Neue Chorleiterin
Sängerverein Wörth ist zurück aus der Zwangspause

Maximilian Eibl
Der erste große Auftritt für Malin Fink und den Sängerverein wird das Sommerkonzert Ende Juli.
Zwölf Männer und Frauen stehen vor der Bühne im Bürgersaal von Wörth. Sie schütteln sich, springen auf der Stelle auf und ab. „Erst mal im Raum ankommen“ sollen sie, sagt die Frau am Flügel: Malin Fink.
Es ist ein Mittwochabend Mitte März, der Sängerverein probt ausnahmsweise schon ab 19 Uhr im Bürgersaal. Denn es ist die erste Probe mit Fink als neuer Chorleiterin, nachher ist noch eine lockere Kennenlernrunde geplant. Fink spielt auf dem Flügel zum Einsingen einzelne Töne, spricht den Sängern vor. „Achtet darauf, dass die Töne verbunden sind“, sagt sie. Das klappt gleich besser. „Sehr schön“, sagt Fink. Jetzt sollen die Sänger noch darauf achten, dass beim letzten Ton „mehr Stütze vom Zwerchfell“ kommt.

Maximilian Eibl
Mitte März hat der Sängerverein zum ersten Mal mit Malin Fink geprobt - ausnahmsweise eine halbe Stunde eher.
Beim Kennenlernen: „Einfach probieren“
In der Zwischenzeit sind noch zwei weitere Sänger dazugekommen. Alle 14 bekommen die Noten des ersten Stücks ausgeteilt, „Bleib bei uns, Herr“. Fink spielt es derweil auf dem Flügel an. Als alle ihre Noten haben, darf gesungen werden. „Einfach probieren, was kommt“, sagt Fink.
Das nächste Lied, „Weit, weit weg“ kennt Fink noch nicht. „Was für ein Tempo habt ihr da?“, fragt sie, lässt dann die Sänger einmal so singen, wie sie es gewohnt sind. „Fühlt ihr euch sicher?“, fragt Fink nach der ersten Strophe. Die Runde nickt, das nächste Mal nehmen sie die zweite und dritte Strophe mit dazu. Fink dirigiert. „Ja, sehr schön“, sagt sie. „Da seid ihr gut vorbereitet.“
Allgemein hat Fink nach den ersten wöchentlichen Proben einen guten Eindruck vom Sängerverein bekommen, wie sie gegenüber unserer Redaktion sagt. Die Mitglieder lernten gern Neues, hätten merklich Lust auf ein abwechslungsreiches Repertoire. Öffentlich zu erleben wird dieses Repertoire bei einem Sommerkonzert Ende Juli sein. Ein wenig über das Programm verrät Fink jetzt schon: Die Frauen des Sängervereins werden einige Stücke allein singen, außerdem wird ein schwedisches Stück zu hören sein.
Der letzte öffentliche Auftritt des Sängervereins, das Weihnachtskonzert im vergangenen Jahr, ist ausgefallen. Anfang Oktober hatte sich der bisherige Chorleiter Tobias Hänschke aus privaten Gründen zurückgezogen.
Seither hat der Sängerverein einen Nachfolger gesucht und ist im Frühjahr fündig geworden. Ganz altmodisch übrigens: Sie sei auf eine Anzeige des Vereins aufmerksam geworden, erzählt Fink.
Langjähriges Hobby wurde schließlich zum Beruf
Selber singt sie seit ihrer Kindheit, hat dieses langjährige Hobby aber erst vor kurzem zum Beruf gemacht. Früher habe sie in einem Ingenieurbüro gearbeitet, erzählt Fink. „Aber ich habe gemerkt, dass es mich nicht erfüllt, Berichte zu schreiben.“
Positiv auf das Leben anderer einzuwirken, das sei ihr Traum gewesen. Dafür eigne sich Musik gut, sagt Fink. Sie wisse aus eigener Erfahrung, wie gut es einem tue, den ganzen Körper einzusetzen. Schließlich habe sie umgeschult. Seit vergangenem Juni ist Fink hauptberufliche Chorleiterin und Gesangslehrerin, bietet musikalische Früherziehung an, unterrichtet Klavier und Blockflöte. Zurzeit betreut sie einen Erwachsenen- und zwei Kinderchöre, ein weiterer Chor ruhe ein bisschen. Ihr liege es, andere zu unterstützen, deren Zusammenarbeit zu fördern, sagt Fink. Das sei für sie eine der schönsten Sachen an der Arbeit mit Chören. Auch die Freude, wenn eine komplizierte Stelle endlich klappt, motiviert sie. Oft gelinge es mit kleinen, einfachen Tipps, Probleme zu lösen. Zum Beispiel tue man sich leichter, zwischen Konsonanten zu wechseln, wenn man die Zunge nur ein klein wenig anders halte.
Neue Sänger willkommen
Wer Lust bekommen hat, beim Sängerverein mitzumachen, kann einfach bei den Proben vorbeischauen. Sie finden mittwochs ab 19.30 Uhr im Bürgersaal statt. Besonders Männerstimmen sind willkommen.









