Gesellschaft
Organisatoren des CSD: Queere Menschen stärker unter Druck
Zum Christopher Street Day (CSD) in Berlin warnen die Organisatoren vor einem raueren gesellschaftlichen Klima. „Queere Menschen stehen weltweit unter mehr Druck“, sagte Vorstandsmitglied Thomas Hoffmann der Deutschen Presse-Agentur. Bestehende Rechte würden teils wieder rückabgewickelt und auch die Hasskriminalität steige an.
Mit ihrem zweitägigen CSD wollten sie ein ganz klares Zeichen dagegensetzen und sagen: „Wir werden nicht kleiner, sondern größer. Wir werden nicht leiser, sondern lauter“, sagte Hoffmann, „und zwar so lange, bis alle Menschen in Deutschland frei, sicher und selbstbestimmt leben können“.
Die Organisatoren erwarten heute zum Berliner CSD Hunderttausende Menschen. Das Motto lautet „Haltung ist hot“. Die Demonstration soll mittags beginnen und dann zum Brandenburger Tor ziehen. Geplant ist ein Auftritt von Sarah Connor, nachdem am Freitagabend bereits Rapperin Ikkimel („Fußballmänner“) auftreten sollte.
Mit der Demonstration forderten die Organisatoren etwa, Hasskriminalität wirksam zu bekämpfen und auch queere Räume zu sichern, sagte Hoffmann. Er äußerte sich auch besorgt über die Umfragewerte der AfD in Sachsen-Anhalt, wo Anfang September ein neuer Landtag gewählt wird. „Die Positionen dieser Partei sind eindeutig und die queere Community hat Angst.“
Die Polizei rechnet für Samstag mit Gegenprotest aus dem rechten Lager. Angekündigt ist eine Gegendemonstration mit 100 Teilnehmern. Die Gegendemonstration besorge sie derzeit nicht, sagte Hoffmann. Sie gingen erstmal davon aus, dass das in Berlin wie auch im Vorjahr einen sehr geringen Zuspruch erfahre. „Und wir stehen dort auch in einem sehr vertrauensvollen Austausch mit der Berliner Polizei.“
„Trotzdem ist das natürlich eine sehr besorgniserregende Entwicklung“, sagte Hoffmann. Früher habe es keine Gegendemonstrationen gegen den Berliner CSD gegeben und auch nicht gegen andere CSDs. Wenn man sehe, dass es der rechten Bewegung 2024 in Bautzen, Leipzig und anderen Städten gelungen sei, massiv gegen CSDs zu mobilisieren. „Das ist wirklich eine Entwicklung, die nicht nur unserer Community Angst machen sollte, sondern allen Menschen, die in Freiheit und in Vielfalt leben wollen.“
Beim Berliner CSD wird auch der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) erwartet, der bei der nächsten Abgeordnetenhauswahl nicht mehr antritt. Nach Debatten um sein Tennisspiel und seine Angaben zum Krisenmanagement während eines großen Stromausfalls war er als CDU-Spitzenkandidat zurückgetreten. Der Senat ist beim CSD erstmals mit eigenem Wagen dabei.









