Wildbiesler und Waffen

Arbeitsreiches Dult-Wochenende für die Landshuter Polizei

Massenschlägereien, Trunkenheitsfahrten und uneinsichtige Dultgäste: Die Landshuter Beamten hatten in den ersten Tagen der Frühjahrsdult viel Arbeit.

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Nicht nur auf dem Festgelände, auch in der Altstadt mussten die Einsatzkräfte eingreifen. (Symbolfoto) 

Nicht nur auf dem Festgelände, auch in der Altstadt mussten die Einsatzkräfte eingreifen. (Symbolfoto) 

Von Redaktion Landshut Stadt

Richtig viel Arbeit hatten die Landshuter Ordnungshüter zum Auftakt der Dult. Das teilt die Polizei in ihrem Pressebericht mit. Unterstützung hatten die Beamten der Inspektion von den Zentralen Einsatzdiensten Landshut sowie der Bayerischen Bereitschaftspolizei.

Laut Bericht kam es zu etlichen Ermahnungen im Umfeld der Dult bei so manchem Wildpinkler, die nicht einmal davor zurückschreckten, ihr Geschäft direkt neben der Dultwache zu verrichten. In den meisten Fällen zeichnete sich wohl der konsumierte Alkohol verantwortlich für das ungehemmte Wasserlassen. Insgesamt 30 Wildbiesler erhielten eine Anzeige.

Auch einige Maßkrüge verließen ungewollt das Dultgelände. Insgesamt fünf Maßkrugdiebe konnte die Polizei anhalten und den Diebstahl unterbinden. Die Maßkrugdiebe erhielten eine Anzeige wegen Diebstahls.

Viele Schlägereien und Körperverletzungen

Am Samstag kam es in der Wittstraße gegen 0.20 Uhr zu einer Körperverletzung. Eine 20-jährige Deutsche aus Langenpreising ging zusammen mit zwei Freunden, darunter ein 25-jähriger Deutscher aus Moosburg, an einem „Partybus“ vorbei. Als sie diesen positiv kommentierte, stiegen einige Personen aus und pöbelten die drei Freunde an. Im Wortgefecht schlug plötzlich ein 26-jähriger Deutscher aus Landshut, der zuvor ausgestiegen war, dem 25-Jährigen mit der flachen Hand ins Gesicht. Als ihn die 20-Jährige zur Rede stellen wollte, schubste er sie so, dass sie stürzte und sich verletzte. Als die Geschädigten erklärten, die Polizei zu verständigen, stiegen die Personen wieder ein und entfernten sich. Kurze Zeit später stellte eine Streife den Bus in der Innenstadt fest und hielt ihn an. Aufgrund der exakten Personenbeschreibung konnte der Schläger schnell ermittelt werden.

Von zwei unbekannten Tätern wurde am Samstag gegen 22.30 Uhr ein 20-jähriger Syrer aus Neufahrn angegriffen. Er gab an, dass er auf dem Parkplatz der Grieserwiese von einem Täter festgehalten wurde, während ihm der zweite Täter einen Schlag in den Bauch gegeben hat. Trotz einer sofort eingeleiteten Fahndung konnten die Täter laut Bericht nicht mehr angetroffen werden.

Am Sonntag kam es gegen 0.20 Uhr zu einem Streit zwischen einem 20-jährigen Deutschukrainer aus Landshut und einem 18-jährigen Bosnier auf dem Gelände der Dult. Grund für den Streit war eine Frau. Im Verlauf dieses Streits schlug der 20-Jährige auf den 18-Jährigen ein und trat ihm in den Bauch. Den Geschädigten sowie drei Zeugen drohte er anschließend, bevor er flüchtete.

Die umgehend verständigte Polizei konnte den 20-Jährigen laut Bericht kurz darauf auf dem Gelände stellen und festhalten. Dabei leistete der junge Mann erheblichen Widerstand und versuchte gezielt nach den Beamten zu treten. Außerdem beleidigte er die Beamten mit äußerst derben Beleidigungen.

Gegen 1.30 Uhr ging es weiter auf der Ringelstecherwiese, als drei Unbekannte eine andere Gruppe von drei Personen angriff. Dabei schlug einer der Angreifer einem 17-jährigen Deutschen aus Kumhausen unvermittelt ins Gesicht. Der 17-Jährige wurde dabei leicht verletzt. Noch vor Eintreffen der Polizei flüchteten die Täter.

Die Mitteilung über eine Massenschlägerei in der Altstadt erreichte die Polizei am Sonntag gegen 0.45 Uhr, weshalb mehrere Streifen zum Einsatzort fuhren. Vor Ort konnten noch vier Geschädigte, ein 22-Jähriger, ein 23-Jähriger, ein 20-Jähriger sowie ein 21-Jähriger, allesamt deutsche Staatsangehörige aus Cham, angetroffen werden. Dabei ergab sich laut Polizeibericht folgender Sachverhalt: Eine Gruppe von vier Personen pöbelten zwei unbekannte Frauen an. Dies erkannte der 23-Jährige und kam den Frauen zu Hilfe. Daraufhin griff die Gruppe den 23-Jährigen an, dem jetzt seine Freunde zu Hilfe kamen und sich eine Schlägerei entwickelte. Nachdem eine bis dahin noch unbekannte Person aus der Gruppe einen Maßkrug geworfen hatte, entfernten sich die Angreifer. Aufgrund der Personenbeschreibung konnte eine Streife die Gruppe im Rahmen der Fahndung feststellen und anhalten. Es handelte sich dabei um drei 28-Jährige und einen 27-Jährigen, alle polnische Staatsangehörige. Alle vier waren alkoholisiert. Gegen sie wurde ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung eingeleitet.

Betrunkener fällt auf dreijähriges Kind

Zu einer fahrlässigen Körperverletzung kam es am Sonntag, gegen 20.10 Uhr. Ein 70-jähriger Deutscher aus Altdorf stürzte aufgrund seiner Alkoholisierung und fiel auf ein dreijähriges Kind, das dadurch verletzt wurde. Auch der 70-Jährige wurde dabei am Kopf verletzt. Beide mussten in ein Landshuter Krankenhaus eingeliefert werden.

Cannabisgeruch stellte eine Streife am Freitag gegen 22.30 Uhr auf dem Festgelände fest. Ein 17-jähriger Rumäne aus Rottenburg gab den Konsum zu. Den Joint hatte er laut eigenen Angaben von einem Freund geschenkt bekommen, der ebenfalls konsumiert hatte.

Bei einem Wildpinkler, der deutlich nach Cannabis roch, fanden die Beamten circa 50 Gramm getrocknetes Marihuana, das er in einem Druckverschlussbeutel aufbewahrte. Seine Einlassung, die Menge sei ausschließlich für den Eigenkonsum, konnten die Beamten nur schwer glauben.

Die Kontrolle eines 19-jährigen Polen aus Altdorf sorgte für eine Anzeige nach dem Waffengesetz. Er führte am Samstag gegen 22.50 Uhr auf dem Dultgelände einen Teleskopschlagstock sowie ein Tierabwehrspray mit.

Zwei Anzeigen nahmen die Beamten nach der Gewerbeordnung und dem Ladenschlussgesetz auf. Bei zwei kontrollierten Verkaufsständen in der Verkaufsdult stellte sich heraus, dass sie keine Reisegewerbekarte vorweisen konnten. Zudem hatten sie ihren Stand nach den vorgegebenen Schließzeiten noch geöffnet.

Trunkenheitsfahrten verhindert

Auch mehrere Trunkenheitsfahrten konnte die Polizei laut Bericht am vergangenen Wochenende verhindern. Ein 59-jähriger Italiener wollte am Freitag gegen 18.15 Uhr deutlich und erheblich alkoholisiert mit seinem Fahrrad fahren. Da der Alkotest entsprechend positiv ausfiel, verhinderten die Beamten seine Fahrt.

Gegen 22 Uhr fiel den Beamten ein 19-jähriger Deutscher aus Kirchberg auf, der als Fahranfänger Alkohol konsumiert hatte. Seine Fahrt wurde ebenfalls verhindert.

Stark schwankend war dann gegen 24 Uhr ein 25-jähriger Deutscher aus Göttingen zu seinem Fahrrad auf der Ringelstecherwiese unterwegs. Als der Mann das Fahrradschloss öffnete und aufsteigen wollte, schritten die Beamten ein und verhinderten seine Fahrt. Sein Fahrrad versperrte er daraufhin wieder und begab sich zu Fuß nach Hause.

Schon gegen 22.45 Uhr musste ein 55-jähriger Deutscher aus Landshut sein Fahrrad wieder versperren, weil er alkoholisiert war.

Am Sonntag bemerkte eine Streife gegen 2.40 Uhr einen 18-jährigen Deutschen aus Landshut, der torkelnd in der Inneren Münchener Straße sein Fahrrad schob. Als er im Begriff war, aufzusteigen, verhinderten die Beamten eine Trunkenheitsfahrt und das damit einhergehende Strafverfahren.

Weniger Glück hatte am Samstag gegen 2.15 Uhr ein 20-jähriger Deutscher aus Landshut, als er mit seinem Fahrzeug in der Schwesterngasse kontrolliert wurde. Da er in Schlangenlinien unterwegs war und bei der Kontrolle deutlicher Alkoholgeruch aus dem Fahrzeug wahrnehmbar war, wurde ein Alkotest durchgeführt, der entsprechend positiv ausfiel.

Er musste sich einer Blutentnahme unterziehen. Ihn erwartet ein Strafverfahren wegen Trunkenheit im Verkehr.

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