Geburtstag

Der letzte Erfolg der Demokraten? Obama wird 65

Wird an diesem Dienstag 65 Jahre alt: Ex-US-Präsident Barack Obama. (Archivbild)

Wird an diesem Dienstag 65 Jahre alt: Ex-US-Präsident Barack Obama. (Archivbild)

Von dpa

Wenn Barack Obama an diesem Dienstag 65 Jahre alt wird, dürften sich viele vor allem an seine ungezwungene Lässigkeit und sein Charisma erinnern. Von der Erklärung seiner Kandidatur für das Präsidentenamt in Springfield, Illinois, 2007 bis zum Fallenlassen des Mikros beim letzten Dinner mit der US-Hauptstadtpresse gut neun Jahre später: Obama wusste, Menschen in seinen Bann zu ziehen - selbst diejenigen, die seine Arbeit eigentlich kritisch unter die Lupe nehmen sollten.

Fast zehn Jahre seit seinem Ausscheiden aus dem Amt und in einem Alter, in dem manche in Rente gehen, gibt sich Obama weiter tüchtig. In einem Video warf er jüngst mit dem Rollstuhlbasketballer Josh Turek lässig ein paar Bälle und warb nebenbei vor den wichtigen US-Zwischenwahlen für den Demokraten aus Iowa, der sich um einen Senatssitz bewirbt. In sozialen Medien teilt Obama weiter seine Spotify-Playlist und seine Bücherliste mit seinen Anhängern.

Sind eigentlich Freunde: Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Ex-US-Präsidenten Obama. (Archivbild)
Sind eigentlich Freunde: Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Ex-US-Präsidenten Obama. (Archivbild)
Sind eigentlich Freunde: Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Ex-US-Präsidenten Obama. (Archivbild)
Wird Gretchen Whitmer bei der US-Wahl 2028 als Präsidentschaftskandidatin der Demokraten antreten? (Archivbild)
Wird Gretchen Whitmer bei der US-Wahl 2028 als Präsidentschaftskandidatin der Demokraten antreten? (Archivbild)
Wird Gretchen Whitmer bei der US-Wahl 2028 als Präsidentschaftskandidatin der Demokraten antreten? (Archivbild)
Biden, Obama, Bush und Clinton – nur ein noch lebender US-Präsident fehlt. (Archivbild)
Biden, Obama, Bush und Clinton – nur ein noch lebender US-Präsident fehlt. (Archivbild)
Biden, Obama, Bush und Clinton – nur ein noch lebender US-Präsident fehlt. (Archivbild)

Mitte Juni eröffnete Obama sein Präsidentencenter in Chicago, das den Werdegang des auf Hawaii geborenen Politikers zeigt. Die Ausstellung dokumentiert, wie er zunächst in Chicago sozial benachteiligten Menschen half, später mit seiner Frau Michelle eine Familie gründete und die Töchter Malia und Sasha großzog, wie er als junger demokratischer Senator in den Kongress in Washington einzog, und schließlich allen zeigte, dass ein Afroamerikaner durchaus zum mächtigsten Mann der Welt aufsteigen kann.

Gern erinnert man sich an Obamas innenpolitische Erfolge, wie etwa die mühsame Neustrukturierung der US-Gesundheitsversorgung 2010, auch „Obamacare“ genannt. Außenpolitisch bleiben die Tötung von Al-Kaida-Terrorchef Osama bin Laden 2011, das Atomabkommen mit dem Iran oder das Pariser Klimaabkommen 2015 im Kopf. Hierzulande dürften auch Obamas Berlin-Besuche Erinnerungen wecken.

Negatives aus Obamas Präsidentschaft von 2009 bis 2017 gerät da schnell in den Hintergrund. Dass die USA etwa das Telefon von Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) abhörten, dass das US-Militär Terroristen in Pakistan gezielt durch Drohnen tötete, was später als völkerrechtswidrig verurteilt wurde, oder dass Millionen von Menschen aus den USA abgeschoben wurden, dürfte heute weniger präsent sein.

Dennoch: Obama gilt als letzter großer Polit-Star der Demokraten. Sein Charisma und seine mitreißende Rhetorik setzten die Messlatte für Politiker damals schon sehr hoch - vielleicht zu hoch. Mehr als 1.000 Sitze verloren die Demokraten Medienberichten zufolge während seiner Präsidentschaft auf Bundesstaatsebene, an Gouverneursposten oder im Kongress. „Wenn Obama das Weiße Haus verlässt, hinterlässt er eine Demokratische Partei, die jahrelang in seinem Schatten stand und nun nach ihrer Identität sucht“, resümierte der Sender PBS 2016.

Bis heute tun sich die Demokraten schwer damit, Politiker mit Profil vorzuweisen. Zwar gelang Joe Biden 2020 im Rennen um die Präsidentschaft der Sieg gegen Donald Trump. Die Amtszeit des 46. Präsidenten war allerdings zuletzt durch fragwürdige Auftritte und Aussetzer geprägt. Sein später Rückzug aus dem Rennen 2024 schadete der Partei erheblich.

An prominenten Namen mangelt es den Demokraten nicht. Mit den Gouverneuren Gavin Newsom aus Kalifornien und Gretchen Whitmer aus Michigan gibt es potenziell zwei Präsidentschaftskandidaten. Auch bei Ex-Vize-Präsidentin Kamala Harris wird über eine erneute Kandidatur spekuliert. So mühelos wie einst Obama wirkt allerdings niemand von ihnen.

Das gelingt einer neuen Generation junger Demokraten mit Außenseiter-Profil besser. Der New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani wird häufig mit Obama verglichen. Wegen seines Geburtsortes Kampala in Uganda darf der linke Politiker per Verfassung aber nicht Präsident werden. Zuletzt geriet er auch durch fragwürdige Äußerungen und Kompetenzüberschreitungen in die Schlagzeilen. Abdul El-Sayed, der sich derzeit für einen Senatssitz in Michigan warmläuft, genießt zwar die Unterstützung von Parteigrößen wie Bernie Sanders oder Alexandria Ocasio-Cortez - doch genauso wie bei „AOC“ wird infrage gestellt, ob sein linkes Profil bei Wählern auf Bundesebene zieht.

Für US-Präsident Trump ist diese Orientierungslosigkeit ein Segen. Der Republikaner hat aus seiner Verachtung für die Demokraten - allen voran für Obama - nie einen Hehl gemacht. Auf dem „Presidential Walk of Fame“ wird etwa behauptet, dass dessen inzwischen aufgekündigtes Atomabkommen mit dem Iran „schrecklich“ gewesen sei. Dass der Demokrat immerhin eine Vereinbarung mit Teheran traf und sich der „Deal-Maker“ Trump auch Monate nach Kriegsbeginn die Zähne am Iran ausbeißt, bleibt dabei außen vor.

Es stellt sich die Frage, ob Trump Obama wirklich verabscheut oder doch eher beneidet. Bei den Angriffen auf die iranischen Atomanlagen 2025 inszenierte sich der Republikaner ähnlich wie Obama bei der Tötung bin Ladens. Trump hätte ebenfalls gern einen Friedensnobelpreis. Das neue Obama Presidential Center verglich der 80-Jährige mit einer riesigen Mülltonne, plant zugleich aber sein eigenes Präsidentenmuseum.

Während Trump immer wieder gegen den Demokraten wettert, bleibt dieser seinem Spitznamen „No Drama Obama“ treu: Ohne viel Getöse lud er jüngst bis auf Trump alle noch lebenden US-Präsidenten zur Eröffnung seines Präsidentenmuseums ein. Trump mag die Lautstärke auf seiner Seite haben, doch das letzte Wort in Sachen Stil behält wohl auch mit 65 Jahren der Mann aus Hawaii.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

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