Schwächelnde Branche
Gipfel-Premiere in Landshut: Damit bayerisches Glas eine Zukunft hat

Korbinian Huber
Hubert Aiwanger (Mitte) begutachtete mit Herbert Unnasch (l.), Geschäftsführer der Gründerwerkstatt Glas Zwiesel, und dem stellvertretenden Landrat des Kreises Regen, Andreas Eckl (FW), einige Ausstellungsstücke.

Weniger Umsatz, weniger Mitarbeiter: Der Trend hat bei den bayerischen Glasverarbeitern zuletzt deutlich nach unten gezeigt. Um der negativen Entwicklung entgegenzuwirken, haben Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW) und das Netzwerk Glas 2.0 am Montag nach Landshut zum ersten bayerischen Glasgipfel geladen.
Konkretes Ziel des Gipfels war es, große und kleine Firmen sowie die Wissenschaft miteinander zu vernetzen und gemeinsam die Stärkung des Glasstandorts Bayern voranzutreiben. Aiwanger zufolge ist die Glasherstellung für viele Regionen in Bayern „ein Kulturgut, das die heimische Identität prägt. Deshalb müssen wir bestmögliche Rahmenbedingungen schaffen, um der Branche unter die Arme zu greifen“.
1,4 Milliarden Euro Umsatz bedeuten deutliches Minus
Vor allem die hohen Energiepreise und die CO2-Bepreisung belasten demnach die energieintensive Branche und schaden der internationalen Wettbewerbsfähigkeit. Deshalb ist es laut Aiwanger umso wichtiger, dass Berlin und Brüssel zumindest die Preisbestandteile streichen, die sie selbst in der Hand haben. „Schluss mit CO2-Bepreisung und Stromsteuer.“
Auch zu viel Bürokratie, eine hohe Steuerbelastung und aggressive Wettbewerbsmethoden ausländischer Konkurrenten setzen den bayerischen Glasherstellern demnach zu. Das zeigt sich auch in den Zahlen der vergangenen Jahre. 2025 verringerte sich die Mitarbeiteranzahl der Glasindustrie in Bayern um sechs Prozent auf rund 7.500 Beschäftigte. Die Glasverarbeiter im Freistaat erwirtschafteten im vergangenen Jahr 1,4 Milliarden Euro - das bedeutet ein Umsatzminus von rund sechs Prozent. Deutschlandweit ging der Umsatz 2025 um 4,8 Prozent nach unten und lag bei 10,7 Milliarden Euro.
Trotz der Schwierigkeiten sieht Aiwanger aber auch positive Signale aus der Branche. „Glas ist heute ein fester Bestandteil vieler Hightech-Produkte und kommt beispielsweise in der Medizintechnik oder der Mikroelektronik zum Einsatz.“ Das sei eine große Chance für heimische Hersteller.
Unterstützen soll die Branche dabei das bayernweite Netzwerk Glas 2.0. Infolge einer Kabinettssitzung im Jahr 2023 wurden Maßnahmen zur Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der Gasbranche beschlossen und das Netzwerk aus dem im Jahr 2010 gegründeten Netzwerk Glas Arberland heraus ins Leben gerufen. Das Netzwerk Glas 2.0 mit Sitz in Zwiesel unterstützt die Branche mit Informationen und Netzwerkveranstaltungen.











