ATP Finals

„Unglaublich unzufrieden“: Zverev hadert mit Abschlusspleite

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Alexander Zverev kann nur schwer fassen, dass er bei den ATP Finals in der Vorrunde gescheitert ist.

Alexander Zverev kann nur schwer fassen, dass er bei den ATP Finals in der Vorrunde gescheitert ist.

Von dpa

Aus Sicht von Tennis-Ikone Boris Becker ist Deutschlands Topspieler Alexander Zverev bei den ATP Finals wohl auch aufgrund einer „mentalen Blockade“ früh gescheitert. „Ich bin kein Psychologe, ich kann nicht sehen, wie es in ihm drinnen aussieht. Aber das hatte weniger mit Tennis zu tun“, sagte Becker bei Sky über den vor allem im zweiten Satz wackligen Auftritt des Weltranglistendritten im letzten Gruppenmatch in Turin. Er sehe die Gründe vielmehr im mentalen Bereich.

Zverev sei am Ende „fast total verkrampft“ gewesen, meinte der 57-Jährige. „Er kam mit dem Druck nicht klar, mit der Erwartungshaltung.“ Darauf angesprochen reagierte Zverev leicht genervt. „Wenn das seine Meinung ist. Ich habe ehrlich gesagt keine Lust mehr auf seine Kommentare“, sagte der 28-Jährige.

Zverev vergab im Laufe des Spiels so manche Chancen.
Zverev vergab im Laufe des Spiels so manche Chancen.
Zverev vergab im Laufe des Spiels so manche Chancen.
Deutschlands Topspieler musste im letzten Gruppenspiel hart kämpfen.
Deutschlands Topspieler musste im letzten Gruppenspiel hart kämpfen.
Deutschlands Topspieler musste im letzten Gruppenspiel hart kämpfen.
Boris Becker hat eine mentale Blockade als Grund für Zverevs Scheitern ausgemacht.
Boris Becker hat eine mentale Blockade als Grund für Zverevs Scheitern ausgemacht.
Boris Becker hat eine mentale Blockade als Grund für Zverevs Scheitern ausgemacht.

Darauf eingehen wollte Zverev nicht. Doch der Olympiasieger von 2021 gab aber unumwunden zu: „Das war das schlechteste Match, das ich in den letzten Monaten gespielt habe.“ Das entscheidende Break im ersten Satz kassierte der Hamburger auch wegen eines verschlagenen Volleys der Kategorie Anfängerfehler. Im zweiten Satz schlichen sich noch mehr Unkonzentriertheiten in sein Spiel.

Und so verpasste der 28-Jährige das mögliche Halbfinal-Duell mit dem spanischen Weltranglistenersten Carlos Alcaraz. Das frühe Aus beim Prestigeturnier der besten Spieler des Jahres, das er bereits zweimal (2018 und 2021) gewinnen konnte, passte ins Bild einer für Zverev vermaledeiten Saison. Mit dem Jahr sei er sportlich „unglaublich unzufrieden“, äußerte der Weltranglistendritte.

Den erhofften ersten Grand-Slam-Turniersieg holte der Australian-Open-Finalist nicht, einzig beim Heim-Turnier im April in München konnte er triumphieren. Immer wieder setzte es körperliche Rückschläge für ihn, der Rücken war ein Dauerproblem. Gesund und fit zu bleiben habe deswegen „Priorität Nummer eins“ für das nächste Jahr.

Wie er sich spielerisch nochmal verbessern will, um den aktuell fast aussichtslos erscheinenden Kampf mit den zwei Ausnahmekönnern Alcaraz und Jannik Sinner (Italien) aufzunehmen, ließ Zverev in der Stunde der Enttäuschung offen. Dass ihn Toni Nadal, der Onkel und Ex-Erfolgscoach von Spaniens Tennis-Held Rafael Nadal, wie von ihm vor Monaten gewünscht bei den Australian Open im Januar unterstützt, ist sehr fraglich.

Boris Becker kommt als möglicher neuer Coach wohl nicht mehr infrage. Zverev ist genervt darüber, dass der Ex-Star öffentlichkeitswirksam über ihn und seine Schwächen spricht. Im gemeinsamen Podcast mit Andrea Petkovic bezeichnete Becker die deutsche Nummer eins zuletzt als „Fackelträger der Generation, die hätte besser werden können“.

„Im Moment ist es etwas kühler in der Beziehung“, erklärte Becker, der Zverev seit vielen Jahren kennt und nach eigener Aussage „im Herzen sein größter Fan“ ist. Er würde ihm raten, in den entscheidenden Momenten mutiger zu sein und in der kommenden Woche wie angekündigt bei der Davis-Cup-Endrunde anzutreten. Deutschland habe mit Zverev eine „Bombenmannschaft“, so Becker: „Das ist eine Riesenchance, die hässlichste Salatschüssel der Welt nach Deutschland zu holen.“ Der letzte deutsche Triumph liegt bereits 32 Jahre zurück.

Zverev versicherte unmittelbar nach dem Aus in Turin, dass er seinen Start in Bologna nicht absagen werde. Auch wenn er mit dem aktuellen Format des Mannschafts-Wettbewerbs alles andere als glücklich ist. „Es ist im Grunde ein Showturnier, das man Davis Cup nennt“, meinte Zverev: „Der wahre Davis Cup sind die Hin- und Rückspiele.“

Seine Teamkollegen um Jan Lennard-Struff (35), Kevin Krawietz (33) und Tim Pütz (37) hätten ihn aber um einen Start gebeten, weil diese Mannschaft von der Altersstruktur her „nicht mehr viel Zeit hat“ habe, wie Zverev sagte. Doch auf ihn und seine großen Ziele - ein Grand-Slam-Sieg und die Nummer eins der Weltrangliste - trifft das auch zu.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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