Vierschanzentournee
„Einfach krank“: Prevc düpiert Skisprung-Rivalen an Neujahr
Skispringer Timi Zajc ist auch beim zweiten Wettbewerb der Vierschanzentournee disqualifiziert worden und erhält nun eine Rote Karte. Beim Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen wich der Anzug des Slowenen diesmal um vier Millimeter von der Norm ab, weshalb Zajc schon vor seinem ersten Sprung disqualifiziert wurde.
„Es kann passieren, aber wenn es das zweite Mal in Folge passiert, muss ich sagen: das darf nicht passieren. Das ist für den Athleten natürlich sehr frustrierend“, sagte der deutsche Skispringer Karl Geiger über den erneuten Verstoß seines Widersachers.
In Oberstdorf hatte sein Anzug drei Millimeter abgewichen, weshalb der Teamkollege von Dauersieger Domen Prevc nachträglich seinen geteilten zweiten Platz aberkannt bekam. Zajc wurde damit nicht nur für die ersten beiden Springen der Tournee disqualifiziert, sondern wird zusätzlich für die beiden anstehenden Wettbewerbe in Innsbruck (4. Januar) und Bischofshofen (6. Januar) disqualifiziert.
„Es ist das einzig Korrekte, dass man der Linie treu bleibt“, sagte Ex-Athlet Severin Freund als ZDF-Experte. „Wenn sich der Athlet dann nicht darauf einstellt und der Athlet nicht genug nacharbeitet, ist es die einzig logische Konsequenz, dass man von der Fis weiter bei der Linie bleibt.“
Nach dem Springen, das erneut eine anzugbedingte Disqualifikation für seinen Teamkollegen Timi Zajc hervorbrachte, rückt für Prevc auch der Vierfacherfolg näher. Das haben in der Historie nur Sven Hannawald, Kamil Stoch und Ryoyu Kobayashi geschafft.
Hoffmann (134 und 136 Meter) sowie Raimund (134 und 135 Meter) sprangen an der Großen Olympiaschanze so wie in den vergangenen Wochen: stark, aber nicht stark genug für einen Einzelsieg, auf den die Deutschen in Garmisch seit Hannawald im Jahr 2002 warten.
Umgerechnet liegt Prevc vor den Springen in Innsbruck (4. Januar) und Bischofshofen (6. Januar) über 25 Meter vor Hoffmann und knapp 30 Meter vor Raimund. Erster Verfolger ist nun der Tageszweite Hörl, der sich bislang als stärkster Österreicher präsentiert. Doch auch er liegt schon deutlich zurück.
Erneut einen gebrauchten Tag erwischten Deutschlands Routiniers Andreas Wellinger und Karl Geiger. Zwar erzielten sie zum ausgelassenen Jahresstart bei prächtigem Winterwetter bessere Resultate als beim Debakel in Oberstdorf - doch die Plätze 32 und 33 reichten für die einstigen Weltklasse-Athleten erneut nicht für Weltcup-Punkte.
„Das Fazit ist nicht gut, nicht schlecht. Von der Sprungqualität her habe ich gedacht, dass mehr rauskommt“, sagte Wellinger, der auf den Tag genau vor zwei Jahren nach Garmisch noch die Tournee-Gesamtwertung angeführt hatte und am Ende nur hinter dem Japaner Kobayashi landete.
„Aktuell haben wir zu viele, die vor dem zweiten Durchgang ausscheiden. Das ist die nüchterne Realität“, sagte Wellinger zur schwachen Teambilanz hinter Hoffmann und Raimund. Schon in Oberstdorf hatten nur zwei deutsche Athleten das Finale der besten 30 erreicht. Diesmal waren es immerhin drei.
Mit einer vierfachen Nullnummer aus der Tournee gehen wird der Slowene Zajc, der wie in Oberstdorf für einen nicht regelkonformen Anzug vom Springen ausgeschlossen wurde. „Es kann passieren, aber wenn es das zweite Mal in Folge passiert, muss ich sagen: das darf nicht passieren. Das ist für den Athleten natürlich sehr frustrierend“, sagte Geiger. Zajc ist damit für die beiden anstehenden Tournee-Wettbewerbe in Österreich gesperrt.
Rund zehn Monate nach dem Anzugskandal bei der WM in Trondheim gibt es - auch abseits der zahlreichen Disqualifikationen - wieder Anschuldigungen. Norwegische Medien hatten an der Legalität der Bindung von Österreichs Springer Manuel Fettner gezweifelt. Der Weltverband entkräftete die Vorwürfe: „Die Bindung ist seit etwa zehn Jahren in Nutzung und wurde genehmigt“, hieß es.
Geiger wirkte davon genervt und sagte: „Es ist ein schlechtes Zeichen, wenn man selbst betrogen hat und das dann anderen unterstellt. Das ist nicht unbedingt die beste menschliche Art. Das gehört sich einfach nicht.“ In Trondheim hatten die Norweger selbst für einen Skandal gesorgt, als sie unerlaubt ein steifes Band in den Anzug eingenäht hatten und bei dem Betrug durch ein anonym aufgenommenes Video erwischt wurden.













