Schwaches China-Geschäft

Autohersteller Volvo baut nach Verlust 2.500 Stellen ab

Volvos Geschäft in China läuft nicht mehr. (Archivbild)

Volvos Geschäft in China läuft nicht mehr. (Archivbild)

Wahl-O-Mat
Von dpa

Der von Chinesen kontrollierte schwedische Autobauer Volvo Cars streicht nach einem desaströsen Quartal mit einem neuen Sparprogramm weitere Tausende Jobs. Vorstandschef Hakan Samuelsson baut weltweit rund 2.500 Stellen ab, um die jährlichen Ausgaben um rund 5 Milliarden schwedische Kronen (450 Mio. Euro) zu senken, wie das Unternehmen am Freitag in Göteborg mitteilte. Allein 2.000 Arbeitsplätze sollen in der schwedischen Heimat wegfallen. Einerseits würden Beraterverträge beendet und natürliche Weggänge genutzt, andererseits sollen Mitarbeiter Abfindungsangebote erhalten.

Im dritten Quartal rutschte der Autobauer unter anderem wegen der Krise in China tief in die roten Zahlen. Volvo lieferte in den drei Monaten bis Ende September mit rund 141.300 Autos 11 Prozent weniger Fahrzeuge aus, der Umsatz rutschte um fast ein Viertel auf 66,9 Milliarden Kronen ab. Der Verlust vor Zinsen und Steuern lag bei 5,6 Milliarden Kronen nach einem operativen Gewinn von 6,4 Milliarden ein Jahr zuvor. Unter dem Strich betrug der Verlust 5,7 Milliarden Kronen (513 Mio. Euro). Im Vergleichszeitraum hatte Volvo noch einen Gewinn von 4,5 Milliarden Kronen ausgewiesen.

Umsatz in China fast halbiert

Dass es für die Schweden nicht gut läuft, hatte sich bereits abgezeichnet. Anfang Oktober hatte Samuelsson den Jahresausblick kassiert. „Das dritte Quartal war sehr enttäuschend“, schrieb er nun in seinem Brief an die Aktionäre. Dabei habe sich eine schwache Entwicklung nicht nur in China, sondern auch in den USA gezeigt. Damit habe die Hälfte des Konzerns keinen Gewinnbeitrag geliefert, so der Manager.

In China befinde sich der Markt für angestammte Premiummarken in einem ernsten Rückgang, schrieb Samuelsson. Der Umsatz für Volvo brach dort im Jahresvergleich nahezu um die Hälfte ein. Auch die deutschen Hersteller Mercedes-Benz, BMW und die VW-Tochter Audi leiden in dem einstigen Wachstumsmarkt unter hoher Konkurrenz und sinkenden Preisen. In den USA belasteten Volvo den Angaben zufolge weiter sowohl die Einfuhrzölle auf EU-Autos als auch wegfallende Kaufanreize für Autos mit Elektroantrieben.

Samuelsson hatte bereits im vergangenen Jahr einen Jobabbau durchgezogen. Von ehemals 43.000 Beschäftigten im Vorjahreszeitraum waren in den ersten neun Monaten 2026 im Schnitt noch rund 39.300 an Bord. Volvo wird vom chinesischen Autokonzern Geely kontrolliert. Der schwedische Lkw-Bauer Volvo AB ist seit Jahrzehnten von dem Autobauer getrennt.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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