbeitern oder Lieferanten abgeflossen sind. Das wurde uns auch von dem ermittelnden Spezialteam der Polizei bestätigt, welches wir unmittelbar nach Bekanntwerden des Angriffs verständigt haben.“
Wie der Angriff abgelaufen ist:
Sillner: „Grundsätzlich ist es sehr schwierig, die Verantwortlichen hinter einem solchen Angriff ausfindig zu machen. Obwohl wir technisch gut aufgestellt sind und entsprechende Sicherheitsmaßnahmen getroffen haben, ist es dem Schadprogramm offenbar gelungen, sich über einen längeren Zeitraum unbemerkt in unserem System auszubreiten. Nach aktuellem Kenntnisstand war der Angreifer beziehungsweise die Schadsoftware rund neun Monate in unserem System aktiv, bevor es schließlich zur Verschlüsselung unserer Systeme kam. Das eingesetzte Schadprogramm ist den Experten bereits bekannt. Es ist leider keine Seltenheit, dass sich solche Schadsoftware über Monate unbemerkt in Unternehmen bewegt, bevor sie ihre eigentliche Wirkung entfaltet. Wir waren nach aktuellem Stand auch nicht das erste Unternehmen, das dadurch lahmgelegt wurde.“
Welche Auswirkungen der Angriff hatte:
Sillner: „Der Angriff hatte und hat für unser Unternehmen weitreichende Auswirkungen. Unsere Firma war zunächst mehrere Tage nahezu vollständig lahmgelegt. Wir konnten weder auf unsere E-Mails zugreifen noch war es möglich, reguläre Lieferungen abzuwickeln oder zu produzieren. Als vollautomatisiertes und hochmodernes Unternehmen sind wir in hohem Maße auf funktionierende IT-Systeme angewiesen. Wenn diese Systeme ausfallen, stehen viele Prozesse unmittelbar still. Seit dem Angriff arbeiten unsere Mitarbeiter, IT-Experten und starke Partnerunternehmen mit Hochdruck daran, die Systeme neu aufzusetzen und den Betrieb Schritt für Schritt wiederherzustellen. Bereits nach einer Woche konnten wir erste deutliche Fortschritte verzeichnen und wieder die ersten Lieferungen mit sortenreinen Paletten auf den Weg bringen. Bis wir wieder vollständig zur Normalität zurückkehren und den technischen Stand von vor dem Angriff erreicht haben, werden allerdings noch einige Wochen bzw. Monate vergehen. Gleichzeitig sind wir sehr dankbar und erleichtert über die Fortschritte, die wir bisher erzielen konnten. Trotzdem ist ein solcher Angriff für ein Unternehmen ein enormer Schaden - natürlich nicht nur organisatorisch und operativ, sondern auch finanziell. Wir hoffen natürlich, dass uns unsere Lieferanten und Kunden weiterhin so treu bleiben und hinter der Marke Labertaler stehen.“
Wie die Firma auf den Angriff reagieren will:
Sillner: „Einen hundertprozentigen Schutz vor einem solchen Angriff gibt es leider nicht. Dennoch werden wir die Erkenntnisse aus diesem Vorfall nutzen, um unsere Sicherheitsmaßnahmen noch weiter zu verbessern und unsere Systeme robuster aufzustellen. Man sollte sich bewusst sein, dass jederzeit ein Cyberangriff möglich ist. Umso wichtiger ist es, vorbereitet zu sein und im Ernstfall schnell und konsequent handeln zu können. Mein besonderer Dank gilt allen MitarbeiterInnen für die tolle Unterstützung. Insbesondere die IT-Abteilung setzt derzeit alles daran, den reibungslosen Betrieb schnellstmöglich wiederherzustellen.“











