Jahrestag der Flutkatastrophe

Breite Mehrheit für Versicherungspflicht gegen Hochwasser

Die Zerstörungen an der Ahr im Juli 2021. Fünf Jahre nach der Katastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen sind immer noch nicht alle Schäden behoben. (Archiv)

Die Zerstörungen an der Ahr im Juli 2021. Fünf Jahre nach der Katastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen sind immer noch nicht alle Schäden behoben. (Archiv)

Von dpa

Fünf Jahre nach der Ahrtal-Katastrophe befürwortet eine breite Mehrheit der deutschen Hausbesitzer eine Versicherungspflicht gegen Hochwasser. Dafür sprachen sich in einer Umfrage im Auftrag des Portals Verivox gut vier Fünftel (81 Prozent) der befragten 1.054 Hausbesitzer aus. Und 58 Prozent sind demnach besorgt, dass es auch in der eigenen Region zu einer Flut wie damals in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen kommen könnte.

In der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021 waren bei der Flutkatastrophe in beiden Bundesländern mindestens 185 Menschen umgekommen, die materiellen Schäden werden auf 30 bis 40 Milliarden Euro geschätzt. Wie schon bei vorangegangenen Fluten kam anschließend die Diskussion über die Einführung einer Pflichtversicherung gegen Hochwasser auf, da die Kosten für nicht gegen Hochwasser versicherte Hausbesitzer regelmäßig vom Staat beziehungsweise der Allgemeinheit übernommen werden.

Bisher ist die sogenannte Elementarversicherung gegen Naturkatastrophen für Hausbesitzer ein freiwilliger Zusatz zur Gebäudeversicherung. Im Koalitionsvertrag von Union und SPD ist zwar die Einführung einer Versicherungspflicht vorgesehen, die Bundesregierung will jedoch prüfen, ob es eine Abwahlmöglichkeit geben soll. Beschlossen ist noch nichts. „Der Klimawandel ist in der öffentlichen Diskussion in den Hintergrund gerückt“, kommentierte Aljoscha Ziller, Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich.

Bisher bieten etliche Versicherer in stark hochwassergefährdeten Gebieten keine Elementarversicherung gegen Hochwasser an, da Überschwemmungen und hohe Schäden damit quasi garantiert sind. Auf der anderen Seite haben viele Kommunen in den vergangenen Jahrzehnten ungeachtet aller Warnungen Baugebiete in hochwassergefährdeten Gebieten ausgewiesen.

In Sachen Kosten ist auch die Haltung der befragten Hausbesitzer nicht deckungsgleich mit dem allgemeinen Zuspruch für eine Versicherungspflicht: Knapp 12 Prozent gaben an, keine weiteren Kosten mehr für ihr Wohneigentum schultern zu können, und 23 Prozent wollen das den Angaben zufolge nicht schultern.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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