Baubeginn 2028
BKH Straubing bekommt ein Resozialisierungshaus für 24 Patienten

Um hochgelockerte Patienten künftig noch besser in die Gesellschaft wiedereinzugliedern, bekommt Straubing ein sogenanntes „Resozialisierungshaus“ außerhalb des Sicherheitsbereichs. Die Baumaßnahme hatte der Bezirksausschuss bereits 2025 genehmigt, in der Sitzung vom 24. September nun auch die Vorplanung einschließlich der Kostenschätzung.
In Straubing wurden Patienten der Forensik ursprünglich nicht gelockert. Somit war ein Resozialisierungshaus, wie es alle forensischen Kliniken in Deutschland anbieten, bislang nicht erforderlich. Das Bezirkskrankenhaus (BKH), in dem ausschließlich Männer behandelt werden, hatte damit lange einen Sonderstatus.
Das hat sich inzwischen geändert. Das neue Resozialisierungshaus soll laut einer Mitteilung des Bezirks in einem relativ offenen Setting mit WG-Charakter Platz für 24 hochgelockerte Patienten außerhalb des Sicherheitsgürtels bieten. Zudem wird im Gebäude eine forensisch-psychiatrische Nachsorgeambulanz untergebracht. Hier sollen erfolgreich behandelte Patienten oder solche, bei denen die Maßregel auf Bewährung ausgesetzt wurde, ambulant nachversorgt und behandelt werden. Beide Funktionen - Resozialisierung und Ambulanz - sollen in einem Gebäude an der südöstlichen Grenze des bisherigen Geländes zusammengeführt werden.
Im Erdgeschoss soll ein Ambulanzstützpunkt entstehen mit einem Bereich für etwa sechs bis acht Patienten für Terminwartezeiten sowie die Durchführung von Drogen-screenings. Darüber hinaus sind ein Behandlungs- und Substitutionsraum, ein Raum für Drogenscreenings, ein Gruppentherapieraum, eine Teeküche sowie ein Bereitschaftsraum im aktuellen Raumprogramm enthalten. Ein SEK-Raum soll im Krisenfall außerhalb des gesicherten Bereichs eine Aufschaltung zur Klinik ermöglichen.
Im Obergeschoss sind 24 Einbettzimmer mit eigener Nasszelle vorgesehen. Ein Aufenthaltsraum für Patienten, Küchen, Speise- und Therapieräume, ein Behandlungsraum, und Räume für Drogenscreening und Substitutionsvergabe ergänzen das Raumprogramm. „Das Resozialisierungshaus stellt ein unabdingbares Bindeglied zwischen stationärer Therapie und ambulanter Nachsorge dar. Dort sollen Patienten behandelt werden, die sich nach erfolgreicher Therapie in der Entlassungsphase befinden“, sagt Prof. Dr. Joachim Nitschke, Ärztlicher Direktor des Zentrums für Forensische Psychiatrie Niederbayern.
Baubeginn ist voraussichtlich im Jahr 2028. Die Baumaßnahme dauert etwa zwei Jahre. Die Kosten belaufen sich laut Vorplanung voraussichtlich auf 30 Millionen Euro und werden zu 100 Prozent vom Freistaat Bayern getragen.









