58. Verhandlungstag
Ermittlerin im Block-Prozess schildert Gespräch mit Tochter
Im Block-Prozess hat die Verteidigung die Hauptermittlerin der Hamburger Polizei zu ihrem ersten Besuch bei der angeklagten Mutter nach der Entführung befragt. Am 3. Januar 2024 war die Polizei gemeinsam mit dem Jugendamt zum Wohnhaus der Unternehmerin Christina Block gefahren, um zu sehen, wie es dem zehnjährigen Jungen und dem 13-jährigen Mädchen geht. An dem Tag habe sie keine Hinweise gehabt, dass die Kinder nicht an diesem Ort sein wollen, sagte die Zeugin auf Nachfrage.
Die 44-Jährige fügte aber hinzu, dass die Tochter in einem späteren Gespräch am Rande einer Vernehmung einmal geäußert habe, warum sie damals nichts gesagt habe. „Ich dachte, Du glaubst mir sowieso nicht“, habe das Mädchen zu ihr gesagt, berichtete die Hauptermittlungsführerin. Das Mädchen habe angegeben, schon vorher andere Besucher um Hilfe gebeten zu haben, sie wolle „hier raus“. Aber niemand habe etwas getan.
Die Verteidigung erinnerte daraufhin daran, dass eine Mitarbeiterin des Jugendamtes als Zeugin nicht bestätigt habe, von dem Mädchen im Wohnhaus der Mutter um Hilfe gebeten worden zu sein. Auch ein Kinderpsychologe hatte das als Zeuge verneint. Die Kinder selbst möchten im Prozess nach Angaben ihrer Anwältin nicht aussagen.
Christina Block wird vorgeworfen, nach einem langen Sorgerechtsstreit einer israelischen Sicherheitsfirma den Auftrag zur Entführung ihrer beiden jüngsten Kinder vom Wohnort des Vaters in Dänemark erteilt zu haben. Die 53-Jährige bestreitet das. Die Kinder waren in der Silvesternacht 2023/24 in ein Auto gezerrt, erst nach Süddeutschland und dann nach Hamburg gebracht worden.










