Manipulierte Süßigkeiten
Nadeln in Halloween-Schokoriegel: Kinder täuschten Vorfälle in Franken vor


Eine Mutter hat in Mittelfranken eine Nadel in einem Halloween-Schokoriegel ihres Kindes entdeckt und Anzeige erstattet. Später habe das Kind ihr gegenüber eingeräumt, die Nadel selbst hineingesteckt zu haben, teilte das Polizeipräsidium Mittelfranken mit. Die Mutter informierte daraufhin erneut die Polizei.
Der Fall reiht sich ein in einige vergleichbare Anzeigen, wonach Kinder beim Süßigkeiten-Sammeln an Halloween gefährliche Geschenke nach Hause gebracht zu haben scheinen. Süßigkeiten enthielten Nadeln, Schrauben oder Drähte. Wobei bereits bei einem Fall in Pocking (Landkreis Passau) ein Mädchen zugegeben hatte, die Süßigkeit selbst präpariert zu haben.
Wie Lisa Gibis vom Polizeipräsidium Niederbayern am Mittwoch auf Nachfrage sagte, sind der Polizei aktuell zwölf Fälle von präparierten Süßigkeiten in Niederbayern bekannt. Verletzt habe sich demnach niemand an den mit gefährlichen Gegenständen versetzten Süßigkeiten. Die Ermittlungen übernehmen jeweils die lokal zuständigen Polizeiinspektionen. Sie würden je nach Alter die beteiligten Kinder zur Sache befragen sowie die Eltern. Man ermittle in alle Richtungen, auch hinsichtlich Social-Media-Challenges oder Trends. Hinweise auf weitere Nachahmertaten oder vorgetäuschte Fälle liegen demnach aber nicht vor.
Wie berichtet hatte es unter anderem Fälle präparierter Süßigkeiten in Hengersberg (Landkreis Deggendorf), Parkstetten (Landkreis Straubing-Bogen), Landshut und Passau gegeben.
Kinder wegen Strafmündigkeit nicht belangt
Bei dem Fall in Mittelfranken hatte die Mutter die gesammelten Süßigkeiten ihres Kindes kontrolliert, nachdem sie in sozialen Medien zahlreiche Meldungen über manipulierte Naschereien gesehen hatte. Dabei stieß sie auf die Nadel. Einen genauen Ort des Falls nannte die Polizei nicht.
Das Kind ist nach Polizeiangaben wegen seines Alters strafunmündig. Die Beamten leiteten den Sachverhalt deshalb lediglich als Meldung an die Staatsanwaltschaft weiter. In zwei weiteren Fällen aus Nürnberg und Allersberg im Landkreis Roth dauern die Ermittlungen den Angaben zufolge an.
Auch im unterfränkischen Eibelstadt (Landkreis Würzburg) stellte sich ein Fall mit einer Stecknadel in einem Schokoriegel als Inszenierung heraus. Das strafunmündige Kind habe den am Montag angezeigten Fall vorgetäuscht und das auch eingeräumt, teilte die Polizei am Mittwoch mit. In den übrigen Fällen in Unterfranken werde weiter ermittelt.












