Amateurfußball
Starker Vertrauensbeweis für Führungsriege im Kreis Niederbayern Ost

Fabian Frühwirth/BFV
Der neugewählte Kreisausschuss Niederbayern Ost: BFV-Präsident Christoph Kern, Andreas Kriegner (Kreisspielleiter), Tobias Nöbauer (Kreisjugendleiter), Rebekka Götz (Kreisbeauftragte für den Frauen- und Mädchenfußball), Ignaz Hiendl (Kreisvorsitzender) und Bezirksvorsitzender Harald Haase (von links).

Im KulturForum Oberalteich haben am Samstagvormittag 194 Delegierte die Weichen für die Zukunft im Fußballkreis Niederbayern Ost gestellt, die Führungsriege um den Vorsitzenden Ignaz Hiendl gewählt und dabei auch ihre Meinung zu spieltechnischen Themen kundgetan: Insgesamt stehen im Wahljahr des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) 22 Kreistage, sieben Bezirkstage und der 27. Ordentliche Verbandstag Anfang Mai 2026 auf dem Programm.
Im Kreis Niederbayern Ost war es zweifelsfrei ein großer Bahnhof für die Fußballerinnen und Fußballer: Mit dem aus Haibach stammenden Alois Rainer war der Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat im Bogener Ortsteil ebenso zu Gast wie Landrat Josef Laumer und Bogens Bürgermeisterin Andrea Probst. Sie allesamt unterstrichen in der von Tobias Welck (Obmann der Schiedsrichtergruppe Straubing) moderierten Talkrunde den großen Stellenwert und die enorme Strahlkraft des Amateurfußballs - auf und neben dem Platz.

Fabian Frühwirth/BFV
Heimspiel für den Haibacher: Bundesminister Alois Rainer (rechts) beim Handshake mit BFV-Präsident Christoph Kern.
Vertrauensbeweis für Führungsriege
Die Geschicke im Kreis Niederbayern wird in den kommenden Jahren weiter Ignaz Hiendl leiten, die Delegierten sprachen sich ohne Gegenstimme für eine weitere Amtszeit des bisherigen Kreisvorsitzenden aus. Ebenso gehen auch Andreas Kriegner als Kreisspielleiter, Tobias Nöbauer als Kreisjugendleiter und Rebekka Götz als Kreisbeauftragte für den Frauen- und Mädchenfußball in eine weitere Periode.
Matthias Braun wurde von den Schiedsrichtergruppen erneut als Kreisschiedsrichterobmann vorgeschlagen und jetzt auch von den Delegierten des Kreistags bestätigt. Walter Stadler als Kreissportgerichtsvorsitzender und Gerhard Jende als Kreisehrenamtsbeauftragter sollen den Kreisausschuss erneut komplettieren. Entsprechende Berufungsvorschläge gehen im Nachgang des Kreistags an das BFV-Präsidium.
Kern: Schulische Ganztagsbetreuung als Chance für den Amateurfußball
Beim Kreistag in Oberalteich war - wie schon tags zuvor beim Kreistag Niederbayern West in Pilsting - auch BFV-Präsident Christoph Kern vor Ort, der in seiner Rede unter anderem den Stellenwert des Ehrenamts und das gesellschaftliche Engagement des Amateurfußballs hervorhob, den historischen Schulterschluss mit den bayerischen Profiklubs und die daraus resultierende Kinderfußball-Allianz thematisierte, aber auch auf Herausforderungen wie den ab dem Schuljahr 2026/27 in Deutschland geltenden Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder einging.
„Die flächendeckende Einführung der Ganztagsschule wird uns in den nächsten Jahren mehr denn je beschäftigen - in den Ballungszentren besonders, aber auch im ländlichen Bereich. Wir glauben dabei sehr an die Chance, nicht ans Scheitern. Unsere AG Grundsatzfragen, in der Vereine und Verband gemeinsam schwierige Aufgabenstellungen zusammen angehen, hat dieses Thema aufgegriffen. Die klare Botschaft ist: Unser Fußball muss mit auf den Stundenplan der Ganztagsbetreuung! Denn so sichern wir unsere Zukunft. Wenn der Fußball in der Schule Spaß bereitet, ist der Weg in den Verein, in euren Verein geebnet!“
Meinungsbilder zu möglichen Reformen
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kreistags waren wie auch schon in den Jahren 2010, 2014, 2018 und 2022 dazu aufgerufen, ihre Meinung zu möglichen Reformen im Spielbetrieb zu äußern. In diesem Wahljahr geht es um drei Themenkomplexe:
So konnten die Vereine darüber abstimmen, ob die Verlängerung bei Entscheidungs- oder Relegationsspielen beibehalten werden soll oder aber analog zu den Toto-Pokal-Partien (bei Unentschieden nach 90 Minuten entscheidet sofort das Elfmeterschießen) vorgegangen werden soll. Das Ergebnis war eindeutig: 97,7 Prozent stimmten für die Beibehaltung (2,1 Prozent dagegen).
Zudem ist abgefragt worden, inwieweit eine gelb-rote Karte im Erwachsenenbereich automatisch eine Sperre von einem Spiel für den betroffenen Spieler oder die betroffene Spielerin nach sich ziehen soll. Aktuell hat eine gelb-rote Karte keine Folge für das darauffolgende Spiel. Hier votierten die Delegierten mit 84,5 Prozent gegen eine Einführung der Sperre, nur 15,5 der Stimmberechtigten waren für die Neuerung.
Schließlich ist ein Stimmungsbild zum weiteren Vorgehen bei Zeitstrafen eingeholt worden - die Kriterien für das Verhängen von Zeitstrafen hatte der DFB modifiziert. Diese dürfen fortan nur bei bestimmten Vergehen (Simulieren, absichtliches Verzögern, Protestieren, Verhindern eines aussichtsreichen Angriffs durch Halten, Ziehen, absichtliches Handspiel oder unzulässiges Antäuschen bei der Strafstoßausführung) verhängt werden. Demnach lautet die Frage: „Soll der BFV die Zeitstrafe im Erwachsenen- und Jugendbereich trotz der Änderungen und der erklärungsbedürftigen Handhabung beibehalten?“ Hier sprachen sich 64,0 Prozent dagegen aus, 36,0 Prozent votierten dafür.
Die Meinungsbilder sind ausdrücklich keine bindenden Beschlüsse, können aber über die Bezirkstage zum Verbandstag eingebracht und dort entschieden werden.
Scheckübergabe der BFV-Sozialstiftung
Im Rahmen des Kreistags hat BFV-Schatzmeister Jürgen Faltenbacher in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Stiftungsvorstands zusammen mit dem neuen und alten Kreisvorsitzenden Ignaz Hiendl sowie dem Bezirksvorsitzenden Harald Haase einen Scheck der BFV-Sozialstiftung in Höhe von 5.000 Euro an Dominik Müller vom SV Schalding-Heining übergeben.
Dem zweifachen Familienvater und langjährigem Vereinsmitglied musste infolge eines Unfalls beim Fußballspielen im Jahr 2006 und nach 17 Operationen in den Folgejahren im Jahr 2023 die linke Hand amputiert werden. Um wieder mobiler zu werden und seinen Alltag besser bewältigen zu können, benötigt er eine moderne Prothese mit Zusatzaufsätzen sowie finanzielle Hilfe für den Wiedererwerb des Führerscheins. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten dafür nur teilweise. Müller seit über 30 Jahren Vereinsmitglied und trainiert aktuell die G2-Junioren seines Vereins.
Einer von vier Vereinsanträgen angenommen
Darüber hinaus hatten die Delegierten in Oberalteich auch über vier Vereinsanträge abzustimmen:
Dem Antrag auf modifizierte Änderung des §34 der Spielordnung (Einsatz in verschiedenen Mannschaften) wurde von den Delegierten mit 114 Stimmen positiv beschieden.
Der Änderungsantrag zum DFB-Bundestag, §6 der Jugendordnung (Einsatz von U18- und U17-Spielern in Herren-Mannschaften unterhalb der vierten Spielklassenebene) zu öffnen, wurde mit 105:70 Stimmen (7 Enthaltungen) abgelehnt.
Dass fortan im Bereich von den U19- bis zu den U13-Junioren Jugend-Fördergemeinschaften (JFG) und BFV-Nachwuchsleistungszentren pro Altersklasse nur maximal zwei Mannschaften für den Spielbetrieb melden können, wurde von den Delegierten ebenfalls abgelehnt (69 Ja-Stimmen, 74 Nein-Stimmen, 30 Enthaltungen).
Der Antrag auf Erlangen eines Zweitspielrechts für BFV-NLZ-Spieler (C- und D-Junioren) in ihren Heimatvereinen oder in einer JFG und der dafür notwendigen Änderung von §53 der Jugendordnung wurde abgelehnt (58 Ja-Stimmen, 69 Nein-Stimmen, 38 Enthaltungen).
Der in Oberalteich angenommene Antrag haben nun die Delegierten beim niederbayerischen Bezirkstag am 20. März in Plattling zu behandeln.








