Münchner Panther
„Handball dahoam“: Münchens Angriff auf die Bundesliga

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Der Königstransfer: Bundesliga-Routinier Lucas Krzikalla läuft künftig für die Panther auf. (Archivbild)
Ausgerechnet München. In der Sportmetropole, in der Fußballer, Basketballer und Eishockey-Profis reihenweise Titel sammeln, fehlt ein Handball-Bundesligist. Wenn die Füchse Berlin und der SC Magdeburg am Samstag um den Supercup spielen, ist die Millionenstadt erneut nur Gastgeber statt Hauptdarsteller. Noch.
Denn 2007er-Weltmeister Dominik Klein hat mit Steffen Weinhold (Olympia-Bronze 2016) eines der ambitioniertesten Sportprojekte Deutschlands gestartet und die Münchner Panther gegründet. Das Ziel: In rund zehn Jahren soll der Club Bundesliga spielen. Die Mission startet im September in der Regionalliga Bayern - drei Aufstiege trennen die Münchner vom großen Ziel.
„Ich bin fest davon überzeugt, dass sich Handball in München neben den etablierten Sportarten seinen Platz erarbeiten kann. Da stehen die Bäckerin, der Malermeister und der Großunternehmer gemeinsam in der Halle. Diese Nahbarkeit zeichnet den Handball aus - und genau das wollen wir in München vorleben“, sagte Klein der Deutschen Presse-Agentur über seine Vision.

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Startet mit den Münchner Panthern die Mission Bundesliga. Weltmeister Dominik Klein. (Archivbild)
Die Idee geht dabei weit über die Gründung einer neuen Männermannschaft hinaus. Hinter den Münchner Panthern, einer Fusion aus der Handballgemeinschaft München und dem TuS Fürstenfeldbruck, steckt ein langfristiges Konzept, das Nachwuchsförderung, Vereinskooperationen und den Aufbau professioneller Strukturen miteinander verbinden soll. Dass zu den Gründungspartnern namhafte Sponsoren wie Adidas, DKB oder EGYM gehören, unterstreicht den professionellen Anspruch des Projekts.
„Unsere Talente brauchen eine Perspektive dahoam. Bayerische Nachwuchsspieler sollen nicht mehr nach Berlin, Leipzig oder Mannheim gehen müssen, sondern wissen, dass Spitzenhandball auch vor der eigenen Haustür möglich ist. Handball dahoam weckt enorme Emotionen“, sagte Klein. Vielleicht hätte der heutige Nationalspieler Nils Lichtlein seine Heimatstadt Regensburg nicht als Teenager in Richtung Berlin verlassen, wenn es schon damals diese Perspektive gegeben hätte.
Klein ist überzeugt, dass München das Potenzial hat, ein Handballstandort von nationaler Bedeutung zu werden. Auch dank der neuen Sportstätten und des Olympia-Zuspruchs der Stadt. Viele Experten wie Stefan Kretzschmar hätten auch ein verstärktes Handball-Engagement des FC Bayern begrüßt. Doch der Vorzeige-Club entschied sich gegen den Sport mit der Harzkugel.
„Wir haben eine Entscheidung treffen müssen. Wir können von der Manpower her und der Identifikation für einen Verein maximal eine zweite Marke aufbauen“, hatte Ehrenpräsident Uli Hoeneß im Vorjahr erklärt.
Also gründete Klein einen eigenen Verein. Das Projekt vergleicht der frühere Nationalspieler gerne mit einer Bergtour. Das Gipfelziel ist die Bundesliga. Das Basecamp ist der Handballcampus München, den Klein vor fünf Jahren mit einem Partner gründete und der inzwischen 1.000 Kinder pro Woche in Kindergärten und Schulen bewegt.
„Damit diese Kinder eine Perspektive in unmittelbarer Zukunft haben, planen wir ab kommender Saison auch den Einstieg im Nachwuchsleistungssport und bei den Frauen“, kündigte der ARD-Experte an. Erfolg definiert Klein nicht nur über Aufstiege. „Wenn die Menschen in einem Jahr ganz selbstverständlich sagen: 'Am Wochenende ist Handball in München - da gehen wir hin', dann ist das für mich ein Riesenerfolg.“
Fast im Wochentakt verkündeten die Münchner neue Verstärkungen. Kreisläufer Valentin Clarius kam vom Zweitligisten TuSEM Essen, Torwart Leopold Huber von der U23 des SC DHfK Leipzig. „Leopold 'Poldi' Huber trägt die Nummer 1, und die hat er sich verdient“, teilten die Panther stolz mit. Am Ende gehe es darum, einen Verein hier in München an die Spitze zu bringen, erklärte Rückraumspieler Luca Hasekamp in der ARD.
Das Aushängeschild der Mannschaft ist Lucas Krzikalla: Nach 14 Jahren endete im Sommer seine Zeit beim Bundesliga-Absteiger SC DHfK Leipzig. „Ich bin wahrscheinlich der Bekannteste im Team. Die Erwartungshaltung an mich wird hoch sein. Der Druck natürlich auch“, sagte der 32-Jährige im dpa-Gespräch und befand: „Die Mannschaft ist gut genug, um sofort in die 3. Liga aufzusteigen.“ München sei ein Fleck, der auf der Handball-Karte fehle.








