Tarifkonflikt
ÖPNV-Warnstreik in Regensburg, Landshut und Passau

Peter Kneffel/dpa
Die Gewerkschaft Verdi hat Warnstreiks in vier weiteren bayerischen Städten angekündigt. (Archivbild)
Die Gewerkschaft Verdi will am Donnerstag und Freitag den Nahverkehr in mehreren bayerischen Städten lahmlegen. Die jeweils ganztägigen Ausstände treffen Augsburg am Donnerstag, Regensburg am Donnerstag und Freitag sowie Passau und Landshut am Freitag, wie Verdi mitteilt. In Bamberg wird bereits seit Dienstagmorgen und bis Mittwochnacht gestreikt. Und in den kommenden Wochen könnte es mit Arbeitsniederlegungen weitergehen.
Wie die Stadtwerke Regensburg mitteilen, fällt der Stadtbusverkehr konkret von Donnerstag, 3 Uhr, bis Samstag, 3 Uhr, nahezu komplett aus. Die Fahrgäste müssen demnach mit massiven Einschränkungen rechnen, da voraussichtlich nur ein sehr kleiner Teil der Fahrten bedient werden könne. Auch die Express- und Nachtbuslinien seien vom Streik betroffen. Die Regionalbuslinien des RVV seien hingegen nicht vom Warnstreik betroffen.
In Landshut ist nach Angaben des Münchner Verkehrs- und Tarifverbunds davon auszugehen, dass am Freitag keine Busse im Liniensystem der Stadtwerke Landshut fahren werden. Ob am Streiktag einzelne Fahrten stattfinden werden, können die Stadtwerke demnach erst nach Dienstbeginn der Schichten feststellen. Nicht betroffen sei die Linie 609 (Altstadt – Hauptbahnhof – Münchnerau – Gündlkoferau), da diese von einem Kooperationspartner der Stadtwerke bedient werde.
In Bamberg läuft ein Notfallfahrplan mit einem privaten Busunternehmen, wie ein Sprecher der Stadtwerke erklärt. Schwierig wird es am Nachmittag, wenn der Faschingsumzug durch die größte Stadt Oberfrankens zieht: Zwischen 13.00 und 16.00 Uhr ruht der Busverkehr wegen der damit verbundenen Straßensperrungen komplett. Am Mittwoch fahren die Ersatzbusse dann durchgängig zwischen 6.00 und 20.00 Uhr im Stundentakt.
Weitere Streiks zeichnen sich bereits ab
Und die jetzt angekündigten Ausstände werden wohl nicht die Einzigen bleiben: "Wir werden die Streiks ausweiten", sagt der stellvertretende Landesbezirksleiter von Verdi in Bayern. "Das war verhinderbar. Ein ernstzunehmendes Angebot heute hätte weitere Streiks abgewendet. Wenn es in den nächsten Wochen zu spürbaren Einschränkungen im ÖPNV kommt, dann geht das auf das Konto des KAV Bayern." KAV steht für den Kommunalen Arbeitgeberverband, der Verdi in den Tarifverhandlungen gegenübersitzt und die Forderungen der Gewerkschaft als "nicht erfüllbar" abgelehnt hat.
Verdi will für die rund 9.000 Beschäftigten in Bayern unter anderem rund 670 Euro mehr pro Monat sowie eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit. Vom KAV hieß es dazu zuletzt, dass derartige Steigerungen bei den Personalkosten in der aktuellen finanziellen Lage der Kommunen zu höheren Fahrpreisen und einer Reduzierung des Verkehrsangebots führen würden.
"Die Arbeitgeber verweisen weiter stur auf die klammen Kassen der Kommunen", kritisiert die Branchenkoordinatorin Busse und Bahnen von Verdi in Bayern, Katharina Wagner. "Das Versagen der Politik in puncto auskömmlicher Finanzierung des ÖPNV kann nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden. Die Arbeitgeber scheinen noch nicht zu begreifen, dass das Personal im ÖPNV am Limit ist."








