Tragende Säule des Brauchtums
Pastritztaler Trachtler feiern im Further ATT ihr 60. Jubiläum
Den Auftakt bildete am Sonntag ein Festgottesdienst in der Statpfarrkirche Mariä Himmelfahrt, den die Neukirchener Sänger mit der Waidlermesse musikalisch gestalteten. Anschließend zog die Festgemeinde - angeführt vom Blasorchester - zum Tagungszentrum.
Wie aus einer Idee ein stattlicher Verein wurde, schilderte Vorsitzende Beate Stoiber. In den 1960er-Jahren trafen sich junge Männer regelmäßig in Further Wirtshäusern. Sie wollten aber etwas Eigenes schaffen und das Brauchtum pflegen. Dazu bauten sie in Eigenleistung ein ehemaliges Bienenhaus zur Waldlerhütte um. Am 24. Oktober 1966 kamen bei der Gründungsversammlung im Gasthaus Sobauer knapp 30 Interessierte zusammen. Der Verein gab sich zunächst den Namen „Waldlerboum“. Bereits 1967 entstand die erste Tanzgruppe. Mit der Jugendgruppe unter Franz Fischer im Jahr 1970 und der Kindergruppe unter Alois Maier 1974 wurde die Nachwuchsarbeit früh zu einem wichtigen Bestandteil des Vereins. Bälle, Heimatabende, Waldfeste und Weihnachtsfeiern prägten das Vereinsleben ebenso wie die Teilnahme am Leonhardiritt, an den Drachenstich-Festumzügen und den Gaufesten.
Hammerschmiede in viel Eigenleistung renoviert
Ein besonderes Kapitel ist die Hammerschmiede aus dem Jahr 1823. Als der Verein das Gebäude entdeckte, war es stark vernachlässigt. Mit viel Eigenleistung wurde es renoviert und zu einem Vereinsheim mit Museum ausgebaut. Auch musikalisch und tänzerisch entwickelte sich der Verein weiter. Die Pastritztaler Sänger aus den 1980er-Jahren entstanden gibt es inzwischen nicht mehr. Die Stubenmusik besteht dagegen bis heute. Die Goißlschnalzer traten erstmals 1998 beim Nordgautag in Furth im Wald auf.
Auch über das eigentliche Vereinsleben hinaus engagieren sich die Pastritztaler. Gemeinsam mit anderen Further Vereinen beteiligten sie sich an einer Benefizveranstaltung zum Erhalt des örtlichen Krankenhauses. Auf die Initiative von Erich Kussinger geht das Drescherfest zurück, dessen Idee 1992 entstand.
Für die historischen Geräte und Maschinen brauchte man eine Unterstellmöglichkeit. Ein Stadel entstand neben der Hammerschmiede. Eine historische Apfelpresse brachte den Verein 2015 in Lansing auch zum Fanfest der Sendung „Dahoam is dahoam“. Seit 2017 beteiligt sich der Verein am Further Kneipenfestival „gemma furth“.
Die Corona-Pandemie brachte auch für die Pastritztaler zahlreiche Einschränkungen. Dennoch blieb der Verein aktiv. Die Hammerschmiede wurde beleuchtet, ein österlicher Erinnerungsweg gestaltet und der Maibaum ohne Publikum aufgestellt. Die Zeit wurde zudem für Reparaturen genutzt. In dieser Zeit entstand auch die Aktion „Christkindlmarkt dahoam“. Besonders die Jugend hielt den Kontakt untereinander. Jugendleiter Andreas Stoiber organisierte Aktionen, Online-Treffen und eine Schatzsuche rund um die Hammerschmiede. Später fanden Tanzproben wieder im Freien statt, und auch der Nikolaus besuchte die Kinder zu Hause. Für sein Engagement erhielt Stoiber den Jugendpreis des Landkreises Cham in der Kategorie Einzelpersonen.
2022 nahm der Verein am Deutschen Trachtenfest in Bruck teil. Die Begegnungen mit anderen Trachtenvereinen zeigen, wie wichtig der Austausch für die Pflege des gemeinsamen Brauchtums ist. Auch bei der Landesgartenschau 2025 in Furth im Wald waren die Pastritztaler aktiv.
Die Jugend sichert die Zukunft und die Nachwuchsarbeit hat bei den Pastritztalern Tradition Heute lernen die jungen Mitglieder traditionelle Tänze und wirken bei zahlreichen Veranstaltungen mit.
Verein verbindet Tradition mit Moderne
Für die Stadt Furth im Wald sprach Stadtradt Martin Schneider. Er würdigte die Pastritztaler dafür, dass sie Traditionen bewahren und zugleich moderne Aktivitäten ermöglichen.
Mit dem Kirtatanz ging das Jubiläumsfest schwungvoll weiter. Die Pastritztaler eröffneten die Tanzrunden mit Boarischen und einem Walzer. Musikalisch begleitete sie die vereinseigene Musikgruppe „Die Andern“. Die Kinder- und Jugendgruppe begeisterten mit ihren einstudierten Tänzen und erntete dafür viel Applaus. Die Goißlschnalzer sorgten mit ihrem Auftritt für einen weiteren Höhepunkt beim Kirtatanz. Mit einer besondere Einlage sorgten auch die Tanzgruppe „Steirer“ mit ihrem Auftritt. Zum feierlichen Abschluss erklang das Heimatlied „Mir san vom Woid dahoam“, das die Verbundenheit mit der Heimat musikalisch zum Ausdruck brachte. Mit der Bayernhymne fand der Kirtatanz schließlich einen würdigen und festlichen Ausklang.

















