Landgericht Verden
Klette-Prozess wegen Sprengstoffverdachts unterbrochen

Focke Strangmann/dpa
Ein Sprengstoffhund hat während des Verhandlungstermins im Prozess gegen Daniela Klette angeschlagen. (Symbolfoto)
Im Prozess gegen die ehemalige RAF-Terroristin Daniela Klette ist die Verhandlung am Landgericht Verden am Mittwoch kurz nach Beginn unterbrochen worden, nachdem ein Sprengstoffhund bei Schließfächern der Zuschauer angeschlagen hatte. Ein verdächtiger Gegenstand wurde untersucht. Am Mittag konnte dann Entwarnung gegeben werden, der Verhandlungstag wurde am frühen Nachmittag fortgesetzt.
Nach Angaben einer dpa-Reporterin vor Ort hatte ein Sprengstoffhund der Polizei bei den Schließfächern der Zuschauer angeschlagen. Daraufhin musste ein anderer Journalist aus seinem Schließfach seine Gegenstände herausholen, die kontrolliert wurden.
Der Journalist sagte der dpa-Reporterin, ihm sei danach auch ein Transponder gegeben worden, der ihm nicht gehöre. Ein Transponder ist ein kleines Plastikteil mit Sender, es wird etwa zum Öffnen von Türen verwendet, mit ihm kann aber auch auf größere Entfernung ein Signal übertragen werden.
Keiner der Polizeibeamten habe sich erklären können, woher der Transponder gekommen sei und wem er gehöre, sagte der betroffene Journalist. Die Polizei bestätigte diese Angaben. „Wem dieser Gegenstand gehört oder wie er in das Schließfach gelangte, ist derzeit noch unklar“, teilte eine Sprecherin mit.
Der Gegenstand wurde von Spezialkräften auf einer Wiese untersucht, am Mittag gab es dann Entwarnung. Eine Sprecherin der Polizeiinspektion Verden sagte, an dem Transponder sei nichts Verdächtiges gefunden worden, auch kein Sprengstoff. An der Untersuchung waren Entschärfer des Landeskriminalamtes beteiligt.
Daniela Klette soll mit den ehemaligen RAF-Terroristen Burkhard Garweg und Ernst-Volker Staub mehrere Geldtransporter und Supermärkte überfallen haben, um ihr Leben im Untergrund zu finanzieren. Sie steht deswegen seit rund einem Jahr vor Gericht.








