Zehntel der Wassermenge

Niedrigwasser-Rekord an der Rott: Kleine Bäche und Flüsse betroffen

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An den allermeisten Gewässern herrscht aktuell Niedrigwasser vor - insbesondere an kleineren Bächen oder Flüssen, wie Stephan Paintner am Tiefenbach in Tiefenbach bei Landshut beispielhaft aufzeigt.

An den allermeisten Gewässern herrscht aktuell Niedrigwasser vor - insbesondere an kleineren Bächen oder Flüssen, wie Stephan Paintner am Tiefenbach in Tiefenbach bei Landshut beispielhaft aufzeigt.

Wahl-O-Mat
Von Redaktion Landau

„An den allermeisten Gewässern - insbesondere auch an kleineren Bächen oder Flüssen - beobachten wir Niedrigwasser“, sagt Dr. Stephan Paintner, Leiter der Fischereifachberatung des Bezirks Niederbayern, wie diese mitteilt. „Und an einigen Gewässern haben wir sogar die niedrigst gemessenen Abflüsse seit Beginn der Aufzeichnungen.“ So beispielsweise an der Rott, wo der Abfluss zum 6. Juli mit etwa 700 Litern pro Sekunde gemessen wurde.

Im Mittel liege er bei 8,7 Kubikmetern in der Sekunde. „Damit ist aktuell nur etwa ein Zehntel der üblichen Wassermenge vorhanden“, sagt Paintner. „Das und die hohen Wassertemperaturen sind eine problematische Kombination für die Fische.“ Besonders kritisch sei die Situation zum Beispiel aktuell am Kühötzbach in Eggenfelden, der in die Rott fließt. „Hier könnte in Kürze eine Fischbergung durch die Fischereiberechtigten erforderlich werden.“ Solche Notabfischungen mussten bereits in einzelnen niederbayerischen Gewässern stattfinden - und es könnte zu Weiteren kommen.

Sauerstoff für die Fische zum Überleben

Doch, was macht die Situation für die Fische so kritisch? Hohe Wassertemperaturen führten dazu, dass der Sauerstoffgehalt im Wasser abnimmt. „Fische atmen über die Kiemen und benötigen den Sauerstoff zum Überleben.“ Zudem gehe durch die Verringerung der Menge an verfügbarem Zufluss das Wasservolumen zurück und die Fische konzentrieren sich im Gewässer. „Eine schwierige Situation für die Tiere“, sagt Paintner. Ein weiteres Problem, bedingt durch Niedrigwasser: Das Wasser sei oftmals klarer und mehr Licht erreiche Wasserpflanzen. Beides könne deren Wachstum stark begünstigen. Zwar produzierten Wasserpflanzen tagsüber viel Sauerstoff. Doch nahezu die gleiche Menge benötigten sie nachts zum Atmen. Gerade am Ende der Nächte seien Sauerstoffgehalte in den Gewässern daher niedrig und Fischsterben könnten auftreten.

Niedrige Abflüsse, hohe Temperaturen

„Niedrigwasser selbst entsteht aus der Kombination von niedrigen Abflüssen und hohen Temperaturen, die zu starken Verdunstungen führen“, erklärt Paintner. Und das sei zunächst nichts Besonderes, doch: „Die Dauer der Niedrigwasser-Situationen und insbesondere der Umfang sind neu und stehen in Zusammenhang mit dem Klimawandel.“ Kurzzeitige Niederschläge oder Starkniederschlagsereignissen reichten nicht, um den Wasserspiegel nachhaltig anzuheben. „Damit sich die Wasserverhältnisse wieder verbessern, bräuchten wir Regen, aber kontinuierlich über mehrere Tage hinweg.“

Auch die Teichwirtschaft in Niederbayern leide unter den geringen Abflüssen und den hohen Wassertemperaturen. Letztere führten zu geringerem Sauerstoffgehalt, aber auch zu Stress, der den Ausbruch von Fischkrankheiten und Parasitenbefall begünstige.

Diese Maßnahmen können Teichwirte ergreifen

Teichwirte, in Niederbayern seien dies vor allem Forellenteichwirte, könnten Maßnahmen ergreifen: „Einfach und rasch umzusetzen: Fische weniger oder gar nicht füttern“, sagt Paintner. „Denn gefütterte Fische brauchen wiederum mehr Sauerstoff.“ Sofern die technischen Möglichkeiten vorhanden seien, könne zudem Sauerstoff in den Teich eingetragen werden - Luftsauerstoff oder technischer Sauerstoff. Eine mittel- beziehungsweise langfristige Maßnahme: „Das Wasser im Teilkreislauf führen und so das Niedrigwasser zeitweise kompensieren.“ So könne man mit wenig Wasser besser zurechtkommen. Die Fachberatung für Fischerei ist in der monatlichen Fischersprechstunde in Lindbergmühle oder unter 0871/97512-750 oder per Mail an fff@bezirk-niederbayern.de erreichbar.

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