Jugend
In der Stadt der Seefahrer
Wenn man an Paris denkt, denkt man an den Eiffelturm. Wenn man an London denkt, fallen einem sofort der Tower mit dem Big Ben und rote Busse ein. Mit Berlin assoziiert man das Brandenburger Tor und den Bundestag. Aber was verbindet man eigentlich mit Lissabon?
Genau das habe ich mich bei der Urlaubsplanung dieses Jahr auch gefragt. Ich war schon in Berlin, London, Paris, Rom und Barcelona. In Portugal, geschweige denn Lissabon, aber war ich noch nie. Ich wollte einen Städtetrip mit ein bisschen Badeurlaub machen, und nachdem ich mir ein paar Bilder von Lissabon im Internet angesehen habe, dachte ich mir: "Da musst du hin!"
Also ging's Ende Juli mit meiner Schwester und meiner Mama für fünf Tage an den Atlantik. Lissabon ist nicht die typische Touristenstadt wie London, Paris oder Rom. Es gibt weit weniger Touristen mit Digitalkameras, Sonnenhüten und riesigen, vollgestopften Taschen oder Rucksäcken, als man es von anderen Städten gewohnt ist.
So war die Schlange vor der Kasse an unserem ersten Ziel, der Burg "Castelo de São Jorge", auch relativ kurz. Sie steht auf dem höchsten Hügel Lissabons und wurde schon vor dem elften Jahrhundert erbaut. Von der Burg aus, die früher auch als Gefängnis gedient hat, hat man eine atemberaubende Aussicht über Lissabon und den Fluss Tejo, der ein paar Kilometer weiter direkt in den Atlantik mündet.
Auf dem Weg von der Burg nach unten kommt man direkt an der Basilika "Sé Patriarcal" vorbei, Lissabons ältester Kirche. Da Lissabon in der Vergangenheit des Öfteren von Erdbeben heimgesucht wurde, musste die Kathedrale schon oft repariert und umgestaltet werden - erst Anfang des 20. Jahrhunderts kam beispielsweise die große Fensterrose über dem Eingang hinzu.
Dann hatten wir aber erst mal genug von Kultur und es ging ab in die Innenstadt - shoppen! Natürlich findet man an der "Rua Augusta" Shops wie H&M oder Zara, aber auch Läden wie Stradivarius oder Bershka, die es in Deutschland nur als Online-Shops gibt. Kurz gesagt: Das reinste Paradies für jedes Mädchen - nicht jedoch für den Geldbeutel, der wird leider viel zu schnell leer. Direkt an der "Rua Augusta" befindet sich der "Elevador de Santa Justa", ein riesiger und wunderschöner Aufzug, der die Ober- und die Unterstadt verbindet.
Bei Städtereisen ist es für mich schon fast zu einer Tradition geworden, auch dem hiesigen Hard Rock Café einen Besuch abzustatten. In Lissabon befindet sich ein besonders hübsches Exemplar, das mit einem alten Oldtimer-Cabrio an der Decke (!) und unzähligen Gitarren und Bühnenoutfits berühmter Rockbands punkten kann, darunter U2, Kiss, Rage Against The Machine und The Clash. Und die alkoholfreien Cocktails erst... lecker!
Ein Wahrzeichen von Lissabon ist ohne Zweifel die "Ponte 25 de Abril", der man sofort ansieht, dass sie wie die "Golden Gate Bridge" und die "Oakland Bay Bridge" in San Francisco von der American Bridge Company erbaut wurde. Sie ist ganze 2278 Meter lang und führt über den Tejo von Lissabon nach Almada. Dort, am anderen Ende der Brücke, steht eine gewaltige, 28 Meter hohe Jesus-Statue, "Cristo Rei" genannt, die ihre Arme scheinbar über das gegenüberliegende Ufer von Lissabon ausbreitet. Von dort aus fuhren wir dann mit dem Bus an den Strand "Costa da Caparica", der direkt am Atlantik liegt. Leider war dieser mit seinen 18 Grad etwas zu kalt zum Baden, weshalb wir es uns lieber auf den Liegestühlen am Strand gemütlich machten.
Ein Pflichttermin in Lissabon sind natürlich "Torre de Belém" und "Padrão dos Descobrimentos", zwei wunderschöne Bauwerke an der Küste, gleich in Sichtweite der "Ponte 25 de Abril". Das "Torre de Belém" ist Festung und Prunkbau zugleich und war vor dem großen Erdbeben 1755 nur mit einem Boot zu erreichen. Heute kann man über einen Steg vom Ufer aus das Bauwerk besichtigen.
Nur ein paar Hundert Meter davon entfernt, steht das "Padrão dos Descobrimentos", das ein Segelschiff mit 33 wichtigen Personen in der Geschichte Portugals zeigt, an der Spitze Heinrich der Seefahrer. Das viel gerühmte Hieronymuskloster "Mosteiro dos Jéronimos", das auch gleich am Ufer liegt, fand ich persönlich nicht so toll. Gut, von außen ist das UNESCO-Weltkulturerbe sehr imposant. Der Innenraum, der unter anderem die Überreste des berühmten Indienfahrers Vasco da Gama beherbergt, ist für mich nicht sonderlich schön oder besonders. Ich habe wirklich schon hübschere Kirchen gesehen.
Mein Urlaub in Lissabon war wirklich toll. Wenn man das Shoppen wegrechnet, auch überraschend billig - die Kosten sind in Lissabon wirklich nicht hoch.
Wenn man an Münchner Preise gewöhnt ist oder schon mal in Paris oder London war, erscheint es sogar fast billig.











