Andrang auf spanische Exklave

Migranten-Andrang in Ceuta - So reagieren deutsche Politiker

Seit September 2024 gibt es wieder Kontrollen an den deutschen Grenzen. (Archivbild)

Seit September 2024 gibt es wieder Kontrollen an den deutschen Grenzen. (Archivbild)

Von dpa

Wegen des Andrangs Zehntausender Migranten auf die Exklave Ceuta hat Bundeskanzler Friedrich Merz die spanische Regierung aufgefordert, die Situation schnellstmöglich wieder in den Griff zu bekommen. „Der Schutz der Außengrenzen der Europäischen Union ist entscheidend für die Bekämpfung illegaler Migration“, betonte der CDU-Politiker. Sein Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) zog bereits Konsequenzen für die deutschen Landesgrenzen und kündigte an: „Wir werden die Möglichkeit der Binnengrenzkontrollen über den September hinaus verlängern.“

Die deutschen Reaktionen im Überblick:

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU): „Spanien will und muss die Situation in Ceuta schnellstmöglich wieder in den Griff bekommen. Ich begrüße daher die spanische Absicht, die illegalen Migranten nicht auf den europäischen Kontinent zu lassen. Von Marokko erwarten wir, dass sie die illegalen Migranten unverzüglich wieder zurücknehmen.“

AfD-Chefin Weidel stellt das Schengen-Abkommen infrage. (Archivbild)
AfD-Chefin Weidel stellt das Schengen-Abkommen infrage. (Archivbild)
AfD-Chefin Weidel stellt das Schengen-Abkommen infrage. (Archivbild)
Clara Bünger von der Linken warnt vor «höheren Mauern». (Archivbild)
Clara Bünger von der Linken warnt vor «höheren Mauern». (Archivbild)
Clara Bünger von der Linken warnt vor «höheren Mauern». (Archivbild)

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU): „Die Situation in Ceuta verdeutlicht die volatile Lage bei der illegalen Migration. Unsere Erfolge beim Zurückdrängen der illegalen Migration müssen erhalten und weiter ausgebaut werden. Flexible und angepasste Binnengrenzkontrollen müssen dazu weiterhin aufrechterhalten werden.“

Außenminister Johann Wadephul (CDU): „Jetzt ist schnelles und gemeinsames Handeln im Sinne der Europäischen Union gefragt, um den Schengenraum - eine der größten Errungenschaften der EU - zu schützen und offenzuhalten.“

AfD-Vorsitzende Alice Weidel (AfD-Vorsitzende): „Es muss schnellstmöglich dafür gesorgt werden, dass jene, die illegal in Ceuta eingefallen sind, direkt abgeschoben werden. Sie dürfen nie den europäischen Kontinent betreten. Gleichzeitig muss die spanische Regierung alles tun, um die Außengrenze der EU dauerhaft zu sichern. (...) Notfalls muss der Schengen-Raum mit Blick auf Spanien ausgesetzt werden.“

Sebastian Fiedler (innenpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion): „Die Sorge ist nicht in erster Linie, dass die jetzt in Ceuta angekommenen Menschen unmittelbar nach Deutschland weiterziehen. Die eigentliche Herausforderung ist die Signalwirkung: Wenn Schleuser den Eindruck vermitteln können, dass eine Route Erfolg verspricht, steigt das Risiko weiterer Migrationsbewegungen.“

Clara Bünger (stellvertretende Linken-Fraktionschefin): „Was in Ceuta passiert, ist keine Naturkatastrophe, sondern das Ergebnis politischer Entscheidungen. Menschen fliehen vor Krieg, Armut und Klimakrise. Höhere Mauern halten sie nicht auf, sie machen die Flucht nur tödlicher. Jetzt zählt zuerst, dass niemand mehr stirbt.“

Wolfgang Kubicki (FDP-Vorsitzender): „Die europäische Idee zu verteidigen, heißt auch, den massenhaften illegalen Grenzübertritt an den EU-Außengrenzen zu verhindern und diese wirksam zu schützen. (...) Eine EU, die sehr konkrete Vorstellungen zu Getränkeverschlüssen und allerlei Bürokratismen entwickelt, aber in dieser Frage keine befriedigende Lösung findet, wird in der europäischen Bevölkerung an Zustimmung verlieren.“

Fabio De Masi (BSW-Vorsitzender): „Die Situation in der spanischen Exklave Ceuta ist nicht haltbar. Es braucht ein klares Signal der europäischen Politik, dass die jungen Männer, die sich da (...) auf den Weg machen, keinen Zugang zum europäischen Festland erhalten.“

Eine Stellungnahme der Grünen lag nach entsprechender Anfrage zunächst nicht vor.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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