Angriff in Berlin

Mutmaßlicher CSD-Täter tot – Bundesanwaltschaft übernimmt

Einen Tag nach dem Anschlag am Rande des Berliner CSD ist der mutmaßliche Täter nach Polizeischüssen gestorben. Behörden zufolge hatte er in der Vergangenheit versucht, sich dem IS anzuschließen.

Am Sonntagabend kam die Bestätigung zum Tod des mutmaßlichen Täters.

Am Sonntagabend kam die Bestätigung zum Tod des mutmaßlichen Täters.

Von dpa

Nach dem mutmaßlich islamistischen Terroranschlag am Rande des Christopher Street Days (CSD) in Berlin ist der Tatverdächtige bei einem Polizeieinsatz getötet worden. Das teilte die Berliner Polizei mit. Bei einem Einsatz in einer Kleingartenanlage in Berlin-Spandau sei der mutmaßliche Täter mit einer Stichwaffe auf die Einsatzkräfte zugelaufen, daraufhin habe das Berliner SEK auf ihn geschossen. "Trotz sofort eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen durch die Berliner Feuerwehr verstarb er noch am Einsatzort", so die Polizei.

Die Ermittlungen zu dem Anschlag am Rande des CSD übernahm die Bundesanwaltschaft als oberste Anklagebehörde in Deutschland.

Mit diesem Van ist der Tatverdächtige am Rande des Christopher Street Day in Berlin in eine Menschenmenge gefahren.
Mit diesem Van ist der Tatverdächtige am Rande des Christopher Street Day in Berlin in eine Menschenmenge gefahren.
Mit diesem Van ist der Tatverdächtige am Rande des Christopher Street Day in Berlin in eine Menschenmenge gefahren.
Am Tag nach der Tat legen Passanten Blumen nieder.
Am Tag nach der Tat legen Passanten Blumen nieder.
Am Tag nach der Tat legen Passanten Blumen nieder.
An diesen Baum prallte der Tatverdächtige mit seinem Van, nachdem er in eine Menschenmenge gefahren war.
An diesen Baum prallte der Tatverdächtige mit seinem Van, nachdem er in eine Menschenmenge gefahren war.
An diesen Baum prallte der Tatverdächtige mit seinem Van, nachdem er in eine Menschenmenge gefahren war.
Berlin ist nach der Auto-Attacke in Trauer.
Berlin ist nach der Auto-Attacke in Trauer.
Berlin ist nach der Auto-Attacke in Trauer.
Schwer bewaffnete Spezialkräfte der Berliner Polizei  sperren sämtliche Zugänge zu einem S-Bahnhof ab.
Schwer bewaffnete Spezialkräfte der Berliner Polizei  sperren sämtliche Zugänge zu einem S-Bahnhof ab.
Schwer bewaffnete Spezialkräfte der Berliner Polizei  sperren sämtliche Zugänge zu einem S-Bahnhof ab.
Beim CSD in Berlin ist ein Auto in die Menschenmenge gerast.
Beim CSD in Berlin ist ein Auto in die Menschenmenge gerast.
Beim CSD in Berlin ist ein Auto in die Menschenmenge gerast.
Einsatzkräfte der Polizei und Rettungskräfte stehen im Großen Tiergarten nach dem Abbruch des Christopher Street Day (CSD). 
Einsatzkräfte der Polizei und Rettungskräfte stehen im Großen Tiergarten nach dem Abbruch des Christopher Street Day (CSD). 
Einsatzkräfte der Polizei und Rettungskräfte stehen im Großen Tiergarten nach dem Abbruch des Christopher Street Day (CSD). 
Bei dem Vorfall beim CSD in Berlin ist nach Polizeiangaben mindestens ein Mensch getötet und weitere Menschen teils schwer verletzt worden. 
Bei dem Vorfall beim CSD in Berlin ist nach Polizeiangaben mindestens ein Mensch getötet und weitere Menschen teils schwer verletzt worden. 
Bei dem Vorfall beim CSD in Berlin ist nach Polizeiangaben mindestens ein Mensch getötet und weitere Menschen teils schwer verletzt worden. 
Trauer beim Christopher Street Day in Berlin.
Trauer beim Christopher Street Day in Berlin.
Trauer beim Christopher Street Day in Berlin.
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner ist vor Ort.
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner ist vor Ort.
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner ist vor Ort.
Sängerin Sarah Connor war kurz vorher aufgetreten.
Sängerin Sarah Connor war kurz vorher aufgetreten.
Sängerin Sarah Connor war kurz vorher aufgetreten.
Mit dem CSD wird traditionell die queere Community gefeiert.
Mit dem CSD wird traditionell die queere Community gefeiert.
Mit dem CSD wird traditionell die queere Community gefeiert.

Eine Tote und viele Verletzte bei Anschlag am Samstag

Der CSD in Berlin war am Samstagabend abgebrochen worden, nachdem ein Auto am Rande der Großveranstaltung in eine Menschenmenge gefahren war. Eine Frau wurde getötet, 29 weitere Menschen wurden verletzt. Ihr Zustand ist nach Angaben der Polizei vom Nachmittag nicht mehr lebensbedrohlich.

Der Fahrer verließ laut Polizei das Auto und floh. Er sei mutmaßlich auch mit einer Machete auf Passanten losgegangen, sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) in Berlin. Die Ermittler gehen von einem islamistischen Terroranschlag aus. Darauf deute alles hin, so Dobrindt.

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner zeigte sich am Abend erleichtert darüber, dass der Tatverdächtige gestellt wurde. "Dass die Berliner Polizei innerhalb von 24 Stunden den Tatverdächtigen hat, ist ein großer Erfolg der Ermittlungsbehörden", sagte der CDU-Politiker im RBB. "Und da bin ich sehr dankbar."

Die Polizei fand den mutmaßlichen Täter in einer Kleingartensiedlung in Berlin-Spandau.
Die Polizei fand den mutmaßlichen Täter in einer Kleingartensiedlung in Berlin-Spandau.
Die Polizei fand den mutmaßlichen Täter in einer Kleingartensiedlung in Berlin-Spandau.
Die Polizei fand den mutmaßlichen Täter in einer Kleingartensiedlung in Berlin-Spandau.
Die Polizei fand den mutmaßlichen Täter in einer Kleingartensiedlung in Berlin-Spandau.
Die Polizei fand den mutmaßlichen Täter in einer Kleingartensiedlung in Berlin-Spandau.
Die Polizei fand den mutmaßlichen Täter in einer Kleingartensiedlung in Berlin-Spandau.
Die Polizei fand den mutmaßlichen Täter in einer Kleingartensiedlung in Berlin-Spandau.
Die Polizei fand den mutmaßlichen Täter in einer Kleingartensiedlung in Berlin-Spandau.
Die Polizei fand den mutmaßlichen Täter in einer Kleingartensiedlung in Berlin-Spandau.
Die Polizei fand den mutmaßlichen Täter in einer Kleingartensiedlung in Berlin-Spandau.
Die Polizei fand den mutmaßlichen Täter in einer Kleingartensiedlung in Berlin-Spandau.

Abdul B. versuchte, sich dem IS anzuschließen

Am Morgen hatte die Polizei ein Foto veröffentlicht, mit dem sie nach dem 21 Jahre alten Abdul B. fahndete. Der Tatverdächtige hatte sich den Erkenntnissen zufolge radikalisiert und gehörte der islamistischen Szene an. Nach Angaben der Behörden ist er in Berlin geboren, aufgewachsen und deutscher Staatsbürger. Er habe einen libanesischen Hintergrund, seine Mutter sei 2002 in Deutschland eingebürgert worden, sagte Dobrindt.

Im vergangenen Jahr versuchte Abdul B. laut Berliner Generalstaatsanwaltschaft mehrfach, sich im Ausland der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) anzuschließen. Im Juli 2025 wurde er im Libanon festgenommen und saß dort drei Monate in Haft. Nach seiner Entlassung sei Abdul B. am 17. November nach Deutschland zurückgekehrt und noch am Flughafen BER erneut festgenommen worden.

Er war dann monatelang in Untersuchungshaft in Deutschland, bevor er im Mai 2026 laut Generalstaatsanwaltschaft von einem Jugendschöffengericht am Amtsgericht Tiergarten unter anderem wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt wurde. Das Gericht hob demnach einen bestehenden Haftbefehl auf, "da die Untersuchungshaft vorrangig der Sicherung des Strafverfahrens dient und keine vorweggenommene Strafe darstellt".

Die Verurteilung ist nicht rechtskräftig, weil die Generalstaatsanwaltschaft Berufung eingelegt hat. Sie hatte demnach eine höhere, nicht mehr bewährungsfähige Jugendstrafe und die Aufrechterhaltung des Haftbefehls beantragt. In der Verhandlung hatte sich Abdul B. laut Mitteilung "überwiegend geständig" gezeigt und vom IS distanziert.

Noch Anfang dieses Monats durchsuchten Ermittler nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft seine Wohnung in Berlin-Schöneberg. Hintergrund war demnach ein Anfangsverdacht wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz. Es sei aber nur eine Spielzeugwaffe gefunden worden. Der "Bild" zufolge sollte Abdul B. am Montag zu einem Deradikalisierungskurs.

Jähes Ende eines bunten Festes

Am Samstag hatten Hunderttausende Menschen beim CSD auf den Berliner Straßen gefeiert. Mehr als 80 Trucks mit Musik fuhren Richtung Tiergarten zur großen Abschlussparty am Brandenburger Tor.

Die Feierstimmung nahm gegen 22.00 Uhr ein jähes Ende, als ein weißer Van in der Nähe des Potsdamer Platzes in die Menschenmenge fuhr. Die lebensbedrohlich und schwer verletzten Menschen wurden alle in Krankenhäuser gebracht, der Veranstaltungsort geräumt.

Bundeskanzler Friedrich Merz (M, CDU), Alexander Dobrindt (2.v.r, CSU), Bundesinnenminister, Stefanie Hubig (2.v.l, SPD), Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz, und Karin Prien (l, CDU), Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, tragen Blumen, als sie den Tiergarten besuchen, nachdem in der Nähe beim Christopher Street Day am Vortag ein Auto am Rande der Großveranstaltung in eine Menschenmenge gefahren war.
Bundeskanzler Friedrich Merz (M, CDU), Alexander Dobrindt (2.v.r, CSU), Bundesinnenminister, Stefanie Hubig (2.v.l, SPD), Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz, und Karin Prien (l, CDU), Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, tragen Blumen, als sie den Tiergarten besuchen, nachdem in der Nähe beim Christopher Street Day am Vortag ein Auto am Rande der Großveranstaltung in eine Menschenmenge gefahren war.
Bundeskanzler Friedrich Merz (M, CDU), Alexander Dobrindt (2.v.r, CSU), Bundesinnenminister, Stefanie Hubig (2.v.l, SPD), Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz, und Karin Prien (l, CDU), Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, tragen Blumen, als sie den Tiergarten besuchen, nachdem in der Nähe beim Christopher Street Day am Vortag ein Auto am Rande der Großveranstaltung in eine Menschenmenge gefahren war.
Zwei Menschen stehen Arm in Arm bei einem Gottesdienst in der St. Marienkirche.
Zwei Menschen stehen Arm in Arm bei einem Gottesdienst in der St. Marienkirche.
Zwei Menschen stehen Arm in Arm bei einem Gottesdienst in der St. Marienkirche.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) spricht bei einem Gottesdienst in der St. Marienkirche. 
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) spricht bei einem Gottesdienst in der St. Marienkirche. 
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) spricht bei einem Gottesdienst in der St. Marienkirche. 
Bundeskanzler Friedrich Merz (Mitte l, CDU), Alexander Dobrindt (M, CSU), Bundesinnenminister, und Iris Spranger (Mitte r, SPD), Senatorin für Inneres und Sport von Berlin, legen im Tiergarten Blumen nieder, nachdem in der Nähe beim Christopher Street Day am Vortag ein Auto am Rande der Großveranstaltung in eine Menschenmenge gefahren war.
Bundeskanzler Friedrich Merz (Mitte l, CDU), Alexander Dobrindt (M, CSU), Bundesinnenminister, und Iris Spranger (Mitte r, SPD), Senatorin für Inneres und Sport von Berlin, legen im Tiergarten Blumen nieder, nachdem in der Nähe beim Christopher Street Day am Vortag ein Auto am Rande der Großveranstaltung in eine Menschenmenge gefahren war.
Bundeskanzler Friedrich Merz (Mitte l, CDU), Alexander Dobrindt (M, CSU), Bundesinnenminister, und Iris Spranger (Mitte r, SPD), Senatorin für Inneres und Sport von Berlin, legen im Tiergarten Blumen nieder, nachdem in der Nähe beim Christopher Street Day am Vortag ein Auto am Rande der Großveranstaltung in eine Menschenmenge gefahren war.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU, l), Stefanie Hubig (SPD, 3.v.l), Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz, Alexander Dobrindt (CSU, 4.v.l), Bundesinnenminister, Karin Prien (CDU, 3.v.l), Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, nehmen an einem Gottesdienst in der St. Marienkirche teil. 
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU, l), Stefanie Hubig (SPD, 3.v.l), Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz, Alexander Dobrindt (CSU, 4.v.l), Bundesinnenminister, Karin Prien (CDU, 3.v.l), Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, nehmen an einem Gottesdienst in der St. Marienkirche teil. 
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU, l), Stefanie Hubig (SPD, 3.v.l), Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz, Alexander Dobrindt (CSU, 4.v.l), Bundesinnenminister, Karin Prien (CDU, 3.v.l), Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, nehmen an einem Gottesdienst in der St. Marienkirche teil. 

Gedenken an Opfer – Merz: "Wir sind mehr, wir sind stärker"

Nach dem Anschlag wurde am Sonntagmittag mit einer Andacht in der Berliner St. Marienkirche an die Opfer erinnert, an der unter anderem Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) und Bildungsministerin Karin Prien (CDU) teilnahmen. In einem Statement davor sagte der Kanzler: "Diese Taten haben nur einen Zweck: Sie wollen unsere Gesellschaft spalten, sie wollen uns das Wichtigste nehmen, was wir haben, nämlich unsere Offenheit und unsere Freiheit".

Merz betonte: "Ich möchte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des CSD hier in Berlin und in ganz Deutschland zurufen: Lassen sie sich, lassen wir uns nicht einschüchtern." Diese Straftäter und Extremisten hätten keinen Platz in der Mitte unserer Gesellschaft. "Wir sind mehr, wir sind stärker."

Im Anschluss besuchte der Kanzler den Ort des Anschlags im Tiergarten, legte weiße Blumen ab und hielt unter anderem mit Dobrindt und Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) kurz inne, um der Opfer zu gedenken.

Experten: Angriffe dieser Art kaum zu verhindern

Berlins Regierender Bürgermeister Wegner verteidigte die Sicherheitsmaßnahmen beim CSD als sehr gut. "Wir haben beim CSD eine hohe Sicherheit gehabt", sagte Wegner am Nachmittag in der Nähe des Tatorts. "Die Strecke des CSD wurde nicht getroffen." Dort sei der Täter nicht drauf gekommen, weil die Polizei, die Sicherheitsbehörden den CSD abgesichert hätten. Dobrindt rief gleichwohl die Veranstalter von Großveranstaltungen und CSDs auf, ihre Sicherheitskonzepte zu überprüfen.

Taten wie der Angriff auf den Berliner CSD lassen sich nach Einschätzung von Experten praktisch nicht verhindern. "Ich glaube, dass ein Staat oder auch die Europäische Union, eine Staatengemeinschaft, sehr viele Maßnahmen ergreifen kann, damit die Menschen in Deutschland sicher sind", sagte der Terrorismusexperte der Konrad-Adenauer-Stiftung, Felix Neumann. Eine hundertprozentige Sicherheit sei aber nicht möglich.

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