Wahl-Spezial (4): Klima

So wollen die Landshuter OB-Kandidaten den Klima-Herausforderungen begegnen

In unserem Wahl-Spezial beschäftigen wir uns mit sechs zentralen Zukunftsthemen, die die Stadt Landshut bewegen. Wir stellen die Positionen der OB-Kandidaten zu diesen Themen vor. In dieser Folge: Klima.

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Bäume in der Landshuter Altstadt sind ein umstrittenes Thema.

Bäume in der Landshuter Altstadt sind ein umstrittenes Thema.

Klimaschutz, Klimaneutralität und Klimaanpassung zählen zu den zentralen Herausforderungen unserer Zeit. In Städten ist der Klimawandel auf besondere Weise zu spüren. So hat auch Landshut im vergangenen Jahr beim Hitzecheck der Deutschen Umwelthilfe (DUH) die „Gelbe Karte“ erhalten. Laut der Auswertung sind 36 Prozent der Landshuter Bevölkerung überdurchschnittlich stark von Hitze betroffen, rund 58 Prozent durchschnittlich und nur sechs Prozent geringfügig. In Landshut zählen zu den besonderen „Hitzeinseln“ das Industriegebiet, das Nikolaviertel und die historische Innenstadt.

Dabei erwarten die aus den Klimamodellen abgeleiteten Prognosen, dass die Jahresmitteltemperaturen in Landshut bis zum Ende des Jahrhunderts um bis zu 4,2 Grad steigen und Hitzetage, tropische Nächte sowie Hitzewellen zunehmen. Zudem drohen in Landshut aufgrund der Topografie besondere Gefahren durch Starkregen und Sturzfluten.

Ein heiß diskutiertes Thema in Landshut ist die Begrünung der Innenstadt. Bei der Leserumfrage „Landshut-Trend“ im Juli 2025 herrschte große Aufgeschlossenheit für Baumpflanzungen in der Innenstadt – selbst wenn dafür bei der Landshuter Hochzeit weniger Tribünen aufgestellt werden können und selbst, wenn damit Parkplätze wegfallen.

Um die Stadt fit für die Herausforderungen des Klimawandels zu machen, hat der Stadtrat in den vergangenen Jahren mehrere Konzepte verabschiedet, darunter das Klimaanpassungskonzept, den Klimaaktionsplan und das Sturzflutmanagement; die weitere Umsetzung wird, wie auch die zukünftige Energie- und Wärmeversorgung, zu den Herausforderungen des neuen Stadtrats zählen.

Stephan Pauleit ist Experte am Lehrstuhl für Strategie und Management der Landschaftsentwicklung, Technische Universität München.

Stephan Pauleit ist Experte am Lehrstuhl für Strategie und Management der Landschaftsentwicklung, Technische Universität München.

Expertenmeinung: „Eine zentrale Maßnahme ist die stärkere Begrünung.“

Herr Pauleit, wie wird sich das Klima in einer Stadt wie Landshut in den nächsten Jahrzehnten entwickeln?

Stephan Pauleit: Der Klimawandel wirkt sich auf alle Jahreszeiten aus, besonders spürbar ist er im Sommer. Die Sommer werden heißer, mit längeren Trockenphasen, die Mensch und Vegetation stark belasten. Bereits zwischen 1961/1990 und 1991/2020 ist laut Klimawandelanpassungskonzept die durchschnittliche Lufttemperatur in Landshut um 1,2 Grad Celsius gestiegen. Die Zahl der Sommertage über 25 Grad nahm von 38 auf 52 Tage zu, Hitzetage über 30 Grad sogar von fünf auf zwölf Tage. Die Entwicklung wird sich weiter verstärken. Studien zeigen, dass zunehmende Hitze die Gesundheit belastet und die Sterblichkeit erhöht – besonders bei älteren Menschen und Personen mit Vorerkrankungen. Städte müssen deshalb handeln und sich anpassen.

Was sind dabei die drängendsten Aufgaben?

Pauleit: Eine zentrale Maßnahme ist die stärkere Begrünung. Gebäude, Straßen und Plätze speichern Wärme und heizen die Umgebung auf. Vegetation dagegen kühlt durch Verdunstung und speichert weniger Wärme. Besonders Bäume sind wirksam: Sie spenden Schatten und senken die Lufttemperatur an heißen Tagen um etwa ein bis drei Grad. Noch wichtiger ist die deutlich geringere gefühlte Temperatur im Schatten. Deshalb müssen Grünflächen gesichert, alte Baumbestände geschützt und dicht bebaute Stadtviertel stärker begrünt werden.

Wie gelingt dies in dicht bebauten Innenstadtvierteln?

Pauleit: Hier ist die Herausforderung besonders groß, da freie Flächen knapp sind. Untersuchungen zeigen jedoch, dass gezielte Begrünung von Hitze-Hotspots – etwa Kreuzungen oder süd- und westorientierten Fassaden – die Hitzebelastung deutlich reduzieren kann. Voraussetzung ist, dass rund 25 Prozent der Flächen von Bäumen überschirmt sind. Platz für Bäume ist grundsätzlich vorhanden, doch das gelingt nur, wenn der Verkehr, insbesondere der ruhende Verkehr, reduziert wird. Für jeden neuen Großbaum muss ein Parkplatz weichen. Zusätzlich erschweren Leitungen im Untergrund die Umsetzung. Das erfordert klare Entscheidungen, wie wir künftig in unseren Städten leben wollen. Diese Investitionen lohnen sich: Sie senken langfristig Kosten und verbessern die Lebensqualität. Grüne Freiräume sind dafür unverzichtbar.

In der Landshuter Altstadt wird mit mobilem Grün und begrünten Bushäuschen experimentiert, außerdem soll ein Fontänenfeld errichtet werden. Wie wirksam sind solche Maßnahmen?

Pauleit: Historische Viertel stellen besondere Anforderungen, da der Denkmalschutz berücksichtigt werden muss. Dennoch sind Anpassungen möglich. Ein Gutachten für die Münchner Altstadt schlägt etwa ein Netz von „kühlen Inseln“ vor, die maximal 150 Meter voneinander entfernt liegen und an Hitzetage Abkühlung bieten. Solche Orte können durch einzelne Bäume, kleine Baumgruppen oder begrünte Bushäuschen entstehen, die sich ins historische Stadtbild einfügen. Auch Wasser ist an heißen Tagen sehr attraktiv. Wichtig ist jedoch ein sparsamer Umgang damit.

Wie muss sich die Stadtplanung insgesamt verändern?

Pauleit: Entscheidend ist eine integrierte Planung. Die verschiedenen Fachämter müssen eng zusammenarbeiten, um Freiräume klimaresilient zu gestalten. Grünflächen dürfen kein nachträglicher Zusatz sein, sie müssen von Beginn an Teil der Bau-, Mobilitäts- und Infrastrukturplanung sein. Dabei gilt es, Synergien zu nutzen: Grün fördert umweltfreundliche Mobilität, entlastet die Kanalisation und verbessert das Stadtklima. Ebenso wichtig ist die Beteiligung der Bürger.

Der Lehrstuhl von Pauleit beschäftigt sich in Forschung, Politikberatung und Lehre mit der Planung und nachhaltigen Entwicklung von Natur- und Kulturlandschaften, inklusive Stadtlandschaften. Im Vordergrund stehen Planungsbeiträge für die Bewältigung von Zukunftsaufgaben unter den Bedingungen der Globalisierung. Seine Interessen sind Stadtökologie und städtische Landschaftsplanung. Pauleit hat sich besonders mit der Anpassung von Städten an den Klimawandel beschäftigt.

Wir haben die OB-Kandidaten gefragt: „Wie sollte Landshut den Klima-Herausforderungen der Zukunft begegnen?“

Allen Kandidaten stand der gleiche Umfang für ihre Aussagen zur Verfügung. Die Längen der jeweiligen Antwort hat jeder Kandidat selbst festgelegt. Die Antworten erscheinen so, wie von den Kandidaten formuliert.

Thomas Haslinger (CSU)

Hier ist in den letzten Jahren bereits sehr viel getan worden. Klimaanpassungs- und Klimaschutzkonzept wollen wir weiterentwickeln und fortführen. Gleiches gilt für das Sturzflutrisikomanagement.

Darüber hinaus wird aktuell geprüft, wie wir mehr Grün in der Innenstadt ermöglichen können. Bei Bebauungsplänen wird auf die oben genannten Punkte vermehrt Rücksicht genommen und auch beim Bau wird auf klimaangepasste Maßnahmen geachtet. Daher ist es sehr schade, dass die Freiflächengestaltungssatzungen weggefallen sind, da das ein Rückschritt für konkrete Maßnahmen im Bereich Klima- und Naturschutz ist. Dennoch gilt auch hier, dass Maßnahmen mit Augenmaß umgesetzt werden müssen, die nicht zu einer signifikanten Steigerung der Baukosten führen dürfen. Der Dialog mit dem Bauherrn ist dabei sehr wichtig.

Mit der Geothermie wollen wir bei den Stadtwerken auf nachhaltige, regenerative Energie setzen. Darüber hinaus werden aktuell alle geplanten Landschaftsschutzgebiete abgearbeitet und nach und nach unter Schutz gestellt. In der laufenden Wahlperiode wurde bereits ein gutes Dutzend an Landschaftsschutzgebieten entweder bereits neu beschlossen oder befindet sich aktuell im Verfahren.

Heiko Helmbrecht (ÖDP)

Landshut steht nicht nur vor den Folgen des Klimawandels, sondern auch vor einer zweiten, oft unterschätzten Krise: dem Verlust an Artenvielfalt. Beides hängt eng zusammen. Intakte Natur ist keine Nebensache, sondern Grundlage für Klimaschutz und Klimaanpassung – etwa, wenn unversiegelte Böden Wasser aufnehmen, Grünflächen Hitze abmildern oder artenreiche Flächen das Stadtklima stabilisieren.

In einer historisch gewachsenen Stadt wie Landshut müssen Klimaschutz und Klimaanpassung mit Stadtbild, Topografie und vorhandenen Strukturen zusammengedacht werden. Enge Altstadtbereiche heizen sich stark auf, Steilhänge sind rutschgefährdet, der Talraum der Isar ist hochwassersensibel. Pauschale Lösungen greifen hier nicht. Konkrete und detaillierte Konzepte liegen der Stadt längst vor. Das Problem ist nicht fehlendes Wissen, sondern mangelnde Verbindlichkeit. Klimaschutz und Klimaanpassung müssen als Querschnittsaufgabe fest im kommunalen Handeln verankert werden. Noch immer gibt es Bebauungsbestrebungen an Steilhängen, in Überschwemmungsgebieten sowie in wertvollen, artenreichen Flächen und Grünverbindungen, obwohl ihre Bedeutung für Klimaanpassung, Hochwasserschutz und Biodiversität bekannt ist.

Ein zentraler Ansatz ist der Umbau zur Schwammstadt: weniger Versiegelung, gezielte Entsiegelung und ein intelligenter Umgang mit Regenwasser. Das mindert Hochwasserrisiken und stärkt dicht bebaute Quartiere. Mehr Grünflächen, mehr Bäume und der Schutz von Frischluftschneisen sind dafür unverzichtbar.

Klimaanpassung ersetzt keinen Klimaschutz. Auch Landshut muss Treibhausgase senken – durch erneuerbare Energien, Fortschritte bei der Wärmewende und eine Stadtentwicklung, die Verkehr vermeidet und Flächenverbrauch begrenzt. Ökologische Vorsorge ist finanzielle Vernunft: Schäden durch Hitze, Hochwasser und Naturverlust sind langfristig teurer als rechtzeitiges Handeln. Kommunen dürfen damit nicht allein gelassen werden. Förderprogramme von Bund und Land müssen so gestaltet sein, dass sie auch für Städte mit knappen Haushalten umsetzbar sind.

Norbert Hoffmann (Zukunft Landshut)

Landshut sollte den Klimawandel sowohl vorsorgend als auch anpassend angehen und dabei bestehende Strukturen konsequent weiterentwickeln. Ein zentraler Baustein ist das Prinzip der Schwammstadt, um auf zunehmende Starkregenereignisse vorbereitet zu sein. Durch Entsiegelung, Versickerungsflächen und eine bessere Regenwasserrückhaltung kann Überflutungen wirksam vorgebeugt und gleichzeitig das Stadtklima verbessert werden.

In diesem Zusammenhang sollten Entsiegelungsmaßnahmen in bestehenden Quartieren systematisch geprüft und umgesetzt werden – etwa durch die Umgestaltung von Parkplätzen, Höfen und Verkehrsflächen. Ergänzend dazu bieten Photovoltaikanlagen in Kombination mit begrünten Dachflächen ein großes Potenzial: Sie fördern die lokale Energieerzeugung, reduzieren Hitzeinseln und verbessern die Wasserrückhaltung.

Auch im Bereich der Wärmeversorgung braucht es einen klaren Zukunftspfad. Die Prüfung der Nutzung von Geothermie kann einen wichtigen Beitrag zur klimafreundlichen und unabhängigen Energieversorgung leisten. Darauf aufbauend sollte schnellstmöglich ein integriertes kommunales Wärmekonzept / eine Wärmenetzplanung entwickelt und schrittweise umgesetzt werden.

Grundlage all dieser Maßnahmen ist das Klimaanpassungskonzept, das sukzessive und verbindlich umgesetzt werden muss. Entscheidend ist dabei ökologische, wirtschaftliche und soziale Aspekte gemeinsam zu denken und die Bevölkerung aktiv mitzunehmen.

So kann Landshut seine Widerstandsfähigkeit gegenüber Klimafolgen stärken und gleichzeitig die Lebensqualität langfristig sichern.

Gabriella Lando (Linke)

Die Klima-Herausforderungen der Zukunft verlangen entschlossenes Handeln auf kommunaler Ebene. Für Landshut bedeutet das: Klimaschutz muss sichtbar, wirksam und sozial gerecht umgesetzt werden. Eine klimagerechte Stadt ist nicht nur schöner, sondern messbar gesünder, widerstandsfähiger und zukunftsfähiger.

Ein Hebel ist die Begrünung der Innenstadt. Bäume, Fassaden- und Dachbegrünung sowie entsiegelte Flächen senken nachweislich die Temperaturen an heißen Tagen, verbessern die Luftqualität und schaffen Schatten und Aufenthaltsorte. Das ist kein dekoratives Beiwerk, sondern wirksamer Hitzeschutz. Mehr Grün bedeutet mehr Lebensqualität und mehr Verweilmöglichkeiten, etwa an der Isar, wo Schattenplätze und gut gestaltete Aufenthaltsräume den öffentlichen Raum für alle nutzbar machen. Begrünung steht dabei nicht im Widerspruch zur Geschichte der Altstadt. Landshut hat über Jahrhunderte Veränderungen bewältigt, vom Pferdeverkehr bis zum Auto. Sorgfältig geplante Begrünung respektiert historische Bausubstanz und verbessert zugleich das Stadtklima. Grün zu blockieren hieße, eine Chance für eine klimafeste Altstadt zu verspielen.

Ebenso wichtig ist der konsequente Ausbau erneuerbarer Energien. Solaranlagen auf öffentlichen Gebäuden wie Schulen, Sporthallen oder Verwaltungsgebäuden machen Klimaschutz sichtbar, sparen Energie und senken den CO2-Ausstoß. Werden dabei regionale Betriebe beauftragt, bleibt die Wertschöpfung vor Ort. Bestehende Flächen erfüllen so mehrere Funktionen gleichzeitig, ohne zusätzliche Flächen zu versiegeln. Klima und Wirtschaft dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden.

Ohne gesunde Umwelt gibt es keine Lebensqualität, keine innovativen Unternehmen und keine langfristig funktionierende Stadt. Nachhaltige Investitionen schaffen Arbeitsplätze, fördern Innovationen und sichern Einnahmen. Gerade junge Menschen profitieren von einer Stadt, die ihnen Perspektiven, Jobs und eine lebenswerte Umgebung bietet. Unser Ziel ist eine klimafeste Stadtentwicklung, die ökologische Verantwortung, soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Vernunft verbindet und Landshut für alle Generationen lebenswert erhält.

Olaf Minet (parteilos)

Klimapolitik und Klimaanpassung bedeuten Verantwortung. Verantwortung heißt, Maßnahmen sorgfältig zu prüfen, sie gut zu durchdenken und nicht nur auf die Kosten zu schauen, sondern auch auf ihren Nutzen und ihre Wirkung in zehn oder 20 Jahren. Wir müssen bewusst entscheiden, in welche Projekte wir investieren – und in welche nicht.

Ein wichtiger Ansatz ist unter anderem die Entsiegelung. Hier kann ich mir gut einen Wettbewerb vorstellen, der Bürgerinnen und Bürger animiert, Vorschläge zu machen: Wo können Flächen entsiegelt werden – im öffentlichen Raum, aber auch im privaten Bereich? Jede entsiegelte Fläche hilft und muss gefördert und zugleich eingefordert werden. Begrünung bleibt ein zentrales Thema – aber gezielt und sinnvoll. Dort, wo es fachlich und städtebaulich passt, müssen wir Bäume pflanzen, Fassaden und Dächer begrünen sowie Wasserflächen und fließendes Wasser einsetzen, um Kühlung und Aufenthaltsqualität zu schaffen. Zur Klimastrategie gehört auch, wie wir künftig bauen. In der Bauförderung müssen klimaneutrales Bauen, moderne Technologien und nachhaltige Materialien stärker berücksichtigt werden.

Gleichzeitig darf es keinen Zwang geben. Entscheidend ist eine gute Durchmischung, die Innovation ermöglicht, ohne zu überfordern. Dabei müssen wir sehr sorgfältig abwägen, welche Materialien und Bauweisen uns langfristig weiterbringen. Ganz wichtig ist mir: Die Identität der Landshuter Innenstadt und der Stadt insgesamt darf nicht aufs Spiel gesetzt werden. Stadtentwicklung braucht Maß, Respekt vor dem Bestehenden und einen behutsamen Umgang mit unserem Stadtbild. Schnellschüsse helfen hier nicht. Aber Stillstand hilft ebenso wenig. Wir müssen uns stetig weiterentwickeln – Schritt für Schritt.

Klimapolitik wirkt nicht sofort. Erfolge zeigen sich oft erst nach Jahren. Deshalb braucht es Geduld, Transparenz und die Bereitschaft, nachzusteuern. Klima betrifft jeden Menschen, es kostet Geld und es betrifft das Allgemeinwohl. Ideologie und Einzelinteressen dürfen dabei keine Rolle spielen. Entscheidend ist ein objektiver Blick – immer im Sinne und zum Wohl der Bürgerinnen und Bürger. Das Klima wartet nicht auf uns.

Christoph Rabl (Grüne)

Die Klimakrise ist auch in Landshut längst Realität. Für mich ist klar: Klimaschutz und Klimaanpassung müssen bei allen städtischen Entscheidungen mitgedacht werden. Ich setze mich für einen verbindlichen Klimavorbehalt bei Projekten und für ein eigenes Referat für Umwelt und Klimaschutz ein.

Ein zentraler Hebel ist die Energiewende vor Ort. Der Ausbau von Photovoltaik auf öffentlichen und privaten Dächern, energetische Sanierungen und eine verbindliche kommunale Wärmeplanung sind für mich entscheidend – auch, weil sie langfristig Kosten senken. Klimafreundliche Wärme und Energie müssen bezahlbar sein.

Gleichzeitig müssen wir unsere Stadt klimaresilient machen: mit mehr Bäumen, entsiegelten Flächen, Dach- und Fassadenbegrünung sowie einem besseren Regenwassermanagement. Landshut soll Schritt für Schritt zur Schwammstadt werden, die Hitze mindert und Starkregen abfedert. Klimaschutz ist für mich keine Einschränkung, sondern eine Investition in Lebensqualität, Gesundheit und Zukunftssicherheit.

Patricia Steinberger (SPD)

Es darf nicht vom Geldbeutel abhängen, ob die Menschen in unserer Stadt saubere Luft atmen oder an heißen Tagen vor gesundheitsschädlicher Hitze geschützt sind.

Eine konsequente Reduktion von Treibhausgasen kann durch den Ausbau erneuerbarer Energien vorangetrieben werden – etwa durch Photovoltaikanlagen auf öffentlichen Gebäuden sowie auf Schul- und Hallendächern. Bei der Weiterentwicklung von Stadtteilen sollen Grünflächen ausdrücklich mitgedacht werden. Sie dienen als Orte der Erholung, verbessern die Luftqualität und wirken an heißen Tagen als natürliche Kühlräume. Auch bestehendes Straßenbegleitgrün sowie Flächen rund um ÖPNV-Haltestellen sollen gezielt genutzt werden, um das Straßenklima nachhaltig zu verbessern.

Unsere Innenstadt ist ein zentraler Ort des sozialen Miteinanders. Um ihre Aufenthaltsqualität zu erhöhen, braucht es mehr mobiles Grün sowie flexible, mobile Sitzmöbel, die zum Verweilen einladen. Um Hitzeinseln wirksam zu begegnen, bieten Sonnensegel eine flexible und schnell umsetzbare Lösung, insbesondere bei konsumfreien Zonen.

Einen wichtigen Beitrag zur Klimaanpassung leisten zudem Brunnen im öffentlichen Raum. Durch die Verdunstung des Wassers entsteht spürbare Kühlung, die insbesondere auf stark versiegelten Plätzen und in Fußgängerzonen Hitzeinseln entgegenwirkt und den Aufenthalt im Sommer deutlich angenehmer macht. Darüber hinaus verbessern Brunnen das Stadtmikroklima, indem sie Staub binden und die Luftfeuchtigkeit leicht erhöhen. In Kombination mit Bäumen, Grünflächen und schattigen Sitzgelegenheiten entfalten sie ihre größte Wirkung.

Trinkwasserbrunnen haben zusätzlich einen sozialen und gesundheitlichen Nutzen, da sie an heißen Tagen eine kostenlose Wasserversorgung bieten und so Hitzebelastungen reduzieren. Aus klimapolitischer Sicht ist dabei entscheidend, dass Brunnen ressourcenschonend betrieben werden. Moderne Anlagen mit geschlossenen Wasserkreisläufen, wassersparenden Pumpen und dem Einsatz von Solarenergie ermöglichen Kühlung, ohne unnötig Wasser oder Energie zu verbrauchen.

Günter Straßberger (AfD)

Sensornetz zur Überwachung der Wasserverfügbarkeit von Bäumen aufbauen, Hab und Gut in Kommunen vor Hochwasser schützen, Bäume in der Innenstadt pflanzen, wo es möglich ist.

Petra Strasser (Freie Wähler)

Landshut sollte den Herausforderungen des Klimawandels mit Vernunft und gesundem Menschenverstand begegnen – nicht mit Hysterie oder unrealistischen Forderungen. Wir werden den globalen Klimawandel nicht allein in Landshut aufhalten, auch wenn dies oft anders dargestellt wird. Entscheidend sind sinnvolle, umsetzbare Maßnahmen, die vor Ort tatsächlich Wirkung entfalten.

Dazu gehören praktikable Lösungen, die ökologische Ziele mit sozialen und wirtschaftlichen Realitäten in Einklang bringen. Klimaschutz muss für die Menschen nachvollziehbar, bezahlbar und machbar sein. Symbolpolitik hilft niemandem – nachhaltige, realistische Maßnahmen hingegen schon. Jeder Einzelne kann mithelfen, nicht nur der Staat.

Jürgen Wachter (FDP)

Klimaschutz ist eine Frage der Verantwortung gegenüber kommenden Generationen, aber auch der Vernunft. Er funktioniert nur, wenn er bezahlbar bleibt und von den Menschen mitgetragen wird. Das ist kein Modethema, sondern eine Daueraufgabe. Und wie bei allen Daueraufgaben gilt: Sie funktioniert nur, wenn man sie realistisch angeht.

Landshut muss klimaresilient werden. Dazu gehören mehr Grün- und Wasserflächen, weniger versiegelte Böden und eine Stadtgestaltung, die auf Hitze und Starkregen vorbereitet ist. Auch dem einen oder anderen Baum in der Innenstadt, wie überhaupt im ganzen Stadtgebiet, stehe ich offen gegenüber. Es verbessert nicht nur das Klima, sondern auch die Lebensqualität für alle. Nicht nur für die, die im Sommer lieber im Schatten sitzen.

Eine weitere Antwort auf die Herausforderungen des Klimawandels in der Stadt könnten auch sogenannte Mikrowälder oder Pocket Parks sein. Diese, oft nur wenige hundert Quadratmeter großen Flächen, sorgen mit speziell für die jeweiligen Standorte ausgesuchten Bäumen und Sträuchern für Lebensräume von Vögeln und Insekten, fördern die Bindung von Kohlendioxid und leisten damit einen lokalen Beitrag zum Klimaschutz. Für Anwohner sind diese Flächen Anlaufpunkte mit hoher Aufenthaltsqualität, gerade an heißen Sommertagen.

Ich werde mich dafür einsetzen, dass wir im gesamten Stadtgebiet nach Flächen suchen, die sich dafür eignen. Bei Energie- und Wärmeversorgung setze ich klar auf Technologieoffenheit. Die Menschen müssen selbst entscheiden können, welche Lösungen zu ihnen passen. Einen Anschluss- oder Benutzungszwang lehne ich ab. Stattdessen will ich Innovationen ermöglichen, bestehende Netze weiterentwickeln und neue Technologien ergebnisoffen prüfen. Auch im Bereich E-Mobilität müssen wir besser werden. So könnten wir den Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge schneller und flächendeckend vorantreiben.

Nach der bayerischen Bauordnung sind Genehmigungen hierfür seit Anfang 2025 schneller und ohne tiefergehende Prüfungen möglich. Dies würde die Akzeptanz von Elektrofahrzeugen weiter erhöhen und somit einen Beitrag zur Senkung von Emissionen leisten.

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