Söder vor Ort
BMW und Bayernwerk nehmen Biomasse-Heizwerk in Dingolfing in Betrieb

Christina Kipferling
Bayernwerk-Vorstand Egon Westphal zusammen mit Bayerns Ministerpräsident Markus Söder.

Die Stadtwerke Dingolfing und Bayernwerk haben am Montagnachmittag ihr neues Biomasse-Heizwerk in unmittelbarer Nähe zum BMW-Werk Dingolfing in Betrieb genommen, das geht aus einer Mitteilung des Netzbetreibers mit Sitz in Regensburg hervor. Mit dem Heizwerk soll künftig rund die Hälfte des Heißwasserbedarfs am BMW-Standort aus regionaler Restholzverwertung sichergestellt werden.
Rund zwei Jahre nach der Grund-steinlegung feierten die Vertreter von Stadtwerken, Bayernwerk und BMW gemeinsam mit dem Bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU), dem Bayerischen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) und Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) die Einweihung.
Für die Versorgung des BMW-Standorts in Dingolfing mit 15 Megawatt nachhaltiger und regionaler Prozesswärme aus Alt- und Restholz sorgen künftig drei Heizkessel des neuen Biomasseheizwerks. Bayernwerk und die Stadtwerke Dingolfing investieren rund 45 Millionen Euro in das Projekt.
Jährliche Abnahme von 100.000 Megawattstunden
Die bereits zwischen 1998 und 2017 bestehende Partnerschaft zwischen dem Bayernwerk, den Stadtwerken Dingolfing und dem BMW-Werk Dingolfing werde damit auf eine neue und zukunftssichere Stufe gehoben, heißt es in der Mitteilung.
Den Startschuss für das gemeinsame Projekt gaben die drei Akteure vor etwa drei Jahren mit dem Abschluss eines Versorgungsvertrages. Vereinbart wurde darin eine jährliche Abnahmemenge von bis zu 100.000 Megawattstunden Wärmeenergie, die nun direkt in das werksseitige Wärmenetz eingespeist werden.
Bayernwerk-Vorstand Egon Westphal erklärte in diesem Zusammenhang: „Nachhaltige Energielösungen der Zukunft werden in hohem Maße dezentrale Lösungen sein. Dingolfing steht für dieses Prinzip: Konkreter Wärmebedarf, regional verfügbare Ressourcen und individuell entwickelte Energieinfrastruktur werden hier zu einer langfristig verlässlichen Lösung zusammengeführt.“

Ransberger/Motivmedia
Das Hauptgebäude des neuen Heizwerks in der Industriestraße mit anliegendem Restholzlager.
Rund 20.000 Tonnen Kohlendioxid - das ist die Menge an CO2, die gegenüber der bisherigen Wärmeversorgung künftig am BMW-Produktionsstandort in Dingolfing eingespart werden soll. Denn die Wärme wird laut Bayernwerk auf Grundlage nachwachsender Rohstoffe erzeugt: Etwa ein Viertel der Biomasse, die in der Anlage verfeuert werden, besteht aus unbehandeltem Restholz wie beispielsweise Verpackungsholz, das direkt aus dem Werk kommen und an der Anlage aufbereitet und zerkleinert wird.
Der restliche Brennstoff stammt aus der regionalen Forstwirtschaft im Umkreis von circa 60 Kilometern. Dieses Holz, in Form von Waldrestholz oder Gipfelholz kann nicht anderweitig verwendet werden und würde alternativ beispielsweise ins Ausland exportiert werden - ein Gewinn für den heimischen Wirtschaftskreislauf.
„Heimische, planbare Quellen machen unabhängiger bei der Energieversorgung“
In seiner Festrede vor Ort sagte Staatsminister Aiwanger in diesem Zusammenhang: “Heimische, planbare Quellen machen unabhängiger bei der Energieversorgung. Holzenergie ist also nicht nur Theorie, sondern längst eine sinnvolle, praxistaugliche Lösung für unsere Industrie.“
Ilka Horstmeier, Personalvorständin der BMW Gruppe, betonte: „Dieses Biomasseheizwerk zeigt, wie die Energietransformation gelingen kann: partnerschaftlich, verlässlich und mit langfristigem Ansatz.“













