Autonomes Fahren

Regensburger Studenten entwickeln fahrerlosen Rennwagen

Monatelange Entwicklungsarbeit von rund 100 Studierenden diverser Fachrichtungen steckt im RP26e/d. Das ist der neueste Rennwagen, der am Regensburger Campus entstanden ist - und der autonom auf der Strecke fahren soll.

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Zwei Mitglieder des Formula-Student-Teams Dynamics arbeiten am neuen autonomen und elektrisch angetriebenen Rennwagen RP26e/d der OTH Regensburg und Universität Regensburg.

Zwei Mitglieder des Formula-Student-Teams Dynamics arbeiten am neuen autonomen und elektrisch angetriebenen Rennwagen RP26e/d der OTH Regensburg und Universität Regensburg.

Von Redaktion Regensburg

Autonom, elektrisch und softwaregesteuert: Mit dem neuen Rennwagen RP26e/d fokussiert sich das Formula-Student-Team „Dynamics“ der OTH Regensburg und Universität Regensburg in dieser Saison auf fahrerlose Renntechnologie. Die Formula Student ist ein internationaler Hochschulwettbewerb, bei dem Studierendenteams eigene Rennwagen entwickeln und weltweit auf der Rennstrecke gegeneinander antreten.

Was einst mit klassischen Verbrennern und reinen Fahrerfahrzeugen begann, hat sich in den vergangenen Jahren stark weiterentwickelt: Zunächst kamen elektrische Rennwagen hinzu, inzwischen arbeiten immer mehr Teams an autonomen Systemen. Dynamics verfolgt dabei nun den nächsten Schritt: das sogenannte Driverless-System (voll automatisiertes Fahren) im Wettbewerbsbetrieb. Ziel ist es, bei internationalen Events auch in den autonomen Disziplinen erfolgreich zu bestehen. Der Rollout des Fahrzeugs findet an diesem Mittwoch an der OTH Regensburg statt, das erste reine Driverless-Rennen in Deutschland folgt am 11. August.

Entscheidungen in Millisekunden

Der Name des Fahrzeugs steht für das Konzept: „Racing Project 2026 electrical and driverless“. Hinter dem Projekt steckt laut einer Pressemitteilung der OTH monatelange Entwicklungsarbeit von rund 100 Studierenden unterschiedlichster Fachrichtungen, darunter Informatik, Elektrotechnik, Maschinenbau und Betriebswirtschaft. Autonomes Fahren im Motorsport gilt als besonders komplex, da Sensorik, Software und Fahrzeugtechnik in Echtzeit zusammenspielen müssen. Viele Teammitglieder investieren fünf bis 20 Stunden pro Woche in das Projekt, Teamleitungen teilweise bis zu 40. In intensiven Phasen wird oft bis spät in die Nacht im Labor gearbeitet. „Autonomes Fahren im Motorsport bedeutet, dass das Fahrzeug in Millisekunden Entscheidungen treffen muss, und zwar an der Leistungsgrenze“, sagt Ricardo Schmidt, Subteamleiter im Bereich Driverless. Während der Fahrt berechnet die Software permanent die Position des Fahrzeugs, erkennt den Streckenverlauf und plant die ideale Fahrlinie. Teile des Systems reagieren dabei innerhalb von 10 bis 20 Millisekunden. Um die Technologie weiterzuentwickeln, nutzt das Team unter anderem einen eigens entwickelten Fahrsimulator.

Auch technisch setzt der Rennwagen auf Eigenentwicklungen. Besonders stolz ist das Team auf den elektrischen Allradantrieb mit vier einzeln angesteuerten Elektromotoren, die eine präzise Fahrzeugkontrolle ermöglichen, etwa durch gezieltes Abbremsen einzelner Räder in Kurven. Das sei ein echter Wettbewerbsvorteil, denn entscheidend ist nicht die theoretische Höchstgeschwindigkeit von rund 120 Stundenkilometern, sondern vor allem Beschleunigung, Kurvengeschwindigkeit und Präzision. Ein eigenes Subteam „Vehicle Dynamics“ arbeitet an Simulation und Setup-Optimierung und unterstützt damit gezielt die Performance des Fahrzeugs im autonomen Betrieb.

Die Formula Student gilt weltweit als einer der größten studentischen Ingenieurswettbewerbe. „Viele Teams entwickeln inzwischen erstmals autonome Systeme, das Thema Driverless wächst stark“, so Schmidt. „Wer hier erfolgreich ist, sammelt nicht nur Punkte im Wettbewerb, sondern entwickelt dabei Technologien, die auch außerhalb des Motorsports relevant sind.“

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