Eröffnungsabend
Große Oper, ruhige Stimmung: Schlossfestspiele auf Thurn und Taxis eröffnet
Das Wetter war perfekt und die Operndarbietung großartig: Am Freitagabend starteten die jährlichen Thurn- und Taxis Schlossfestspiele mit einer Aufführung des Mainfranken Theaters Würzburg. Die moderne Inszenierung von Guiseppe Verdis La Traviata begeisterte die Gäste am lauen Sommerabend im nicht ganz ausverkauften Innnenhof.
Heuer fiel vor allem auf, wer und was alles nicht da war: Vor den Toren von St. Emmeram versammelten sich anders als sonst keinerlei Demonstranten und drinnen dafür keine Promis. Sorgte die Schlossherrin noch im vergangenen Jahr für laute Proteste mit ihren geladenen Bekannten, so blieb es heuer zur Premiere komplett ruhig. Letztes Jahr sollte Alice Weidel mit zu den persönlichen Geladenen der Fürstin zählen. Vicky Leandros wollte nicht für sie singen, Stephanie Birnthaler kündigte an, den Tisch an dem Weidel sitzt nicht zu bewirten. Die AfD-Politikern blieb unsichtbar im Schloss und heuer kam nur der Schlägersänger Roberto Blanco. Gesichtet wurde noch Schauspielerin Desiree Nick sowie einige adelige Verawandte und Freunde der Fürstin. Die verließ die Aufführung bereits zur Pause.
Die Schlossfestspiele finden seit 2003 statt und locken jährlich bis zu 30.000 Gäste in den Innenhof. Die bewährte Mischung aus Oper, hochkarätigen Klassikstars und Popmusikern sorgt jeweils an zehn Abenden im Juli für ganz unterschiedliches Publikum. Oden Concerte veranstatet die Open-Air-Reihe, Fürstin Gloria von Thurn und Taxis ist Schirmherrin. Sie kommt traditionell zur Premiere und besucht meist viele weitere Aufführungen. Die Schlossherrin erschien gut gelaunt mit ihrer neuen, blonden Kurzhaarfrisur. Sie trug ein schlichtes, weißes Hemdblusenkleid mit auffälligen Applikationen und nahm wie immer in der Mitte der ersten Reihe Platz.
Gastronom Martin Kagerer übernahm heuer erstmals das Catering der Schlossfestspiele, nachdem Stephanie und Peter Birnthaler ihren Einsatz im Schloss aus persönlichen Gründen beendeten. Die erfolgreichen Hoteliers sorgten in den vergangenen 15 Jahren stets für einen bewährten und reibungslosen Ablauf auf höchstem Niveau.
Martin Kagerer eröffnete erst im vergangenen Jahr das Restaurant "Mokuli" in der Fritz-Fend-Straße. Heuer übernahm er "Mokuli m Schloss" und bewirtete mit Festspielmenus und Speisenbars, wo er auch Corrywurst für den schnellen Hunger anbot. Das Catering verlief am Premierenabend noch etwas holprig, die Fülle der Gäste war nicht ganz einfach zu bewirten. Vor den Getränkezelten bildeten sich lange Schlangen, viele erhielten bis zum Start oder in der Pause kein Getränk mehr.
Anders als in den Vorjahren leuchtete der Garten nicht mehr in sanftem Fliederton. Das Team um Martin Kagerer sorgte mit orangen Neonröhren an einem futuristischen Eisengestell stattdessen für eine warme rötliche Beleuchtung. Der Auftakt zu den Schlossfestspielen war überraschend unaufgeregt und ruhig und die Operngäste genossen ungestört die hochkarätige Darbietung.
















