Amateurfußball
Vertrauensbeweis für Harald Haase als Niederbayerns Fußballboss

Fabian Frühwirth/BFV
Beim Bezirkstag wurden von BFV-Präsident Christoph Kern (l.), dem Bezirks-borsitzenden Harald Hasse (r.) und Otto Baumann (2.v.r.) vom Bayerischen Landessport-Verband (BLSV) auch drei langjährige niederbayerische Fußball-Funktionäre verabschiedet: Bezirksjugendleiter Karl Schlecht (3.v.r.), Bezirks-Schiedsrichterobmann Robert Fischer (3.v.l.) und mit Josef Heckner (2.v.l.) der Bezirkssportgerichtsvorsitzende, der über fünf Jahrzehnte ehrenamtlich für den BFV in verschiedenen Funktionen wirkte und dessen Lebenswerk mit langanhaltendem Applaus im Bürgersaal gewürdigt wurde.

Niederbayern hat gewählt! Beim vorletzten der insgesamt sieben Bezirkstage des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) haben 163 Delegierte im Plattlinger Bürgersaal sowohl die personellen als auch die inhaltlichen Weichen für die Zukunft im niederbayerischen Amateurfußball gestellt. Harald Haase (53) aus Zwiesel wurde dabei einstimmig in seinem Amt als Vorsitzender bestätigt.
Im Blickpunkt des Bezirkstags, bei dem mit Christian Bernreiter auch der Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr mit von der Partie war, stand insbesondere die Wahl des Führungsteams: Im voll besetzten Bürgersaal ist der aktuelle Bezirksvorsitzende Harald Haase für weitere vier Jahre von den Delegierten gewählt worden - der IT-Fachmann steht seit 2018 an der Spitze des Bezirks.
Ebenso gehen auch Gisela Raml (60, Grafenau) als Vorsitzende des Bezirks-Frauen- und Mädchenausschusses, Richard Sedlmaier (75, Ihrlerstein) als Bezirksspielleiter und Bezirks-U30-Vertreter Luca Brandner (22, Straubing) in eine weitere Amtszeit. Thomas Karl (56, Bayerisch Eisenstein) ist als Nachfolger von Karl Schlecht zum neuen Bezirksjugendleiter gewählt worden.
Neuer Bezirksschiedsrichterobmann ist Stefan Dorfner (33, Straubing), er übernimmt das Amt von Robert Fischer. Stefan Scheibenzuber (62, Wörth an der Isar) als neuer Bezirks-Sportgerichtsvorsitzender und Nachfolger von Josef Heckner sowie Johann Wimmer (73, Landshut) als alter und neuer Bezirks-Ehrenamtskoordinator komplettieren den Bezirksausschuss.
Verbands-Finanzen im Fokus
BFV-Präsident Christoph Kern ging in seiner Rede auch auf die seit Jahren solide Finanzierung des Bayerischen Fußball-Verbandes ein, von dem die Vereine im Freistaat profitieren. „Der BFV ist ein moderner, zukunftsgerichteter Verband und das spiegelt sich natürlich in seiner Finanzstruktur wider. Das Haushaltsvolumen des BFV liegt aktuell bei rund 33 Millionen Euro. Das entspricht dem Haushaltsvolumen eines mittelständischen Unternehmens. Dabei bleiben wir unserem Grundsatz treu, dass wir die Beiträge unserer Mitgliedsvereine stabil und moderat halten. Auch für das Jahr 2026 kann ich klar sagen: Es wird trotz steigender Kosten, die jedem von Euch im Alltag begegnen, keine inflationsbedingte Gebühreneranpassung geben, auch wenn das unsere Satzung eigentlich ermöglicht. Und auch weiterhin gilt: Unsere Vereine werden nur etwa ein Drittel der durch sie ausgelösten Kosten selbst tragen. Liebe Delegierte, das gilt für Bayern und das ist einzigartig.“
Kern nannte als Paradebeispiel für das große Verantwortungsbewusstsein auch das Investitionsprojekt „Brienner Gärten“, das größte Bauprojekt in der Verbandsgeschichte. „Trotz Corona, trotz Ukraine-Krieg und erheblichen Rohstoff-Engpässen - wir haben Wort gehalten, wir sind im Zeit- und Kostenrahmen geblieben. Warum sage ich das? Weil das hierzulande nicht mehr selbstverständlich ist. Die ‚Brienner Gärten‘ sind ein gutes Beispiel für den, ja, diesen besonderen Geist des BFV - wir wissen verantwortungsvoll zu handeln, wir wissen, was es heißt, mit Geld, mit Eurem Geld, umzugehen.“
Meinungsbilder zu möglichen Reformen
Die stimmberechtigten Teilnehmer waren wie auch schon zuvor bei den Kreistagen aufgerufen, ihre Meinung zu möglichen Reformen im Spielbetrieb zu äußern. In diesem Wahljahr geht es bei den Bezirkstagen um zwei Themen:
Ein Spiel Sperre nach gelb-roter Karte in der Herren-Bezirksliga und Frauen-Bezirksoberliga: Aktuell zieht eine gelb-rote Karte unterhalb der Regionalliga Bayern keine automatische Sperre nach sich. Soll der BFV in den Herren-Bezirksligen und Frauen-Bezirksoberligen ein Spiel Sperre nach einer Gelb-Roten Karte einführen?
61,0 Prozent der niederbayerischen Delegierten lehnten dies ab, 39,0 Prozent waren für eine Einführung der Sperre nach Gelb-Rot.
Ein Spiel Sperre nach jeder 5. gelben Karte in den Herren-Bezirksligen und Frauen-Bezirksoberligen: Aktuell gibt es nach der 5. Gelben Karte unterhalb der Regionalliga Bayern keine automatische Sperre. Soll der BFV in den Herren-Bezirksligen und Frauen-Bezirksoberligen ein Spiel Sperre nach jeder 5. Gelben Karte einführen?
Auch hier war die Mehrheit (74,8 Prozent) gegen die Sperre nach der 5. Gelben Karte, 25,2 Prozent der Stimmberechtigten votierten für eine Einführung.
Die Meinungsbilder sind keine bindenden Beschlüsse, können aber über die Bezirkstage zum Verbandstag eingebracht und dort entschieden werden.
Delegierte lehnen Vereinsantrag ab
Darüber hinaus haben sich die Delegierten beim Bezirkstag mit einem Vereinsantrag von neun Klubs auseinandergesetzt. Diese Vereine hatten beim Kreistag Niederbayern Ost den Antrag auf diverse Anpassungen des § 34 der BFV-Spielordnung (Einsatz in verschiedenen Mannschaften) gestellt - mit dem Ziel, die Zahl der Bestimmungen und Anwendungsfälle zu reduzieren. Die Delegierten lehnten den Antrag mit 71:62 Stimmen bei 28 Enthaltungen ab.
Drei Funktionäre verabschiedet
Beim Bezirkstag im Landkreis Deggendorf wurden von BFV-Präsident Christoph Kern, dem Bezirks-Vorsitzenden Harald Hasse und Otto Baumann vom Bayerischer Landessport-Verband (BLSV) auch drei langjährige niederbayerische Fußball-Funktionäre verabschiedet: Bezirksjugendleiter Karl Schlecht, Bezirksschiedsrichterobmann Robert Fischer und mit Josef Heckner der Bezirkssportgerichts-Vorsitzende, der über fünf Jahrzehnte ehrenamtlich für den BFV in verschiedenen Funktionen wirkte und dessen Lebenswerk mit langanhaltendem Applaus im Bürgersaal gewürdigt wurde.
Scheck lindert finanzielle Not
Im Rahmen des Bezirkstags übergab die Sozialstiftung des Bayerischen Fußball-Verbandes durch BFV-Schatzmeister Jürgen Faltenbacher, der Vorsitzender des Stiftungsvorstandes ist, Vizepräsident Reinhold Baier als dessen Stellvertreter sowie Deggendorfs Landrat Bernd Sibler, Mitglied des Stiftungsrates, einen Scheck in Höhe von 7.500 Euro. Den nahm Christian Fuchs, Jugendleiter des TV Freyung, stellvertretend für die Familie Svetic entgegen. Ehemann Ivan Svetic und Vater der drei Kinder Bozidar (18), Katharina (16) und Stjepan (13) ist im August 2025 bei einem Arbeitsunfall ums Leben gekommen. Trotz der Belastung als alleinerziehende Mutter engagiert sich Dijana im Fußballverein ihres jüngsten Sohnes vor allem bei Veranstaltungen der Jugendabteilung. Der Scheck der Sozialstiftung soll die Familie, die nach dem Unfalltod von Ivan Svetic in eine auch finanziell schwierige Situation geraten ist, etwas entlasten.










