Gemeinsame Sache

Kelheimer Brauerei Schneider übernimmt ab 2027 Bischhofshof und Weltenburger

Schneider Weisse expandiert weiter: Zum 1. Januar 2027 wird das Kelheimer Unternehmen die unter Druck geratenen Brauereien Bischofshof und Weltenburger übernehmen. Für Bischofshof in Regensburg bedeutet das das Aus.

Das 'Weiße Brauhaus' in Kelheim ist die älteste noch existierende Weißbierbrauerei Bayerns. (Archivbild)

Das "Weiße Brauhaus" in Kelheim ist die älteste noch existierende Weißbierbrauerei Bayerns. (Archivbild)

Von Redaktion idowa

Die Kelheimer Brauerei Schneider Weisse wird die Markenrechte an „Bischofshof“ und „Weltenburger“ von der Brauerei Bischofshof erwerben und die älteste Klosterbrauerei der Welt in Weltenburg übernehmen. Das geht aus einer aktuellen Pressemitteilung hervor. Ferner wird Schneider dann die Logistik für Bischofshof übernehmen, bevor das Unternehmen mit seinem Brauereistandort in Regensburg Ende 2026 geschlossen wird.

Hintergrund ist demnach die „unverändert anhaltende Schwäche des deutschen Biermarktes“, wegen der die Kelheimer Brauerei und die von einer Stiftung des Bistums Regensburg getragene Brauerei Bischofshof zum 1. Januar 2027 „ihre Geschäftsaktivitäten neu ordnen“ wollen. Beide Brauereien kooperieren schon seit Längerem im Rahmen einer Lohnbrauvereinbarung miteinander. Unter anderem soll mit dieser Maßnahme „trotz des fortschreitenden Brauereisterbens in Deutschland ein Komplettverlust von Arbeitsplätzen verhindert“ werden. Die jahrhundertelange Brauerfahrung soll ferner „auch künftig vollständig in bayerischer Hand und unter bayerischem Management bleiben“.

Der Pressemitteilung zufolge wird Schneider Weisse deshalb am 1. Januar 2027 die Rechte an den Marken „Bischofshof“ und „Weltenburger“ von der Brauerei Bischofshof erwerben. Über den Kaufpreis haben die Vertragspartner Stillschweigen vereinbart. Nach derzeitigem Stand werden damit auch die älteste Klosterbrauerei der Welt, die 1050 gegründete und seit 1973 zu Bischofshof gehörende Klosterbrauerei Weltenburg, sowie das Logistikunternehmen von Bischofshof mit 21 Mitarbeitern an Schneider übergehen.

Der Betrieb der Klosterbrauerei Weltenburg, die seit 1973 zu Bischofshof gehört, soll ebenfalls an Schneider übergehen. (Archivbild)

Der Betrieb der Klosterbrauerei Weltenburg, die seit 1973 zu Bischofshof gehört, soll ebenfalls an Schneider übergehen. (Archivbild)

Brauereistandort Bischofshof in Regensburg wird geschlossen

Den Plänen zufolge soll die Produktion aller Marken „mittelfristig komplett am Stammsitz von Schneider Weisse in Kelheim und in der Klosterbrauerei Weltenburg stattfinden“, heißt es weiter. Dafür sollen in Kelheim in den nächsten Jahren Kapazitäten geschaffen werden. Die Brauerei Bischofshof mit ihrem Standort in Regensburg hingegen, an dem derzeit 56 Mitarbeiter beschäftigt sind, soll zum 31. Dezember 2026 geschlossen werden. Um „sozialverträgliche Lösungen für die dortigen Mitarbeiter“ zu finden, sollen Gespräche mit dem Betriebsrat geführt werden.

Georg VII. Schneider, der junge Geschäftsführer von Schneider Weisse, sagte zu dem Vorhaben, man wolle mit der Übernahme „ein Portfolio absoluter Traditionsmarken schaffen“ und drei große Brautraditionen verbinden. Dies sei „ein echtes Alleinstellungsmerkmal und mit den Synergien von Einkauf über Herstellung bis Vertrieb sind wir für die aktuellen Herausforderungen bestens aufgestellt.“

Georg VII. Schneider (30), der siebte Georg aus der Kelheimer Brauereidynastie, ist seit dem plötzlichen Tod von Direktor Christoph Kämpf Anfang 2025 auch Chef der Straubinger Karmeliten-Brauerei. „Schneider Weisse“ ist schon seit 1980 50-prozentiger Teilhaber, als Karmeliten an der Straubinger Senefelderstraße neu baute. Ende 2025 machten in Straubing Gerüchte die Runde, dass die Karmeliten-Brauerei verkauft werden soll – welche Georg VII. Schneider aber dementierte.

Bischofshof-Geschäftsführer: „Zerschlagung verhindert“

Hintergrund der Entscheidung sind der Pressemitteilung zufolge „die seit Jahren drastisch zurückgehenden Absätze deutscher Brauereien im In- und Ausland“: Allein in den letzten zehn Jahren habe die Branche laut Statistischem Bundesamt knapp 14 Millionen Hektoliter und damit knapp 14 Prozent ihres Absatzes verloren. In den letzten 15 Monaten lagen die Absätze zudem immer unter denen des Vorjahres.

„Auf uns allein gestellt war ein wirtschaftlicher Weiterbetrieb der Marken deshalb nicht mehr möglich“, erklärt Till Hedrich, der Noch-Geschäftsführer von Bischofshof und Weltenburger. „Die drohende komplette Geschäftsaufgabe oder die Zerschlagung durch einen Investor ganz ohne Bezug zur Region und ihrer Geschichte“ könne man nun durch eine „bayerische Lösung“ mit Schneider Weisse verhindern. Die Mitarbeiter am Standort Regensburg sollen derweil „wo möglich an passende Unternehmen aus dem Netzwerk und dem weiteren Umfeld der Brauerei“ vermittelt werden.

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