Übernahme-Ringen

Unicredit: Fast 40 Prozent an Commerzbank sicher

Wird die Commerzbank von der Unicredit geschluckt? (Archivbild)

Wird die Commerzbank von der Unicredit geschluckt? (Archivbild)

Von dpa

Die Unicredit treibt die Übernahme der Commerzbank entgegen erbitterter Widerstände in Deutschland voran. Noch bis einschließlich 3. Juli hält die italienische Großbank ihr Angebot zum Kauf sämtlicher Aktien des Frankfurter Dax-Konzerns aufrecht. Das finale Ergebnis solle voraussichtlich am 8. Juli veröffentlicht werden, teilte die Unicredit mit.

Bis Ablauf der bisherigen Angebotsfrist vom 5. Mai bis zum 16. Juni bekam die Unicredit nach eigenen Angaben 12,51 Prozent der Commerzbank-Aktien angedient. Zusammen mit den 26,77 Prozent, die die Italiener vor der Offerte hielten, würde der Anteil der Unicredit an Deutschlands zweitgrößter börsennotierter Bank damit rechnerisch auf 39,28 Prozent steigen.

Wehrt sich gegen eine feindliche Übernahme: Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp. (Archivbild)
Wehrt sich gegen eine feindliche Übernahme: Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp. (Archivbild)
Wehrt sich gegen eine feindliche Übernahme: Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp. (Archivbild)
Unicredit-Chef Andrea Orcel lässt nicht locker. (Archivbild)
Unicredit-Chef Andrea Orcel lässt nicht locker. (Archivbild)
Unicredit-Chef Andrea Orcel lässt nicht locker. (Archivbild)
Der Kapitalmarkt rätselt, wie viele Commerzbank-Aktien die Italiener genau halten. (Archivbild)
Der Kapitalmarkt rätselt, wie viele Commerzbank-Aktien die Italiener genau halten. (Archivbild)
Der Kapitalmarkt rätselt, wie viele Commerzbank-Aktien die Italiener genau halten. (Archivbild)

Zudem hat sich das Mailänder Institut über Kaufoptionen mehr als drei Prozent der Commerzbank-Aktien gesichert und hält weitere Finanzinstrumente. Nahezu den gesamten Bestand ihrer Commerzbank-Aktien und der Finanzinstrumente hat die Unicredit nach eigenen Angaben preislich abgesichert für den Fall, dass sie diese wieder verkaufen würde.

Die Unicredit bietet für jede Commerzbank-Aktie 0,485 eigene Aktien. Umgerechnet war das lange Zeit weniger, als die Commerzbank-Papiere an der Börse wert waren.

Die Commerzbank wehrt sich seit fast zwei Jahren gegen das aus ihrer Sicht „feindliche“ Vorgehen von Unicredit-Chef Andrea Orcel und verdächtigt die italienische Großbank, ihre Aktienposition „künstlich aufzublähen“. Zwecks Klärung hat der Dax-Konzern die Finanzaufsicht Bafin eingeschaltet. Zudem stellte der Commerzbank-Gesamtbetriebsrat Strafanzeige wegen des Verdachts der Marktmanipulation.

Die Unicredit wies die Vorwürfe wiederholt zurück und drohte jüngst indirekt mit dem Austausch der Commerzbank-Führungsspitze: „Sollte Unicredit auf der Hauptversammlung ausreichende Unterstützung durch Aktionäre erlangen, wäre sie in der Lage, sämtliche Anteilseignervertreter im Aufsichtsrat zu wählen, der seinerseits für die Bestellung des Vorstands zuständig wäre.“

Die Kritik der Commerzbank lenke vom wirtschaftlichen Sinn der Übernahme ab, argumentiert die Unicredit. In Deutschland ist das Institut bereits mit der Hypovereinsbank (HVB) aktiv und sieht Potenzial für Milliardeneinsparungen.

Der deutsche Staat, dessen Aktienverkauf im September 2024 zum Einfallstor für die Unicredit wurde, hat jüngst erneut klargemacht, dass er seine restlichen gut zwölf Prozent nicht verkaufen wird. Das Übernahmeangebot enthalte „keine angemessene Prämie auf den aktuellen Kurs der Commerzbank-Aktie“. Das „aggressive Vorgehen“ der Unicredit werde abgelehnt.

Die Commerzbank spiele eine wichtige Rolle bei der Finanzierung der deutschen Wirtschaft und des deutschen Mittelstands und sei als bedeutender Arbeitgeber zudem zentral für den Finanzstandort Frankfurt, bekräftigte der Bund. „Beides gilt es auch in Zukunft sicherzustellen.“

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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