Serien-Tipp
Sci-Fi-Serie „Severance“ stellt spannende Fragen über die Arbeitswelt
Darum geht’s: Eine perfekte Work-Life-Balance – davon träumen viele. Nach Feierabend einfach abschalten, den Job hinter sich lassen und das Privatleben genießen. Doch was, wenn man diesen Wunsch wörtlich umsetzt?
Genau das passiert in „Severance“. Bei der geheimnisvollen Firma Lumon Industries unterziehen sich Mitarbeiter einem chirurgischen Eingriff, durch den ihre Erinnerungen an die Arbeit vollständig von denen an ihr Privatleben getrennt werden. Das Ergebnis: Das Privat-Ich weiß nichts über den Arbeitsalltag und das Arbeits-Ich kennt nichts außer dem Büro.
Der ehemalige College-Professor Mark entscheidet sich nach dem Tod seiner Frau für dieses sogenannte „Severance-Programm“, um seiner Trauer zu entkommen. Doch schon bald kommen ihm Zweifel. Was macht sein Arbeits-Ich – sein sogenannter „Innie“ – eigentlich den ganzen Tag? Gemeinsam mit seinem Team arbeitet Mark in der Abteilung Macrodata Refinement (MDR) und sortiert mysteriöse Zahlen nach Emotionen. Niemand weiß, welchem Zweck diese Arbeit dient. Die endlosen, sterilen Flure von Lumon wirken wie ein Labyrinth voller Geheimnisse und je mehr Mark herausfindet, desto klarer wird: Hinter dem Unternehmen verbirgt sich weit mehr, als es zunächst scheint.
Das Besondere: „Severance“ verbindet Science-Fiction, Mystery und Psychothriller zu einer außergewöhnlichen Geschichte. Die Serie stellt spannende Fragen wie: Wie sehr bestimmt Arbeit unsere Identität? Und wer wären wir, wenn wir einen Teil unseres Lebens einfach ausblenden könnten? Die kühle Bildsprache, die beklemmende Atmosphäre und die überraschenden Wendungen sorgen dafür, dass man ständig am Miträtseln ist.
Fazit: Die unterschiedlichen Charaktere im Büro wirken glaubwürdig und machen die Dynamik zwischen den Figuren besonders spannend. Gleichzeitig bildet ihr tägliches Miteinander einen starken Kontrast zur unheimlichen Atmosphäre bei Lumon. Das Schauspiel ist durchweg beeindruckend, allen voran die Hauptdarsteller.
„Severance“ ist eine faszinierende Dystopie über Arbeit, Identität und Kontrolle, die lange im Kopf bleibt. Wer Serien wie „Black Mirror“ oder „Westworld“ mag, sollte sich „Severance“ auf keinen Fall entgehen lassen. Mit 27 Emmy-Nominierungen im Jahr 2025 gehört die Serie zu den erfolgreichsten Produktionen des Jahres. Eine dritte Staffel ist auf dem Weg, Fans müssen sich aber wohl noch bis 2027 gedulden. Vera Kilburg
„Severance“, zwei Staffeln, 19 Folgen à 50 Minuten, verfügbar auf Apple TV+, ab zwölf Jahren.




