Umstrukturierung
Mehrheitsaktionär zieht sich zurück: Knaus Tabbert stellt neuen Chef vor
Der Zeitpunkt der Meldung überrascht: Am Donnerstag lud der Wohnmobil- und Wohnwagenhersteller Knaus Tabbert zu seiner Jahrespressekonferenz und stellte dort seine Produktpalette für 2027 vor – nur um einen Tag später per Pressemitteilung über Änderungen in der Führungsriege zu informieren.
Wenig überraschend: Mehrheitsaktionär Wim de Pundert wird seinen Posten als Vorstandschef diesen Sommer räumen. Der Niederländer übernahm diese Aufgabe inmitten einer schweren Unternehmenskrise Ende 2024. Wie aus der Pressemitteilung hervorgeht, endet de Punderts Aufgabe mit der Hauptversammlung am 10. Juli – anschließend sei eine Rückkehr in den Aufsichtsrat vorgesehen.
Als sein Nachfolger werde Thomas Nickel übernehmen. Nickel ist seit März als Transformationsmanager im Unternehmen und soll Knaus Tabbert nun als Vorstandschef zurück zu altem Glanz führen. In der Vorstandschaft wird er dabei ab 1. August die Unterstützung von Matjaz Grm erhalten. Grm ist bereits seit Januar 2025 als Berater im Bereich Vertrieb tätig, bei der Jahrespressekonferenz am Donnerstag war er es, der kurz auf die aktuelle Lage des Unternehmens einging – und de Pundert entschuldigte. Radim Sevcik bleibe zudem weiterhin als Finanzchef Teil des Vorstands.
Das Trio steht bei Knaus Tabbert für eine neue Riege an Führungskräften, die die Firma zurück in ruhigere Bahnen lenken sollen. Mehrere hochrangige Mitarbeiter hatten das Unternehmen in den vergangenen zwei Jahren verlassen – zwei von ihnen entließ Knaus Tabbert aufgrund von strafrechtlichen Vorwürfen. Weitere Unruhe brachten Ermittlungen zu fehlerhaften Gewichtsangaben bei Campingfahrzeugen, die Ende 2025 mit einer Geldbuße über rund 6,4 Millionen Euro endeten.
Dr. Esther Hackl, Vorsitzende des Aufsichtsrats, zeigt sich in der Pressemitteilung optimistisch, dass diese schweren Zeiten nun hinter dem Unternehmen liegen: „Mit der Neuaufstellung des Management-Teams setzen wir zuversichtlich ein klares Zeichen für Stabilität, Kontinuität und die konsequente Weiterentwicklung von Knaus Tabbert“, erklärt sie. „Mit Thomas Nickel, Matjaž Grm und Radim Sevcik verfügen wir über ein erfahrenes Führungsteam, das die nächsten Schritte der Transformation gestalten wird.“
Nach einem Rekordjahr mit rund 1,44 Milliarden Euro Umsatz 2023 folgte bei dem Unternehmen ein großer Absturz. Für das Jahr 2026 erwartet der Konzern nun einen Umsatz von rund 950 Millionen Euro.
















