Wahl-Spezial (5): Kultur/Sport/Bildung

Sport, Bildung, Kultur in Landshut: Das sagen die OB-Kandidaten

In unserem Wahl-Spezial beschäftigen wir uns mit sechs Zukunftsthemen, die die Stadt Landshut bewegen. Wir stellen die Positionen der OB-Kandidaten zu diesen Themen vor. In dieser Folge: Sport, Bildung und Kultur.

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Das Spektakel in Landshut zieht jedes Jahr Tausende Besucher an. 

Das Spektakel in Landshut zieht jedes Jahr Tausende Besucher an. 

Von Uli Karg

Kultur, Bildung und Sport: Das sind die Bereiche, in denen die Grundlagen gelegt werden für ein gesellschaftliches Miteinander, für Begegnungen, Austausch und Identifikation mit dem Ort, an dem man lebt. Während der Amtszeit von Oberbürgermeister Josef Deimer (1970 bis 2004) erlebte die Pflege des „vorpolitischen Raums“ Hochkonjunktur – von Deimers groß angelegtem dezentralen Sportstättenkonzept profitieren die Menschen in ihren jeweiligen Stadtteilen bis heute.

Möglich gemacht wurde dies, genauso wie Ausgaben im kulturellen Bereich, durch freiwillige Leistungen. Dabei handelt es sich um Aufgaben, die sich die Kommune selbst stellt – immer abhängig davon, was sie sich leisten kann. Angesichts einer konstant angespannten Haushaltslage geraten daher zunächst die freiwilligen Leistungen unter Druck. Spürbar war das bereits in den vergangenen Jahren, noch für den letzten Haushalt ist es der Stadt jedoch gelungen, dass etwa an den „Mitteln zur Förderung von Einrichtungen und Maßnahmen der Sportvereine“ nicht gekürzt wurde. Nichtsdestotrotz: Der Spielraum wird geringer, auch weil es die Stadt, Stichwort Bildung, zuletzt mit gleich drei Schulneubauten zu tun hatte.

Dritte Bürgermeisterin Jutta Widmann (Freie Wähler) brachte daher vor Kurzem die Streichung jeglicher städtischer Zuschüsse für bestehende kulturelle Veranstaltungen ins Spiel. Oberbürgermeister Alexander Putz (CSU) nannte den Vorschlag „unverantwortlich“, vom Stadtrat wurde er abgelehnt. Gezeigt hat sich jedoch: Die Luft wird dünner. Im Experteninterview erklärt Dr. Christian Raffer vom Deutschen Institut für Urbanistik (Difu), worauf wir uns in Sachen freiwillige Leistungen einstellen müssen.

Raffer ist Experte für Kommunalfinanzen am Deutschen Institut für Urbanistik (Difu), Berlin.

Raffer ist Experte für Kommunalfinanzen am Deutschen Institut für Urbanistik (Difu), Berlin.

Expertenmeinung: „An freiwilligen Leistungen zu sparen, heißt, da zu sparen, wo es weh tut.“

In Landshut ist die Haushaltslage extrem angespannt, die Stadt ist aber keine Ausnahme. Wie gehen andere Kommunen mit dieser Herausforderung um?

Christian Raffer: Derzeit befinden sich die Kommunen in Deutschland in einer historischen Finanzkrise. Egal, wo im Land ich bin, überall erzählen die Kämmerer davon, wie angespannt die Lage gerade ist. Landshut ist also keine Ausnahme. Kommunen bauen Rücklagen ab, wenn sie welche haben. Andere verhängen Einstellungsstopps oder kürzen bei den Investitionen. Als letzte Möglichkeit wird gespart. Rechtlich möglich ist das vor allem bei den freiwilligen Leistungen.

Was bedeuten Kürzungen der freiwilligen Leistungen konkret?

Raffer: Das mag erst mal eher technisch klingen. Es handelt sich dabei aber um Bereiche, die für viele Menschen vor Ort sehr wichtig sind. Theater etwa, oder Bibliotheken, Zuschüsse an die Vereine, freiwillige Jugendarbeit. An freiwilligen Leistungen zu sparen, heißt, da zu sparen, wo es weh tut.

In der politischen Diskussion werden freiwillige Leistungen oft als „Zuckerl“ dargestellt. Lässt sich das pauschal so sagen?

Raffer: Das würde ich nicht so sagen, denn viele freiwillige Leistungen stützen den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Und den brauchen wir dringender denn je. An Orten, an denen der Staat als nicht mehr funktionsfähig wahrgenommen wird, setzen Wähler ihr Kreuzchen eher bei populistischen Parteien. Das ist in der Forschung mittlerweile recht gut belegt. Nicht mehr funktionsfähig heißt, dass freiwillige Angebote wegfallen. Aber auch, dass die Infrastruktur vor Ort sich verschlechtert oder die Wartezeiten beim Amt länger werden. Das kann niemand wollen.

Welche Wege stehen einer Stadt wie Landshut noch offen, um mit der Situation zurechtzukommen?

Raffer: Leider stimmen die Prognosen für die kommenden Jahre nicht gerade optimistisch. Mit einer schnellen Belebung der Konjunktur und damit der Steuereinnahmen ist nicht zu rechnen. Gleichzeitig sind die Handlungsspielräume irgendwann auch in der letzten Kommune ausgereizt. Darum müssen der Bund und vor allem die Länder den Kommunen jetzt unter die Arme greifen. Darauf warten sollten die Gemeinden, Städte und Landkreise aber nicht. Darum ist es wichtig, vorhandene Mittel effizienter einzusetzen. Das heißt dann natürlich, Standards zu hinterfragen und Aufgaben zu priorisieren. Es heißt aber auch, zu prüfen, wo zum Beispiel Digitalisierung die Arbeit der Verwaltung unterstützen kann.

Welche Auswirkungen sind für die Infrastruktur vor Ort zu erwarten? In Landshut war zuletzt beispielsweise die Sanierung des Stadttheaters ein Thema.

Raffer: Die kommunalen Spitzenverbände rechnen mit einem deutlichen Einbruch der Investitionen in den kommenden Jahren. Das heißt, dass man es sich vielerorts nicht mehr wie in der Vergangenheit leisten kann, Gebäude, Straßen oder Kanäle zu bauen, zu erweitern und auch zu sanieren. Das dürfte in Landshut nicht recht viel anders sein und ist gleich aus mehreren Gründen ein Problem. Schon heute befindet sich die Infrastruktur in vielen Teilen Deutschlands in keinem guten Zustand. Wenn Investitionen gekürzt werden, wird sich das weiter zuspitzen. Gleichzeitig entstehen mit der Klimaerwärmung und der Alterung der Gesellschaft neue Bedarfe in der Zukunft, auf die wir uns schon heute einstellen müssen. Wir werden künftig weniger Schulen, dafür aber mehr Pflegeheime brauchen, zudem in den Städten einen besseren Schutz vor Hitze und Hochwasser. Kommunen, die sich darauf nicht einstellen, werden in 20 Jahren Probleme damit haben, ihren Auftrag zur Daseinsvorsorge noch gut erfüllen zu können.

Dr. Christian Raffer arbeitet am Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) seit Juli 2020 als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsbereich Infrastruktur, Wirtschaft und Finanzen. Dort verantwortet er unter anderem das KfW-Kommunalpanel. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Kommunalfinanzen und kommunaler Haushaltsführung, Regionalökonomie sowie Empirie. Am  Difu beschäftigt er sich außerdem mit Fragen kommunaler Nachhaltigkeitssteuerung.

Wir haben die OB-Kandidaten gefragt: „Wie sieht Ihr Konzept für Kultur, Sport und Bildung in Landshut aus?“

Allen Kandidaten stand der gleiche Umfang für ihre Aussagen zur Verfügung. Die Längen der jeweiligen Antwort hat jeder Kandidat selbst
festgelegt. Die Antworten erscheinen so, wie von den Kandidaten formuliert.

Thomas Haslinger (CSU)

Wir wollen im Bereich der Schulen weiter investieren. Die Realschule und zwei Grundschulen im Wert von weit über 100 Millionen Euro wurden fertiggestellt oder befinden sich gerade im Bau. Jetzt gilt es, die notwendigen Sanierungen an den anderen Schulen voranzubringen. Dabei steht die Grundschule Peter und Paul an Priorität 1. Ein erster Bauabschnitt soll zeitnah umgesetzt werden. An den anderen Schulen soll das Budget für den Unterhalt erhöht werden, um mit vielen kleinen Maßnahmen eine Verbesserung zu erzielen. Neue oder sanierte Turnhallen müssen von Anfang an für Schul- und Vereinssport mitgedacht werden, um für beides optimal ausgelegt zu werden. So können wir Synergien nutzen und Kosten sparen.

Wir brauchen ein ganzheitliches Sportstättenkonzept für Landshut, das den Anforderungen der Zeit Rechnung trägt und auf noch mehr Kooperation zwischen den Sportvereinen setzt. Breiten- wie Spitzensport sollen gleichermaßen gefördert werden, ein Gymnasium und eine Realschule mit einer jeweils eigenen Sportklasse pro Jahrgang versehen werden. Den zusätzlichen Status eines Partnerzentrums des Wintersports für beide Schulen möchte ich zeitnah noch im Kalenderjahr 2026 erreichen.

Die Kulturlandschaft in Landshut möchten wir aufrechterhalten und stärken, das gilt für städtische wie auch private Initiativen gleichermaßen. Der nächste Bauabschnitt des Stadtmuseums soll wie bereits beschlossen umgesetzt werden und das Theater in die Innenstadt zurückgeholt werden. Bei allen Maßnahmen bei Bildung, Sport und Kultur gilt es, wie in allen anderen Bereichen, kostengünstig und zweckmäßig zu bauen.

Heiko Helmbrecht (ÖDP)

Kultur, Bildung und Sport prägen das gesellschaftliche Leben von Landshut. Ich möchte die kulturelle Vielfalt unserer Stadt sichtbar und erlebbar machen – von Musik und Theater über Kleinkunst bis hin zu modernen Formaten und Jugendkultur. Gerade in finanziell schwierigen Zeiten braucht es klare Prioritäten, um Zusammenhalt, Teilhabe und Lebensqualität zu sichern.

Für mich beginnt das bei den Pflichtaufgaben. Schulen und Kitas müssen baulich in gutem Zustand sein. Dringend erforderliche Sanierungen, etwa an der Grundschule Peter und Paul, dürfen nicht immer wieder aufgeschoben werden.

Bildung endet nicht im Klassenzimmer. Eine stärkere Zusammenarbeit von Schulen mit Sportvereinen, Musikschulen und kulturellen Einrichtungen schafft zusätzliche Angebote für Kinder und Jugendliche und stärkt Gemeinschaft, Kreativität und Verantwortung.

Die Kulturszene Landshuts braucht keine neuen Verbote, sondern eine Verwaltung, die ermöglicht statt blockiert. Vorgaben müssen praktikabel bleiben, damit kulturelles Engagement unterstützt wird. Wo es Konflikte gibt, etwa beim Lärmschutz am Beispiel des Salzstadels, sollten zunächst technische oder organisatorische Lösungen geprüft werden.

Ein wichtiger Baustein der Landshuter Kulturlandschaft ist das Landshuter Theater. Es erfüllt einen überregionalen Kulturauftrag und darf die Stadt finanziell nicht dauerhaft überfordern. Deshalb sollte geprüft werden, ob der Bernlochner-Komplex als zentraler Theaterstandort zweckgebunden in die Verantwortung des Freistaats Bayern übergehen kann, um Bau und Sanierung langfristig abzusichern.

Sport ist ein wichtiger Teil des Gemeinwohls. Ich stehe für eine transparente und faire Förderung der Vereine. Gesellschaftliches Engagement – etwa in der Jugendarbeit, Integration oder Inklusion – soll dabei stärker berücksichtigt werden. Jugendarbeit ist zugleich wirksame Präventionsarbeit.

Kultur, Bildung und Sport lassen sich nicht unbegrenzt aus dem städtischen Haushalt finanzieren. Kooperationen, Förderprogramme und bürgerschaftliches Engagement können Projekte ermöglichen, ohne die Stadt zu überfordern.

Norbert Hoffmann (Zukunft Landshut) 

Landshut ist eine Stadt mit einem reichen kulturellen Erbe und einer lebendigen, vielfältigen Kulturszene. Dieses historisch gewachsene Fundament – mit seinen Institutionen, Veranstaltungen und Traditionen – gilt es zu bewahren, wertzuschätzen und zeitgemäß weiterzuentwickeln. Gleichzeitig dürfen wir den Blick nach vorne nicht verlieren. Tradition und Innovation gehören in einer lebendigen Stadt untrennbar zusammen.

Im Kulturbereich ist daher ein Miteinander von etablierten Einrichtungen und neuen, kreativen Formaten wichtig. Private und freie Initiativen sollen gezielt unterstützt und besser miteinander vernetzt werden, damit kulturelle Angebote ineinandergreifen und neue Impulse entstehen können.

Die Entwicklung eines Museumsquartiers, nicht zuletzt auch durch einen schnellen Weiterbau des Stadtmuseums ist zu begrüßen. Das starke bürgerschaftliche Engagement bei diesem Projekt ist besonders beachtlich und kann beispielgebend für weitere Projekte sein.

Eine wichtige Rolle im Landshuter Kulturleben nimmt das Stadttheater ein. Die schnellstmögliche Rückkehr ins Stadtzentrum ist eine prioritäre Aufgabe.

Sport ist weit mehr als Freizeitgestaltung. Er steht für Zusammenhalt, Gesundheit, Jugendförderung und Integration. Gerade deshalb müssen auch in finanziell herausfordernden Zeiten die Sportvereine nach Kräften unterstützt werden. Das ehrenamtliche Engagement im Sport trägt enorm zum gesellschaftlichen Zusammenhalt in Landshut bei und verdient Anerkennung, Verlässlichkeit und Unterstützung. Der EV Landshut ist dabei ein wichtiges Aushängeschild der Stadt und ein identitätsstiftender Faktor weit über die Region hinaus.

Im Bildungs- und Sozialbereich ist der konsequente Ausbau der Kita-Infrastruktur ein zentrales Anliegen. Gute frühkindliche Bildung erhöht die Chancengerechtigkeit, entlastet Familien und ist eine Investition in die Zukunft unserer Stadt.

Der Ansatz für Kultur, Sport und Bildung ist damit ganzheitlich: Bewahren, was Landshut ausmacht, und gleichzeitig Raum schaffen für Neues, für Engagement, für Begegnung und für eine Stadt, in der sich alle Generationen zuhause fühlen.

Gabriella Lando (Linke)

Kultur, Sport und Bildung sind für uns keine freiwilligen Zusatzangebote, sondern Grundpfeiler einer offenen, bunten Stadt. Sie entscheiden darüber, ob Menschen bleiben, sich einbringen und Landshut als ihre Heimat identifizieren.

Kultur braucht Raum, Verlässlichkeit und Sichtbarkeit. Einrichtungen wie die Alte Kaserne sind wichtig, ersetzen aber keine freien, niedrigschwelligen Orte. Gerade junge Menschen brauchen Treffpunkte, an denen sie sich selbstständig aufhalten können, ohne Konsumzwang und ohne ständige Betreuung. Solche Räume müssen gemeinsam mit Jugendlichen entwickelt werden, damit sie ihren tatsächlichen Bedürfnissen entsprechen. Zwischennutzungen von Leerstand für Kultur, Jugendprojekte und kreative Initiativen sind dafür ein Baustein. Kreative neue Projekte sollen gefördert werden.

Ein lebendiges Stadttheater gehört ins Zentrum der Stadt. Ein wiederaufgebautes Theater stärkt kulturelle Vielfalt, demokratischen Austausch und belebt die Innenstadt nachhaltig. Kultur im Herzen der Stadt schafft Begegnung und macht Landshut vielseitig.

Sport ist gelebte Teilhabe. Vereine leisten enorme soziale Arbeit und brauchen verlässliche Unterstützung, gute Sportstätten und faire Zugänge. Sportangebote müssen barrierefrei und unabhängig vom Einkommen nutzbar sein, damit alle mitmachen können.

Bildung beginnt früh und endet nicht mit dem Schulabschluss. Kitas, Schulen, Jugendzentren, Musikschule, Bibliotheken und freie Träger sind Orte der Bildung, Demokratie und Begegnung. Politische Bildung, Aufklärung gegen Extremismus und verpflichtende Fortbildungen für Fachkräfte gehören ebenso dazu wie der Ausbau von Musikangeboten. Bildungsgerechtigkeit darf nicht vom Geldbeutel abhängen.

Kultur, Sport und Bildung müssen zusammengedacht werden. Wo Räume offen sind, Teilhabe möglich ist und Vielfalt sichtbar wird, entsteht Zusammenhalt. Mein Ziel ist eine Stadt, die Räume schafft statt schließt, junge Menschen beteiligt statt verwaltet und Kultur, Sport und Bildung als gemeinsame Verantwortung versteht. So bleibt Landshut lebendig, demokratisch und zukunftsfähig.

Olaf Minet (parteilos) 

Kultur, Sport und Bildung werden oft gemeinsam behandelt, obwohl jedes dieser Themen für sich genommen zentral für eine funktionierende Stadtgesellschaft ist. Sie fördern Zusammenhalt, Begegnung und Identifikation mit der Stadt – und sind damit keine freiwilligen Zusatzangebote, sondern Grundlagen für die Zukunftsfähigkeit Landshuts.

Im Bereich Bildung sehe ich großes Entwicklungspotenzial, insbesondere bei der Hochschule. Um Studierende stärker in der Stadt zu verankern, sollten freie Flächen und Leerstände genutzt werden, um Hochschularbeit sichtbar in die Innenstadt zu verankern – etwa durch Projekte, Seminare oder offene Formate. Das stärkt die Identifikation junger Menschen mit Landshut und wirkt gleichzeitig positiv auf Einzelhandel und Gastronomie. Mehr junge Menschen in der Stadt bedeuten mehr Leben, mehr Austausch und mehr wirtschaftliche Impulse.

Im Sport stoßen viele Vereine trotz steigender Nachfrage an finanzielle und personelle Grenzen. Um Qualität und Vielfalt zu erhalten, wird es künftig auch einen stärkeren finanziellen Beitrag aus der Gesellschaft brauchen. Gleichzeitig muss sichergestellt werden, dass Familien und Menschen mit geringerem Einkommen durch Unterstützungsmodelle weiterhin teilnehmen können. Zudem braucht es innovativere Angebote für Jugendliche, die über klassische Sportarten hinausgehen und den veränderten Interessen junger Menschen gerecht werden.

Auch in der Kultur ist Realismus gefragt. Das Theaterzelt wird auf absehbare Zeit die zentrale Spielstätte bleiben. Statt weiterer Planungen müssen die bestehenden Strukturen gepflegt und so ausgestattet werden, dass Künstlerinnen, Künstler und Publikum dort gute Bedingungen vorfinden. Kultur umfasst jedoch weit mehr: das Stadtspektakel, Musikschule, Theatergruppen, Fasching, freie Musik- und Kulturszenen. Diese Vielfalt muss sichtbarer gemacht und weiterentwickelt werden.

Da finanzielle Spielräume begrenzt sind, braucht es Kreativität, Zusammenarbeit und Geduld. Nicht alles ist sofort umsetzbar. Wichtig ist, die Themen immer wieder auf die Tagesordnung zu setzen, den Dialog zu suchen und gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln.

Christoph Rabl (Grüne) 

Kultur, Sport und Bildung sind für mich zentrale Säulen einer lebenswerten Stadt. Sie schaffen Zusammenhalt, Teilhabe und Lebensfreude. Ich will, dass alle Menschen – unabhängig von Einkommen oder Herkunft – Zugang zu diesen Angeboten haben.

Landshut hat eine vielfältige Kulturszene, die ich verlässlich fördern und weiterentwickeln möchte. Dazu gehören bezahlbare Räume für Kunst und Jugendkultur, eine Stärkung der Museen und ein zügiger Neubau des Stadttheaters. Kultur soll auch im öffentlichen Raum und in den Stadtteilen sichtbar sein.

Im Sport setze ich auf starke Vereine, moderne und barrierefreie Sportstätten sowie mehr Bewegungsangebote im öffentlichen Raum. Besonders wichtig ist mir, dass jedes Kind schwimmen lernen kann. Bildung beginnt bei gut ausgestatteten Kitas und Schulen, reicht über Ganztagsangebote bis zur Hochschule. Landshut soll als Bildungs- und Hochschulstadt spürbar und attraktiv sein.

Patricia Steinberger (SPD) 

Landshut kann stolz sein auf sein kulturelles Erbe, seine Bildungslandschaft und ein starkes Vereinsleben. Mit klaren Prioritäten, klarer Haltung und klarer Verantwortung möchte ich das weiterentwickeln.

Das Stadttheater ist das kulturelle Herz Landshuts und zugleich ein Symbol des Stillstands. Die Sanierung darf nicht länger aufgeschoben werden. Ziel ist die schnellstmögliche Rückkehr ins Herz der Stadt durch eine Bauabschnittslösung sowie das konsequente Ausschöpfen alternativer Finanzierungswege wie Fördermittel, Kooperationen und Stiftungen. Ein starkes Stadttheater ist kein Luxus, sondern Ausdruck einer weltoffenen, selbstbewussten Stadt.

Kultur lebt nicht nur in großen Häusern, sondern in Vereinen, Initiativen, Ateliers und auf Festivals. Deshalb machen wir die Kulturförderung transparenter und planbarer, stärken freie Kulturschaffende dauerhaft, schaffen Räume für junge Kunst – etwa durch Zwischennutzungen leerstehender Gebäude – und verankern kulturelle Bildung in Kitas, Schulen und Stadtteilen. Die Hochschule Landshut binden wir stärker in die Stadtentwicklung ein und fördern ihre Integration als selbstverständlichen Teil der Stadtgesellschaft.

Jedes Kind soll in Landshut die gleichen Chancen haben – unabhängig von Herkunft oder Einkommen. Dazu gehören solide Schulhäuser, moderne digitale Ausstattung, mehr Schulsozialarbeit sowie Sprachförderung und Inklusion als Selbstverständlichkeit. Bildung ist die wichtigste Investition in unsere Zukunft.

Sport verbindet Menschen – unabhängig von Alter, Herkunft oder sozialem Hintergrund. In unseren Vereinen entstehen Gemeinschaft, Respekt und gegenseitige Verantwortung. Gerade der Mannschaftssport vermittelt Werte wie Fairness, Verlässlichkeit und Solidarität und stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Sportvereine sind Orte der Begegnung, an denen Integration gelingt und junge Menschen Halt, Struktur und Vorbilder finden. Wer den Sport stärkt, stärkt nicht nur die Gesundheit, sondern auch das Miteinander in unserer Stadt.

Günter Straßberger (AfD)

Ich denke, dass man auf mehr Inklusion, bessere Vernetzung und auf Praxisorientierung setzen sollte. Förderung kreativer Bildung für Kinder, zum Beispiel im Kasimir-Museum. Schulen sollten vermehrt soziale und praktische Bildung anbieten.

Petra Strasser (Freie Wähler) 

Angesichts der schwierigen Haushaltslage gilt für mich: Zuerst müssen die Pflichtaufgaben erfüllt werden, danach sind freiwillige Leistungen gleichmäßig zu berücksichtigen. Im Bereich Bildung hat die Sanierung der Grundschule Peter und Paul höchste Priorität. Es darf nicht sein, dass Kinder in schimmeligen Schulgebäuden unterrichtet werden müssen.

Langfristig halte ich auch den Neubau eines Hallenbads für sinnvoller als eine jahrelange Sanierung in kleinen Schritten. Kultur und Sport sind wichtige Bestandteile des gesellschaftlichen Lebens in Landshut, müssen aber solide finanziert und verantwortungsvoll geplant werden.

Jürgen Wachter (FDP) 

Eine Stadt erkennt man auch daran, wie sie mit ihren Kindern, ihren Vereinen und ihrer Kultur umgeht. Ich finde, da kann Landshut noch viel besser werden.

Bildung hat für mich höchste Priorität. Darunter verstehe ich moderne Schulen, gut ausgestattete dezentrale Kitas und digitale Klassenzimmer, die ihren Namen auch verdienen. Dazu gehört auch, dass wir unsere bestehenden Schulen in einen zeitgemäßen baulichen Zustand bringen. Klare Priorität hat hier die Grundschule Peter und Paul, aber auch in anderen Schulen besteht dringender Handlungsbedarf.

Schulen sollen auch Orte sein, an denen nicht nur vormittags Leben herrscht, sondern die im Stadtteil wirken. Schulhöfe und Sportanlagen sollten auch außerhalb der Schulzeiten für Vereine und private Initiativen geöffnet werden, um die Auslastung zu optimieren und den sozialen Zusammenhalt im Quartier zu stärken.

Als Hochschulstadt müssen wir die Hochschule Landshut noch enger mit Stadt und Wirtschaft vernetzen. Standorte der Hochschule in der Innenstadt halte ich für überaus wichtig, um ihre Sichtbarkeit zu erhöhen und studentisches Leben in den Kern der Stadt zu bringen. Davon profitiert nicht nur die Hochschule, sondern auch Gastronomie, Einzelhandel und die kulturelle Vielfalt in der Stadt.

Schulen sind auch Standortfaktor. Unternehmen benötigen vor Ort ein dichtes Netz an Kinderbetreuungseinrichtungen. Nur wenn wir hier über ausreichende und attraktive Angebote verfügen, schaffen Unternehmen es, junge, gut ausgebildete Mitarbeiter und deren Familien nach Landshut zu holen oder zu halten.

Kultur und Sport gehören für mich natürlich dazu. Ich stehe zur Rückkehr des Stadttheaters in den Bernlochner-Komplex in der jetzt beschlossenen Version und zum weiteren Ausbau des Stadtmuseums, um Landshuts historisches Erbe zu sichern.

Und unsere Sportvereine? Die leisten Großartiges – sie verdienen Unterstützung, verlässliche Rahmenbedingungen und Wertschätzung. Ihre Arbeit in der Kinder- und Jugendförderung, bei Integration und Inklusion, aber auch im Erwachsenensport, ist unverzichtbar. Der Ausbau und Erhalt unserer Stadtteilsportanlagen halte ich für genauso notwendig wie die Sanierung des städtischen Hallenbads.

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