Ehrenamt

Ulrike Waldenfels aus Oberschneiding ist Governor bei den Lions

Die unterstützen, die Hilfe brauchen: Das ist ein Herzensanliegen von Ulrike Waldenfels und ein Grund, warum sie den Lions beigetreten ist. Aber es gibt auch noch andere.

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Blumen für Ulrike Waldenfels von Vorgänger Wolfgang Höflich vom Lionsclub Hof bei der Amtsübergabe vor einigen Wochen in Sankt Englmar; vorn der Wimpel mit dem farbenfrohen Löwen

Blumen für Ulrike Waldenfels von Vorgänger Wolfgang Höflich vom Lionsclub Hof bei der Amtsübergabe vor einigen Wochen in Sankt Englmar; vorn der Wimpel mit dem farbenfrohen Löwen

Helfen, die Welt besser zu machen: Das haben sich die Lions auf die Fahnen geschrieben. Ulrike Waldenfels aus Oberschneiding ist eine von ihnen - und seit einigen Wochen in verantwortlicher ehrenamtlicher Position: Sie ist zur Governor gewählt worden und koordiniert nun 43 ostbayerische Clubs. Im Interview erklärt sie ihre Aufgaben und warum man sie bei der Feuerwehr nicht haben wollte.

Frau Waldenfels, was verbindet Sie mit den Lions?

Ulrike Waldenfels: Ich bin seit 2006 dabei - also seit genau 20 Jahren. Ich gehöre zum Club Schloss Wildthurn in Niederbayern mit Sitz in Landau. Das hat sich durch persönliche Kontakte ergeben.

Und warum gerade die Lions und nicht ein anderer Verein - die Feuerwehr zum Beispiel?

Waldenfels: Bei den Lions hatte ich von Anfang an ein gutes Bauchgefühl. Die machen was Gutes, da sind nette Leute dabei, das passt: Das waren meine Eindrücke.

Das Motto der Lions lautet „we serve“, zu Deutsch „wir dienen“. Können Sie das kurz erklären?

Waldenfels: Ich übersetze das lieber frei mit „wir helfen“. Dienen gefällt mir nicht so, das hört sich nach Hierarchie an. Wir helfen, und wir tun das auf Augenhöhe mit denen, die wir unterstützen wollen.

Wem haben Sie beziehungsweise die Lions denn beispielsweise schon geholfen?

Waldenfels: Unser Club unterstützt seit Jahren das Frauenhaus in Straubing; dafür haben wir immer wieder Geld gesammelt und gespendet. Auch das Haus Anna, ein Kinderhospiz im Landkreis Dingolfing-Landau, oder das Thomas-Wiser-Haus, eine Einrichtung für Heilpädagogik und Therapie für Kinder und Jugendliche, haben wir unterstützt, um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Sie sind seit dem 1. Juli Governor des Distrikts 111 Bayern-Ost und damit Ansprechpartnerin für 43 Lions-Clubs. Wie viele davon haben Sie schon besucht?

Waldenfels: Einige! Trotzdem werde ich es zeitlich nicht schaffen, bei allen vorbeizuschauen, auch wenn das schön wäre.

Welche Aufgaben hat ein Governor?

Waldenfels: Als Governor vertrete ich den Distrikt auf nationaler und internationaler Ebene - die Lions sind ja eine Weltorganisation. Dazu werde ich auf Veranstaltungen eingeladen, über Projekte informiert. Diese Infos gebe ich dann an die örtlichen Clubs weiter. Ein großer Bereich meiner Aufgaben dreht sich aber auch um Organisatorisches und Finanzen. Und auch, wenn sich das jetzt nicht so wahnsinnig spannend anhört: Auch das macht Spaß. Das Schönste am Lions-Sein ist es, dass man unglaublich viele unheimlich spannende Leute kennenlernt, so viele begeisterte und begeisternde Menschen.

Können Sie ein Beispiel nennen für ein überregionales Projekt?

Waldenfels: Natürlich, gerne! Ein ganz besonderes Projekt ist Friedensdorf International, das über die Stiftung der Deutschen Lions, einzelne Lionsclubs und viele, viele andere Unterstützer und Förderer finanziert wird. Friedensdorf International ist eine Kinderhilfsorganisation in Kriegs- und Krisengebieten. Sie sorgt beispielsweise dafür, dass Minenopfer und kranke Kinder, die in ihren Heimatländern nicht oder nicht ausreichend behandelt werden können, ausgeflogen werden zur medizinischen Versorgung in Deutschland. Die Kinder werden dazu in einer Einrichtung in Oberhausen in Nordrhein-Westfalen untergebracht.

Sie wirken betroffen, wenn Sie davon sprechen. Kennen Sie die Einrichtung näher?

Waldenfels: Ich war einmal dort. Zuvor waren mir beziehungsweise unserer Besuchergruppe einige Schicksale der dort untergebrachten Kinder geschildert worden. Es hat mich so mitgenommen, was Kinder hier auf unserer Welt erleiden müssen. Danach hatte ich irgendwie ein mulmiges Gefühl, das Haus zu betreten. Ich kann jetzt vermutlich nicht ausreichend in Worte fassen, warum das so war. Jedenfalls habe ich gemerkt, wie privilegiert wir in unserem Land sind und wie gut wir hier leben, während auf derselben Welt zur selben Zeit Kinder unfassbares Leid erleben müssen.

Wie ist die Begegnung mit den Kindern dann abgelaufen?

Waldenfels: ‚Spielst du mit mir Fußball‘ war die Frage, die sofort das Eis gebrochen hat. Die Kinder waren so herzlich, so fröhlich - das war sofort ansteckend. Diesen Besuch und die damit verbundenen Begegnungen vergesse ich nie.

Und das motiviert Sie, sich dafür weiter zu engagieren?

Waldenfels: Ja, natürlich. Und nicht nur dafür. Es gibt so viele wichtige Lionsprojekte - bei uns und auch weltweit. Einige davon sorgen auf dem afrikanischen Kontinent dafür, dass es sauberes Trinkwasser gibt für die Menschen und sanitäre Anlagen. Auch die Gleichberechtigung für Frauen und Mädchen - vor allem, dass auch sie Zugang zu Bildung haben, ist uns Lions ein Anliegen.

Die Amtszeit als Governor beträgt immer ein Jahr. Haben Sie sich für diese Zeit etwas Spezielles vorgenommen?

Waldenfels: Das Wichtigste ist mir, zu vermitteln, dass die Arbeit bei den Lions trotz allem Aufwand große Freude macht - den Clubmitgliedern genauso wie allen anderen, die unsere Arbeit unterstützen. Und dabei bin ich nicht alleine, denn ich habe drei Vizegovernors an meiner Seite. Den Spaß an der Lionsarbeit wollte ich übrigens auch in der Gestaltung meines Wimpels ausdrücken, deswegen habe ich mich für einen lächelnden Löwen mit farbenfroher Mähne entschieden. Wir helfen, und wir haben Freude daran - weil wir überzeugt sind, dass jeder die Welt ein bisschen freundlicher, schöner und lebenswerter machen kann.

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