Leukämie

Sorgen der Ruhmannsfeldener Familie Siegrün: Hoffnung auf DKMS-Aktion

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Alexandra Siegrün ist an Leukämie erkrankt.

Alexandra Siegrün ist an Leukämie erkrankt.

Das Schicksal meint es derzeit nicht gut mit Familie Siegrün. „Meine Frau Alexandra bekam Probleme mit der Bandscheibe und bekam dafür Tabletten. Ständig hatte sie Einblutungen. Es hieß, das käme vielleicht von den Medikamenten“, erzählt Roland Siegrün. Am 21. Februar stieß sich Alexandra den Fuß an der Badewanne. Bald darauf war der komplette Fuß ganz blau. „Wir wussten: das kann nicht mehr normal sein. Am 3. März nahm der Hausarzt Blut ab, am 4. März wurde Leukämie diagnostiziert.

Vom Deggendorfer Krankenhaus aus kam sie sofort in die Uniklinik nach Regensburg. Der Blastenwert (Anteil unreifer weißer Blutkörperchen) sollte unter fünf Prozent im Knochenmark sein. Bei ihr war er bei 56,5 Prozent.

Christian Ficiuc (großer Sohn; v.l.), Elias Siegrün (gemeinsamer Sohn), Alexandra und Roland Siegrün

Christian Ficiuc (großer Sohn; v.l.), Elias Siegrün (gemeinsamer Sohn), Alexandra und Roland Siegrün

Depression, Herzfehler, Diabetes

Ehemann Roland sieht sich in dieser Situation ebenfalls stark belastet. Nach zwei Aufenthalten wegen Depressionen in der Angermühle hat er diese Erkrankung aktuell im Griff, doch sein angeborener Herzfehler und Diabetes bescherten ihm eine Schwerbehinderung von 80 Prozent und Gehbehinderung. „Ich bekomme auf alle Bewerbungen um eine Arbeit nur Absagen und bin arbeitslos, obwohl ich arbeiten will. Seit dem 14. Dezember suche ich Arbeit, bewerbe mich wirklich überall, aber als Schwerbehinderter im Alter von 52 Jahren nimmt dich keiner mehr. Da müsste von der Politik viel mehr gemacht werden. Als Behinderter bist du im Betrieb der erste, der geht.“ So lebe die Familie derzeit am Existenzminimum. Alexandra arbeitet seit 1. Februar 2018 als Zimmermädchen. „Vor Alexandra bin ich sehr stark und versuche, ihr Kraft zu geben, doch sie verzweifelt aktuell: ,Warum ich? Ich habe keinem was getan!.“, sagt Roland, der am Ender seiner Kräfte ist.

Alexandras drei Kinder und der Jüngste der Patchworkfamilie, noch schulpflichtig an der Mittelschule Ruhmannsfelden in neunten Klasse im M-Zug, versuchen, die leukämiekranke Mutter zu unterstützen.

Alexandra nimmt an einer Medizinstudie teil, bei der man „zuerst mit halben Stammzellen und dann mit Immuntherapie arbeitet“, erkärt Roland das Prozedere.

Zwei Dartvereine setzen sich ein

Bei den Dart-Vereinen Bavarium Darter Deggendorf und Dart Tigers Ruhmannsfelden sind die Siegrüns Mitglieder. „Alexandra ist sogar der Kapitän bei den Wettkämpfen. Jeder vom Verein ist sehr betroffen. Wir haben ihr T-Shirt immer mit dabei, doch aktuell weiß ich nicht mehr, wie ich das finanziell stemmen soll. Bei den derzeitigen Spritpreisen werden die Fahrten nach Regensburg so teuer. Ich kann nur noch leichte Tätigkeiten im Außendienst oder Bürotätigkeiten machen, fahre an zwei Tagen Taxi, kümmere mich um meine pflegebedürftige Mutter, wenn meine Schwester nicht kann. Einem Schwerbehinderten gibt keiner eine Chance, eine Arbeit zu bekommen“, bedauert er.

Typisierungsaktion

Die Dart Vereine Bavarium Darter Deggendorf und Dart Tigers Ruhmannsfelden planen zusammen mit DKMS eine Typisierungsaktion, mutmaßlich am 26. April um 14 Uhr im Dart Center der Bavarium Darter in Deggendorf

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