Weltkonzern geformt

Logistikmilliardär Klaus-Michael Kühne gestorben

Aus der mittelständischen Transportfirma Kühne+Nagel hat er einen Weltkonzern geformt. Seine Heimat Hamburg hat stark profitiert. Nun ist der Unternehmer und Mäzen Klaus-Michael Kühne gestorben.

Prägte die Logistikbranche: Klaus-Michael Kühne.

Prägte die Logistikbranche: Klaus-Michael Kühne.

Von dpa

Der Unternehmer und Mäzen Klaus-Michael Kühne ist tot. Er starb in der Nacht zum Montag im Alter von 89 Jahren in der Schweiz, wie das Unternehmen Kühne+Nagel mitteilte. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet.

Der in Hamburg geborene Kühne leitete über Jahrzehnte den Transport- und Logistikkonzern Kühne+Nagel, den er von seinem Vater übernommen hatte. Er baute das mittelständische Familienunternehmen zu einem Weltkonzern mit mehr als 1.300 Niederlassungen in knapp 100 Ländern, darunter auch in Niederbayern, und rund 88.000 Mitarbeitern aus.

Vor fast 70 Jahren in Familienunternehmen eingetreten

„Mit dem Tod von Klaus-Michael ist ein Visionär, ein großer Unternehmer und eine eindrucksvolle Persönlichkeit von uns gegangen. Unsere Gedanken sind bei seiner Witwe Christine Kühne“, sagte Jörg Wolle, Präsident des Verwaltungsrats der Kühne+Nagel International AG, laut Mitteilung.

Klaus-Michael Kühne trat nach Unternehmensangaben 1958 in das Familienunternehmen Kühne+Nagel ein und wurde 1966 Vorstandsvorsitzender der Kühne+Nagel Speditions-Aktiengesellschaft. Ab 1975 fungierte er als Chief Executive Officer der Kühne+Nagel International AG und von 1992 bis 2011 als dessen Verwaltungsratspräsident. Seit 2011 bekleidete er das Amt des Ehrenpräsidenten des Verwaltungsrats.

Viel Engagement für Heimatstadt

Dazu engagierte sich Kühne mit rund einer Milliarde Euro bei Hapag-Lloyd und trug maßgeblich dazu bei, dass die Traditionsreederei in Hamburg bleiben konnte. Zuletzt profitierte er dabei von gigantischen Dividenden infolge der massiv gestiegenen Frachtraten während der Corona-Pandemie. Zudem war Kühne Großaktionär bei der Lufthansa.

Der kinderlos gebliebene Kühne unterstützt über Stiftungen das Kulturleben in Hamburg, hat Millionen für die Elbphilharmonie gegeben und eine Logistik-Hochschule in der Hansestadt gegründet. Viel öffentliche Aufmerksamkeit fand auch sein Engagement beim Fußball-Bundesligisten HSV. In seinen späten Jahren ließ Kühne das Luxus-Hotel „The Fontenay“ in Hamburg bauen.

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